Review: Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 6)

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 6 (Re-Cut) (1)Während im letzten Film hauptsächlich der brutale Angriff des Majors und seiner Getreuen zur Schau gestellt wurde, verengt sich der Winkel der Betrachtung nun und orientiert sich an spezifischeren Ereignissen in London.

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 6 (Re-Cut) (2)Soeben erst ganz frisch renoviert, steht das Hauptquartier der titelgebenden Organisation Hellsing schon wieder unter feindlichem Beschuss – diesmal aber unter einem bedrohlicheren und wesentlich höherem Kaliber. Trotz der Abwesenheit der Kampfmaschine Alucard, ist sich der Major der Gefahr, die immer noch vom königlich-protestantischen Ritterorden ausgeht, sehr wohl bewusst. Geschickt wird ein gefährlicher Nazi-Vampir-Trupp angeführt von der sensenschwingenden Zorin Blitz, die im Namen des Ordens das Grundstück dem Erdboden gleichmachen soll. Per Luftschiff steuert sie aus einer gesunden Entfernung die erste große Herausforderung auf Vampir-Anwärterin Seras und Captain Bernadotte mit seinem bunten Haufen an Söldnern zu. Nun wird sich auszahlen, dass Seras Alucard ihren Mentor nennen durfte. Denn auch aus ein paar anderen Richtungen droht die tödliche Gefahr. Hielten sich die Katholiken bis jetzt noch zurück, haben sie im Grunde auch ein weitreichendes Interesse am Untergang von Hellsing – oder besser noch – der gesamten protestantischen Bevölkerung. Erzbischof Maxwell sieht sich so regelrecht in der Pflicht, die Gunst der Stunde zu nutzen und einen modernen Kreuzzug durch Englands Hauptstadt London einzuleiten.

Willkommen in England

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 6 (Re-Cut) (3)Zorin wäre allerdings keine wichtige Stütze des Majors, wenn sie nicht ein paar Tricks auf Lager hätte, welche auch die Zuschauer nicht erwarten würden. Wer mehr über sie und das Hellsing-Universum erfahren will, wird im vorderen Teil des Mediabooks fündig. Auf den nahezu versteckten Seiten geben Illustrationen und Erklärungen Informationen sowohl für Hellsing-Fans wie auch für Wissbegierige, denn nicht selten bringen die Erklärungen dem Leser auch recht unbekannte Begrifflichkeiten unterschiedlichster Herkünfte bei. So freuen wir uns in dieser Ausgabe über kürzere Randinformationen zur Reconqista, dem Stoffgemisch Thermit und dem inoffiziellen Nationalgericht des Vereinigten Königreichs: Fish and Chips. Der Einblick in die Animationsindustrie fehlt auch diesmal nicht, denn im zweiseitigen Interview erläutert Abe Hisashi seinen Werdegang vom Schüler bis zum Ersteller, sowie Leiter des Storyboards und der Animationsregie, der dank interessanten Anekdoten auch für bisher Unbegeisterte dieses Gebietes ein Blick wert sein kann. Besonders die japanischen Künstler lassen Einblicke hinter die Kulissen ihrer Kreationen nicht allzu oft zu, da sind solche Gelegenheiten, den Entstehungsprozess solcher Werke näher kommen zu können, immer gerne gesehen. Wir wünschen uns allgemein bei allen Publishern mehr davon!

Reibereien der Superlative

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 6 (Re-Cut) (4)Inzwischen wird mehr denn je mit computergenerierten Animationen gearbeitet, woran auch der zeitliche Wandel abzulesen ist, den die Filmreihe durchlebt. Das, was in vielen Animes oftmals als fehlplatziert abgestempelt wird, erfährt man in Hellsing Ultimate anders. Hier wird vor allem die Kriegsmaschinerie gut in Szene gesetzt. Durch den plastischen Eindruck bekommt zum Beispiel der lahme, aber gigantische, Heißluft-Zeppelin der Nationalsozialisten direkt die bedrohliche Wirkung, die er auch in echt ausstrahlen würde. Die Lokalisierung ist wie zu erwarten noch immer überdurchschnittlich; die japanische Audiospur besitzt dennoch mehr Höhepunkte und bietet dank der deutlich besseren Abmischung von Sprache und Musik das insgesamt bessere Klangerlebnis. Ein Punkt, der besonders in diesem Film zu überzeugen weiß – bisher stach der Sound nicht so positiv hervor wie jetzt. Von Ishii Yasushi komponiert beweist dieser Soundtrack, wie wichtig die entsprechende musikalische Untermalung für ein Medium sein kann. Das sah wohl auch Publisher Nipponart so, sodass das musikalische Ending der Episode in Reinform als kleines Schmankerl vorliegt. So wie voraussichtlich alle weiteren Hellsing-Episoden ist auch der sechste Film an der Freiwilligen Selbstkontrolle nicht ohne dem roten Stempel, also einer Freigabe ab 18 Jahren, nicht vorbei gekommen.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Aus allen Bereichen, die Hellsing Ultimate großartig machen, fischt sich der sechste Film gut gekonnt die Highlights heraus. An der Spitze steht die Action und die einmalige Klangkulisse, nicht weit dahinter folgen die coolen Sprüche, die abgestimmte Portion an Humor und der ausreichende Fortschritt in der Rahmenhandlung. Besonders nett finde ich es anzusehen, wie dank der aktuellen Umstände sich die vergleichsweise menschlichen Figuren im Kampf beweisen, ohne von absurden Superkräften wie den Alucards unterstützt zu werden. Auch ohne ihn ist der Unterhaltungsfaktor auf jeglicher Ebene ungemein hoch – sobald er in den nächsten Episoden früher oder später wieder mit von der Partie ist, kann es nur noch besser werden.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 6)!

© 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE (Abbildungen)

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