Review: Fifa 16

Fifa 16 (1)Der ewige Konkurrenzkampf zwischen Fifa und der Pro Evolution Soccer aus dem Hause Konami geht in die nächste Runde. Wir nehmen dabei das Spiel aus dem Hause Electronic Arts genauer unter die Lupe und schauen, was sich alles im neuen Jahr geändert hat.

Fifa 16 (2)In den Vereinigten Staaten hat bekannterweise der Fußball neben American Football, Basketball, Eishockey sowie Baseball keinen besonders hohen Stellenwert, erfreut sich jedoch immer größerer Beliebtheit. Besonders jetzt, wo die Nationalmannschaft der USA die Weltmeisterschaft gewonnen hat – halt, Weltmeister USA? Genau, die Frauen der Vereinigten Staaten holten sich den Titel im Endspiel gegen Japan. Die Mannschaft rund um Captain Hope Solo gehört nämlich zu den alljährlichen Favoriten im Damenfußball und auch in den Staaten genießt die Frauennationalmannschaft ein hohes Ansehen. Da stellt sich die Frage, warum wir in solch Euphorie vom Frauenfußball im Review zu Fifa 16 reden. Die Antwort wiederum ist sehr simpel: Endlich haben wir die Möglichkeit mit den Damen ein Spiel zu bestreiten und dabei können wir uns zwischen zwölf Mannschaften entscheiden. Wer denkt, dass es sich dabei um einen Marketing-Gag handelt, wird enttäuscht sein. Sowie die Männer sind auch die Frauen detailliert abgebildet und animiert worden, was sich in den Bewegungsabläufen deutlich sehen lässt – sogar die Haare bewegen sich sehr realistisch mit. Das Spieltempo ist etwas langsamer, die Räume auf dem Platz größer und das Zweikampfverhalten ein anderes. Nichtsdestotrotz können wir vorab unsere Begeisterung über das neue Element in Fifa 16 aussprechen und zugestandenermaßen sagen, wie viel Spaß wir doch mit den Frauen haben.

Frauenpower

Fifa 16 (3)Um das Spiel möglichst real zu gestalten, haben sich die Entwickler natürlich intensiv mit dem Frauenfußball auseinandergesetzt und deren Schwächen sowie Stärken hervorragend ins Spiel implementiert. Erstmal gilt zu erwähnen, dass die Frauennationalmannschaften nur gegeneinander spielen können, ein Match zwischen Männern und Frauen wird somit kategorisch ausgeschlossen. Auffallend und zugleich amüsant ist, dass sich die Frauen im Spiel nach einem Foul nicht so ewig und theatralisch wie die Männer auf dem Boden herumwälzen. Ein Thema, welches im Übrigen während der Weltmeisterschaft in Kanada ausführlich diskutiert wurde. Auch wenn das Aufbauspiel ein wenig langsamer vonstatten geht, die Torhüterinnen das ein oder andere mal unter dem Ball herfliegen und die Zweikämpfe ungeschickter, dafür aber aggressiver, aussehen, gibt es viel Positives herauszuheben. Als wahre Fans des gepflegten Ballsports bleibt uns in den letzten Jahren immer zu sagen, dass die Frauen schönere Tore schießen – und das auch in Fifa. Durch den Gewinn an Raum lässt sich der Ball zurechtlegen für grandiose Fernschüsse, was nicht nur anschaulich ist, sondern auch sehr gefährlich. Die Spiele wirken durch den größeren Platz auf dem Spielfeld taktischer und das Passspiel bekommt eine höhere Bedeutung zugeschrieben. Es lassen sich viel schöner Möglichkeiten erarbeiten und effektiv nutzen, als bei den Männern, wo es durchaus schneller zustatten geht.

