Review: The Garden of Sinners: Film 3-4

The Garden of Sinners Film 3-4 (1)Die zweite Volume der bereits dritten Veröffentlichung von The Garden of Sinners beinhaltet auf einer Blu-ray Disc den dritten und vierten Teil der Anime-Filmreihe. Kara no Kyōkai, wie der Originaltitel des Animes lautet, paralysiert und hypnotisiert uns auch mit diesen Filmen.

The Garden of Sinners Film 3-4 (2)Zeitlich ist der dritte Film, Verbliebener Sinn für Schmerz, vor dem ersten, aber nach dem zweiten und vierten Ableger angesiedelt. Die drei Charaktere Ryōgi Shiki, Kokutō Mikiya und Aozaki Tōko werden erneut mit einer mysteriösen Mordserie konfrontiert. Im Zeichen der Ermittlung steht Asagami Fujino – eine junge Schülerin, welche noch nie in ihrem Leben das Gefühl des Schmerzes empfinden konnte. Eines Tages wird sie von einer Gruppe junger Männer vergewaltigt und spürt bei der physischen Gewalt, welche ihr dabei zugefügt wird, zum ersten Mal Schmerzen. Am Tag darauf werden die jungen Männer qualvoll zugerichtet, sowie mit herausgerissenen Armen und Beinen, tot aufgefunden. Shiki ahnt, dass die Mörderin vom gleichen Schlag sein muss, wie sie selbst. Eine Jagd beginnt, bei der Mikiya nicht ganz unbeteiligt ist. Das obskure Spiel vermischt die Grenzen zwischen richtigen und falschen Entscheidungen. Welche Rollen Opfer und Täter wirklich einnehmen, ist auch beim dritten Ansehen des Animes alles andere als eindeutig aufzufassen. Im dritten Film der Reihe kommt der Mystery-Ansatz etwas mehr zur Geltung als im vorherigen Teil. Zarte Gemüter sollten sich aber im Klaren darüber sein, dass mittlerweile nicht mehr mit Blut gegeizt wird und Themen wie Vergewaltigung behandelt werden. Die Geschichte wirkt dadurch realitätsnaher.

Zwischenmenschliche Beziehungen

The Garden of Sinners Film 3-4 (3)Der vierte Film hingegen ist chronologisch als zweites Kapitel einzuordnen. Wir erleben, wie Shiki ins Krankenhaus eingeliefert wird und im Juni 1998, zwei Jahre später, aus dem Koma erwacht. Sie bemerkt, dass etwas mit ihren Augen nicht stimmt und erblickt Schreckliches, was normalen Menschenaugen eigentlich verwehrt bleibt. Als sie dem psychischen Druck unterliegt, versucht sie, ihre eigenen Augen auszustechen. Daraufhin wird ihr jeglicher Besuch von Freunden verwehrt. Mikiya wird nicht zu ihr vorgelassen. Im vierten Film, Der leere Tempel, trifft Shiki allerdings zum ersten Mal auf Tōko, welche sich als Logopädin ausgibt, um zu Shiki vorgelassen zu werden. Allerdings hat sie nicht das geringste Interesse daran, sich Shikis Sprechvermögen anzunehmen. Stattdessen fördert sie Shikis dunkle Seite, damit sie die ihr gegebene Gabe sinnvoll einsetzen kann. Das Freundschafts- und Arbeitsverhältnis zwischen den beiden Charakteren nimmt hier ihren Anfang und wird vor in den chronologisch später angesetzten Filmen entsprechend vertieft. Dieses Mal wird der Mystery-Fakot wieder etwas reduziert, um in der düster gestalteten Welt Platz für emotionale und zwischenmenschliche Beziehungen zu lassen. So erfahren wir im vierten Film vor allem ein paar Hintergründe über Tōko und wie diese mit anderen Personen, insbesondere Mikiya und Shiki, umgeht.

Korrigierte und unkorrigierte Fehler

The Garden of Sinners Film 3-4 (4)Wie bei den vorherigen Teilen müssen wir sagen, dass die optische Brillanz im Anime-Sektor ihresgleichen sucht. Allerdings sind auch der dritte und vierte Film nicht sonderlich gut für die Blu-ray-Fassung optimiert. Dies haben wir schon bei der Premium Box kritisiert und eine Überarbeitung fand deshalb, wie erwartet, auch bei der zweiten Volume der dritten Veröffentlichung nicht statt. Trotzdem sollte man sich davon nicht irritieren lassen. Egal ob Mikiya durch den Regen streift oder Shiki in einem Lokal für Unruhe sorgt – der Stil des Anime ist durchweg stimmig und vermittelt vor allem wegen dem gelungenen Soundtrack eine hervorragende Atmosphäre, die man so nur in wenigen Anime erlebt. Während dieser bei den ersten beiden Veröffentlichungen auf einer gesonderten CD beilag, fehlt dieser bei der Drittveröffentlichung. Anderes digitales Bonusmaterial gibt es nicht. Die sehr guten deutschen und japanischen Synchronsprecher entschädigen dafür. Besonders Christin Marquitan möchten wir loben, da sie Tōko die für die Handlung relevante Stimmenverstellung wunderbar kontrolliert. Löblich ist außerdem, dass der oft kritisierte Fehler der Laufzeit bei der DVD-Fassung endlich korrigiert wurde. Der vierte Film wird nun tatsächlich mit 46 Minuten Laufzeit angegeben. Der dritte Teil der Reihe bietet hingegen unverändert 58 Minuten gelungene Laufzeit.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Beim wiederholten Male der ersten beiden Episoden habe ich festgestellt, dass sich diese Folgen gefühlt in die Länge ziehen können. Dies ist beim dritten und vierten Serienteil nicht mehr der Fall, denn trotz unchronologischer Reihenfolge (bis hierhin) merkt man, dass die Reihe mit jedem Film an Qualität und Tiefgang gewinnt. In beiden Filmen steht aus der Riege der Hauptcharaktere eindeutig Ryōgi Shiki im Mittelpunkt. Während ich in einem Film erfahre, wie Shiki zu Shiki geworden ist, bietet mir der andere Film die Antwort auf die Frage, warum sich Shiki so anders verhält. Der Anime gehört nach wie vor zu meinen Lieblingswerken der japanischen Animationswelt. Wer schon die ersten beiden Filme verschlungen hat, kann dies auch mit der zweiten Volume machen – schließlich bieten beide Filme zusammen die Vorarbeit für die nächsten drei Filme, in denen sich der Konflikt zuspitzt. Wer den Anime weiter verfolgt, wird definitiv belohnt werden!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Garden of Sinners: Film 3-4!

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