Review: Final Fantasy XIV: Heavensward

Final Fantasy XIV - Heavensward (1)Vor zwei Jahren haben wir Final Fantasy XIV: A Realm Reborn einem ausführlichen Review unterzogen. Erweitert wird das Online-Rollenspiel mit Final Fantasy XIV: Heavensward, das uns zusammen mit vorherigen Updates abermals wochenlang an den Monitor gefesselt hat.

Final Fantasy XIV - Heavensward (2)Seit den Geschehnissen in A Realm Reborn ist viel passiert. Um die Ausgangslage von Heavensward nachvollziehen zu können, muss zwangsweise die gesamte Haupthandlung durchgespielt sein. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Die Geschichte von Heavensward führt die Story nach dem letzten Inhaltsupdate fort. Wer nicht gespoilert werden will, sollte tunlichst vermeiden, diesen Absatz jetzt weiterzulesen. Wir fassen zusammen: Die Außenpolitik der Eorzäischen Allianz kann man nicht gerade als geglückt bezeichnen. Gespräche mit dem Garleanischen Imperium verliefen ins Leere, sodass zu den Waffen gegriffen werden musste, um die Ultima-Waffe zu vernichten. Das Imperium ist dadurch natürlich nicht besiegt, doch können sich die drei Stadtstaaten Ul’dah, Limsa Lominsa und Gridania sich nun den Problemen im Inneren widmen. Insbesondere Ul’dah sieht sich mit gesellschaftlichen Problemen konfrontiert. Der Stadtstaat muss immer mehr Flüchtlinge aufnehmen. Während die amtierende Sultana gerne Unterstützung anbietet, sehen das die Funktionäre in ihrem Stab größtenteils anders. Während die Flüchtlinge also vorerst ins freie Geisterzoll abgeschoben werden, planen hinter den Mauern des Palastes durchtriebene Mächte die Absetzung der Sultana, welche mit deren Ermordung endet. Der Tod der Sultana wird dem Bund der Morgenröte angehängt.

Neue Verbündete und uralte Gegenspieler

Final Fantasy XIV - Heavensward (3)In Heavensward operieren wir zunächst aus dem Exil im frostigen Coerthas heraus. Während die meisten unserer Freunde nach der Flucht aus dem Palast in Ul’dah noch als vermisst gelten, müssen wir uns einer neuen Bedrohung konfrontiert sehen. Im Norden, also jenseits des bisher verschlossenen Tores des Stadtstaates Ishgard, tobt seit tausenden Jahren ein Zwist zwischen Drachen und Bewohnern der Stadt. Dadurch, dass wir im Süden des Kontinents ohnehin nichts ausrichten können, beschließen wir gen Norden zu ziehen, um unseren neuen Freunden aus dem Hause Fortemps zu unterstützen. Die Drachen sind jedoch nicht die einzigen, welche Ishgard bedrohen. Zu den weiteren Gefahren zählen die Häretiker und die päpstliche Kurie, deren wahres Gesicht wir im Lauf der Geschichte enttarnen. Während wir im Verlauf der Handlung ein paar Mal in unsere Heimat zurückkehren, bemerken wir sehr wohl, dass das Imperium mit einem neuen Kaiser an der Spitze zurückschlagen will, die Primae nach wie vor eine Bedrohung darstellen und auch die Ascians ein Interesse daran haben, uns von unseren Zielen abzubringen. Hier merkt man sehr, wie viel Herzblut die Entwickler in das Universum stecken, um es stetig vielseitig, spannend und interessant zu gestalten. Einziger Wermutstropfen dabei: Viele Fragen aus dem Hauptspiel bleiben nach wie vor unbeantwortet.

Geboren als Flüchtling und leichter Job-Einstieg

Final Fantasy XIV - Heavensward (4)Die wichtigsten Neuerungen von Heavensward dürften neben den neuen Gebieten wohl die neu eingeführte Ethnie und die neuen Jobs sein. Die Rasse Au Ra unterteilt sich in die beiden Volksstämme Raen und Xaela, deren Hintergrundgeschichte über deren Heimat sehr interessant ist. Schade ist jedoch, dass wir diese bisher noch nicht zu Gesicht bekommen haben und in nächster Zeit auch nicht werden. Der Grund dafür ist klar: Teile des Kontinents Othard, wo die Heimat der Au Ra liegt, sind vom Feind besetzt. Wir hoffen, dass die Entwickler in Zukunft daran arbeiten, die Story des Spiels in die östlichen Teile der Spielwelt zu verlegen, um der neuen Rasse eine wichtige Bedeutung zu zuführen. Des Weiteren haben wir in Heavensward die Möglichkeit, eine der drei neuen Jobs Astrologe, Maschinist und Dunkelritter auszuprobieren. Um eine der drei Jobs zu erlernen, ist nicht sehr viel Arbeit nötig. Sobald man Ishgard betreten darf, kann man sich den entsprechenden Gilden einfach anschließen und die neuen Jobs auf der dreißigsten Stufe beginnen. Das ist in Anbetracht frührer Berufe nur mehr als fair, da man für diese zwei Klassen viele Erfahrungspunkte sammeln musste. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass man alle Quests der Haupthandlung von A Realm Reborn zwangsweise abgeschlossen haben muss – sonst bleibt das Tor von Ishgard geschlossen.

Himmelwärts!