Mit viel Training zum Erfolg

Fifa 16 (4)Bei den Männern hat sich rund um das Spielgeschehen eigentlich wenig geändert. Das Spiel wurde ein bisschen langsamer gestaltet, was aber nur in den seltensten Fällen auffällt. Ein bisschen verbessert wurden hingegen die Verteidiger, welche nun etwas reaktionsschneller zu sein scheinen und auch etwas überlegter in die Zweikämpfe gehen. Vor allem wird eine scharfe Flanke auch mal von einem Verteidiger geklärt, welchen wir nicht ausgewählt hatten. Somit sind auch die computergesteuerten Charaktere etwas besser geworden, was die eigene Unterstützung auf dem Spielfeld anbelangt. Die wahren Veränderungen lassen sich jedoch im Karrieremodus finden. Das erste, was mit dem Beginn einer Karriere auffällt, ist, dass wir uns zur Saisonvorbereitung an einem Turnier anmelden können und mit Gewinn sogar ein Preisgeld abstauben. Dies dient natürlich dazu neu eingekaufte Spieler zu testen, wie in Freundschaftsspielen, aber auch um das Transferbudget ein wenig hochzuschrauben für mögliche neue Transfers. Dabei haben wir die Auswahl zwischen drei Turnieren, wobei die schwächere Besatzung natürlich ein geringeres Preisgeld anbietet. Die zweite große Neuerung finden wir ebenfalls im Karrieremodus, in welchem wir nun auch einzelne Spieler trainieren lassen können. Dabei haben wir die Möglichkeit aus unserem Kader fünf Spieler zu wählen und diese mit einer Trainingseinheit auf den Platz zu schicken.

Der neue Draft-Modus

Fifa 16 (5)Wir können das Ergebnis, welches benotet wird, entweder simulieren oder das Training selbst ausspielen, um selber Einfluss auf unsere Benotung zu haben. Es gibt sowohl leichte, als auch mittelschwere und eben sehr schwere Trainingseinheiten. Als Vorlage dienen dazu die Minispiele, die seit geraumer Zeit in jedem Fifa-Ableger vor dem Anpfiff als Ladebildschirm dienen. Erfolgreich abgeschlossene Trainingseinheiten geben den Spielern eine Aufbesserung ihrer Attribute und somit ist es sogar möglich, die Leistung seiner Spieler individuell anzupassen. Für den Mehrspielerpart ist hingegen die Draft-Variante die größte Neuerung, wobei man sich hier die Inspiration bei Madden NFL 16 abschaute. Hier werden wir in ein Losverfahren geschickt, in welchen wir für jede Position im Kader aus fünf teilweise guten Spielern wählen dürfen. Was zunächst sehr interessant klingt, trägt zugleich aber auch den größten Kritikpunkt mit sich. Diese Auswahl an Spielern hält sich nämlich nur für vier Partien – danach brauchen wir 15.000 Münzen oder 300 Fifa-Points, welche Echtgeld kosten, für einen weiteren Draft-Versuch. Wenn wir schon bei den negativen Punkten stehen bleiben, müssen wir auch hervorheben, dass wir den Eindruck haben, dass Fifa in Sachen Grafik, Animation und Fangesänge dieses Jahr auf der Stelle tritt und es keine auffälligen Neuerungen gibt. Somit müssen wir Punkte dafür abziehen, dass sich in diesem Jahr technisch einfach nicht viel getan hat und der Fokus des Entwicklerstudios wohl auf dem Karrieremodus lag.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der Xbox-One-Fassung): Viele haben im Voraus kritisiert, dass Fifa 16 mit Frauenfußball auf den Markt geschmissen wird. Ich hingegen spiele mit Freunden eigentlich fast nur noch mit den Damenmannschaften, da diese im neuen Fifa mir am meisten Spaß bereiten. Es ist einfach etwas Neues, mit eigener Dynamik auf den Platz zu treten und überraschenderweise wohl die Innovation, die ich viele Jahre unbewusst vermisst habe. Aber Fifa ist und bleibt eben eine klasse Fußballsimulation, mit der ich seit Jahren viel Spaß habe. Gerade die Veränderungen im Karrieremodus sind auf mich zugeschnitten, da ich mit diesem Spielmodus die meiste Zeit verbringe. Die Trainingseinheiten geben mir das Gefühl, meine Spieler besser auf mein Spielbedürfnis entwickeln zu können und auch die Turniere machen mir viel Spaß, wohingegen ich die alten Freundschaftsspiele nur übersprungen habe. Für das nächste Jahr wünsche ich mir schließlich nur noch eine Verbesserung am Scouting und ein überarbeitetes Transferfenster, um wunschlos glücklich zu sein. Wobei mehr Frauenfußball-Lizenzen ebenso eine feine Sache wären. Electronic Arts, denkt bitte darüber nach!

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Fifa 16!

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