Review: Selector Infected Wixoss (Vol. 2)

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (1)Wer bei der ersten Volume von Selector Infected Wixoss noch auf eine Yū-Gi-Ō-Kopie gewartet hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Das Kartenspiel ist zweitrangig. Genau so sieht es auch in der zweiten Volume aus – das Leben der Figuren rückt in den Vordergrund.

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (2)Die ersten sechs Episoden haben sich die Zeit genommen, um uns in das Leben von der Protagonisten Kominato Rūko einzuführen und zu durchleuchten. Rūko lebt gemeinsam mit ihrem Bruder Ayumu bei ihrer Großmutter inmitten der japanischen Metropole Tōkyō. Da Rūko keine Freunde hat, beschließt Ayumu, ihr ein Starterdeck des angesagten Sammelkartenspiels Wixoss zu schenken. Über das Spiel lernt sie in der Schule unter anderem ihre neuen Freundinnen Kurebayashi Yuzuki und Uemura Hitoe kennen, durch welche sie tiefer in die Spielmechanik eingeführt wird. Als Zuschauer erleben wir davon jedoch kaum etwas. Wie Wixoss genau funktioniert, wird sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Volume nicht wirklich gezeigt. Man nimmt es im Grunde genauso hin, wie Rūko, die zu Beginn ihrer Karriere sogar nächtelang gegen ihre Großmutter antritt und dabei oft verliert. Die Handlung des Anime setzt aber vor allem auf eine fantasievolle Begebenheit. Manche Spielerinnen von Wixoss werden nämlich ausgewählt und kommen in den Genuss von so genannten LRIGs; besonderen Karten, mit denen man als Spieler kommunizieren kann. So erfahren wir auch, dass jeder Ausgewählte beziehungsweise Selector sich einen Wunsch erfüllen darf, wenn er oft genug gewinnt und bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Unheil droht jedoch, wenn man dreimal verliert.

Verbotene Liebe

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (3)Am Ende der ersten Volume haben wir erlebt, wie Hitoe zum dritten Mal verliert und sich ihr Wunsch ins Minus umkehrt. Sie hatte keinerlei Freunde und hat diese sich so sehr gewünscht. Obwohl sie diese durch Rūko und Yuzuki eigentlich bereits gefunden hatte und sie somit keinen Grund mehr hätte, sich weiterhin Wixoss zu beschäftigen, wurde sie von einer Gegenspielerin zum Duellieren gezwungen. Sie hat verloren, kennt ihre Freundinnen nicht mehr wieder und es ist ihr nicht mehr möglich, neue Freundschaften zu schließen. Yuzuki hingegen ist seit ihrer Kindheit in ihren eigenen Bruder verliebt. Obwohl sie sich dessen bewusst ist, dass ihre Liebe zu ihrem Bruder von der Gesellschaft verboten wird, wünscht sie sich dennoch mehr als alles andere seine Nähe. Ob ihr dies nun gelingt oder nicht, sei einmal dahingestellt. Yuzukis Wunsch ermöglicht uns jedoch einen tiefgehenden Einblick in die Wahrheit hinter den LRIGs. Wir möchten auch hier nicht zu viel verraten, doch entwickelt sich durch die Erkenntnis, wie die LRIGs die Spielerinnen zum Teil belügen und wichtige Fakten verheimlichen, eine ganz neue Dynamik im Anime. Dieser frische Wind tut dem Anime sichtlich gut und entwickelt ihn konsequent weiter. So und nicht anders würden wir uns das auch von anderen Produktionen ebenfalls wünschen, die sich gerne mal nach einigen Folgen in Filler-Episoden verlieren.

Ein Funken Hoffnung

Selector Infected Wixoss - Volume 2 (4)Der Anime über ein Sammelkartenspiel um Freundschaft, Liebe und Wahrheit endet allerdings nicht mit der zwölften und letzten Folge. Am Ende erwartet uns ein gemeiner Cliffhanger, der durch eine einzige Entscheidung der beteiligten Charaktere erzeugt wirkt und ein wenig künstlich wirkt. Man muss dazu sagen, dass der Anime auch ohne Cliffhanger noch einige Episoden gebraucht hätte, um offene Fragen über die LRIGs und ihre Hintergründe zu beantworten. Fortgeführt wird die Handlung im Anime Selector Spread Wixoss und nach den vorliegenden Episoden sind wir uns sicher, dass auch dort neue Akzente gesetzt werden können. An der technischen Gestaltung hat sich kaum etwas geändert. Das Bild in 1080p besticht mit vielen kontrastreichen Charakteren. Hintergründe wirken gelegentlich so, als seien sie in ein diffuses Licht gerückt. Die Serie wirkt zwar nicht mehr ganz so düster wie bei den Folgen der ersten Volume, was aber auch daran liegt, dass in einer Episode bereits Schnee fällt. Diese Metapher zeigt wunderbar, dass auch Hoffnung auf ein Happy End in den Charakteren aufkeimt. Die japanischen Sprecher tun ihr Übriges, um den Figuren Emotionen zu verleihen. Es ist nur schade, dass in der zweiten Volume keine Wixoss-Karte als Bonus beiliegt. Trotzdem sind die drei Postkarten eine nette Idee, um Freunde auf den Anime aufmerksam zu machen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In den ersten Episoden von Selector Infected Wixoss hat es mich ein wenig gestört, wie sich die Figuren zum Teil richtig an die Gurgel gegangen sind und die Motivationen nicht ganz so gut zur Geltung gekommen sind, wie es der Anime zum Beispiel in der zweiten Volume geschafft hat. Endlich erfahren wir, was sich Charaktere wie Rūko wünschen und was ihr Wunsch mit dem Kartenspiel zu tun hat. Weiterhin gibt es ein paar Hintergründe mehr zum Leben der Figuren. In der zweiten Volume nimmt der Anime zudem deutlich an Fahrt auf, spielt mit gesellschaftlichen Themen wie die Liebe unter Geschwistern und lüftet eines der wichtigsten Geheimnisse der LRIGs. Ich hoffe sehr, dass die Fortsetzungsserie Selector Spread Wixoss, welche an die Geschehnisse von Selector Infected Wixoss anknüpfen wird, nicht damit aufhört und weiterhin neue Akzente setzen wird. Bisher kann ich nämlich nicht viel am Anime aussetzen und freue mich schon auf die nächsten Folgen, welche die Handlung genauso spannend fortsetzen dürfen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Selector Infected Wixoss (Vol. 2)!

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