Final Fantasy XIV - Heavensward (5)Eine weitere Neuerung in Heavensward sind die Reittiere. In den neuen Gebieten können wir so genannte Windätherquellen aufspüren. Entweder lokalisieren wir diese über einen extra für diese Suche eingeführten Kompass oder wir müssen bestimmte Quests erledigen. Erst wenn wir alle Windätherquellen aufgespürt haben, können wir im neuen Gebiet auch mit Chocobo, Greifen, Luftschiff oder Drache herumfliegen. In den alten Gebieten hat man dieses System nicht eingeführt, was wir besonders bei so mancher Rückkehr in die alten Gebiete vermissen. Effektiv haben wir jedoch erst in den letzten zwei bis drei Spielstunden beim Absuchen des Gebietes etwas davon – es sei denn wir kehren später mit einer anderen hochstufigen Klasse zurück, um schneller zu den Einsatzorten von den neuen Großbriefen oder Fate-Ereignissen zu gelangen. Schließlich muss der Spielcharakter im Lauf der Handlung auf die sechzigste Spielstufe gelangen, denn diese ist die neue Obergrenze für den Charakter beziehungsweise die Klassen und Jobs, die er ausübt. Auf jeden Fall gefällt uns das Fliegen sehr, auch wenn wir wie bei früheren Reittieren Geschwindigkeitsunterschiede vermissen. Ansonsten bleibt im nicht alleine lauffähigen Add-on vieles unverändert. Nach wir vor nehmen wir Aufträge von den Bewohnern von Eorzea an, erfüllen diese und kassieren anschließend die Belohnung.

Himmlischer Soundtrack

Final Fantasy XIV - Heavensward (6)Es winken neben Erfahrungspunkten und Gil, die Währung des Spiels, viele Objekte und Ausrüstungsgegenstände, mit denen wir unsere Charaktere personalisieren beziehungsweise verbessern können. Unsere Weißmagierin hat sich genauso sehr wie wir über jede kleine Aufmerksamkeit auf dem Weg zur sechzigsten Spielstufe gefreut – schließlich wollen auch im Endgame noch Primae bekämpft und Dungeons durchforstet werden, um Allagische Steine der Juristik zu sammeln und diese im Ort Froheheide gegen neue Ausrüstung einzutauschen. Auf der technischen Seite hat sich Final Fantasy XIV ebenfalls verbessert, zumindest in der PC-Fassung. Mittlerweile unterstützt der Titel auch DirectX 11, was sich vor allem bei der Performance bemerkbar macht. Die Bildwiederholungsrate geht auf unserem Testrechner weniger oft in die Knie, als es noch vor zwei Jahren bei gleichen Grafikeinstellungen der Fall war. Animationen und vor allem Effekte sehen wirklich toll aus. Nur Texturen wirken aus der Ferne noch immer etwas angestaubt. Die Akustik müssen wir aber nach wie vor bemängeln. In zwei Jahren hat man genügend Zeit gehabt, alle wichtigen Dialoge zu vertonen. Das ist nach wie vor nicht der Fall. Dafür bietet Heavensward einen der stärksten Soundtracks der gesamten Seriengeschichte, fast ohne Zutun von Nobuo Uematsu. Unglaublich, aber wahr!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Zwei Jahre lang habe ich Final Fantasy XIV nicht angerührt. Entsprechend habe ich beim Testen des Add-ons viele neue Inhalte erleben können, die auch über die Updates des Spiels veröffentlicht worden sind. Unterm Strich komme ich mit dem Add-on also auf viele neue Gebiete, Dungeons, Primae-Kämpfe und vor allem Quests, welche die interessante und sehr spannende Haupthandlung fortführen. Nach dem Abspann darf ich mich aber nicht sofort Zurücklehnen, denn schließlich bietet auch das Endgame noch einige Inhalte, die ich mir nicht entgehen lassen möchte. Außerdem verspüre ich den Drang, die neuen Jobs auszuprobieren. Das Online-Rollenspiel versprüht – wie man liest – nach wie vor eine unglaubliche Anziehungskraft auf mich. Ich mag die Spielwelt mit ihren vielen Persönlichkeiten, die Menschen, die ich im Verlauf des Abenteuers kennenlerne und vor allem der Soundtrack, der mich auch abseits des Spielens in meinen Gedanken begleitet. Zwar gibt es ein paar Stücke aus den früheren Final-Fantasy-Spielen, die aus der Feder von Nobuo Uematsu stammen und für den Titel optimiert worden sind, doch auch neue Kompositionen sind enthalten und lassen einen nicht mehr los. Wer das Hauptspiel bereits mochte und unbedingt mehr will, sollte sich das Add-on definitiv zulegen. Mit dem Kauf sollte man aber so lange warten, bis man die Update-Reihe zu A Realm Reborn abgeschlossen hat, denn ohne das Abschließen der Quests der Hauptreihe, hat man so gut wie gar nichts von der Erweiterung. Ein Manko, dass sich Square Enix bei einem nicht alleine lauffähigen Add-on zwangsweise gefallen lassen muss. Dadurch wirkt Ishgard oberflächlich im Vergleich mit den anderen drei Stadtstaaten wie eine Geisterstadt. Trotzdem möchte ich noch einmal betonen, dass das geschlossene Tor Ishgards vor allem an der Story liegt und ohne diese Handhabung nur schwerlich möglich wäre. Wer über diese Schritte hinwegsehen kann, kommt um Final Fantasy XIV: Heavensward definitiv nicht herum!

Vielen Dank an Square Enix für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Final Fantasy XIV: Heavensward!

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