Special: Faszination Monster Hunter

Faszination Monster Hunter (1)Wenige Spiele polarisieren so sehr wie Monster Hunter – manche Spieler investieren unsäglich viel Zeit in das angeblich doch immergleiche Spielsystem, während bei anderen schon allein der Name für Müdigkeitserscheinungen sorgt.

Faszination Monster Hunter (2)Manche Rollenspielgiganten rühmen sich schnell und ungeniert, falls ihr Spiel tatsächlich die Fünfzig-Stunden-Marke knacken sollte. Ableger der Monster-Hunter-Reihe laufen bei vielen Spielern aber auch gerne einige hundert Stunden lang über kleinen und großen Bildschirme – und das ganz ohne groß inszenierter Geschichte, die konstant den Aufmerksamkeitspegel oben hält! Ähnlich wie in der Pokémon-Serie gibt es auch bei der Monster-Hunter-Reihe abgegrenzte Generationen, in denen mehrere Spiele erscheinen können. Mit ominösen Anhängseln wie Freedom, G oder Ultimate – nach denen Fans schon die Uhr stellen können – erscheinen auf der Basis desselben Spiels mehrere Ableger, die innerhalb einer Generation auch bestimme Erkennungsmerkmale besitzen. Was auf den ersten Blick nach direkter Geldmacherei aussieht, ist in Wirklichkeit Grundlage unserer westlichen Monster-Hunter-Erfahrung, denn besonders von den ersten Generationen haben wir in Amerika und Europa nicht allzu viele Spiele gesehen. Monster Hunter 4: Ultimate ist zum Beispiel unser erster Kontakt mit der vierten Generation, während die Japaner das Originalspiel schon im Jahr 2013 erleben konnten. Auch die Verkaufszahlen spiegeln klar den Interesse-Gradienten wieder, den wir zwischen den unterschiedlichen Orten auf der Welt haben.

Geldregen

Faszination Monster Hunter (3)In Japan gehört die Marke Monster Hunter ohne Zweifel zu den größten und erfolgreichsten auf der Insel. Die Verkäufe nehmen pro Generation steigend zu, insgesamt ist die Marke von den dreißig Millionen verkauften Einheiten nicht mehr weit entfernt. Besonders der finanziell angeschlagene Konzern Capcom profitiert davon am meisten, sodass wir uns nicht wundern sollten, wenn die Firma auch in Zukunft auf dieses Pferd setzen wird. Hier im Westen ist die Serie seit jeher auf einem aufsteigendem Ast. Von der Finanzperspektive her gesehen, kommt aus Japan allein trotzdem noch das meiste Geld. Darüber hinaus gibt es wirklich nur wenige Videospielserien, die die Reihen so sehr spalten wie Monster Hunter. Extreme Begeisterung trifft bei anderen Spielern nicht selten nur auf Kopfschütteln und unverständliche Blicke. Es ist doch völlig normal, knapp tausend Stunden in sein Lieblingsspiel zu investieren, würde ein wahrer Monster-Hunter-Fan den Abgeneigten entgegnen. Die Sammelwut packt natürlich nicht jeden Spieler gleichermaßen, aber vielleicht liegt es sogar am steinzeitlichen Setting, wodurch manche Menschen vom Jagen und Sammeln einfach nicht genug bekommen können. Diesen Tätigkeiten sind wir schließlich allen mal nachgegangen; ob bei manchen Personen die genetische Veranlagung der Grund zur Liebe für Monster Hunter ist, ist natürlich fraglich.

Jagd-Routine

Faszination Monster Hunter (4)In den Spielen macht es aber auch immer Sinn, einfach alles einzusacken, bis die Taschen dem Platzen nahe sind. Nach getaner Arbeit erwartet dann allen Spielern das wohlige Gefühl, die hart verdiente Jagdausbeute im Camp aufzuarbeiten: Also einem bestimmten Tageszyklus nachzugehen, die Nichtspielercharaktere abzuklappern, für das leibliche Wohl zu sorgen, sich in manchen Ablegern um seinen privaten Garten und anschließend natürlich auch um die Felyne und andere Haustiere zu kümmern. Der spielerische Ansatz wie er in Animal Crossing oder Harvest Moon in voller Gänze zelebriert wird, stößt auch hier in Monster Hunter auf großen Anklang. Diese Spiel-im-Spiel-Elemente sorgen für entsprechende Abwechslung. Kämpfe in Monster Hunter sind ja bekanntlich erst vorbei, nachdem einiges an Zeit und Nerven investiert wurden, der entspannende Gegenpart tut da erst recht besonders gut. Haben wir dann nach langer Arbeit alle Gegenstände erfolgreich abkassiert und bei unterschiedlichen Händlern und Schmieden weiterverarbeitet, sind die Früchte unseres Schweißes auch tatsächlich schön anzusehen. Die fantasiereich gestalteten Ausrüstungsgegenstände und vor allem Waffen schillern in allen Farben und sind besonders in Aktion wirklich ein Schmaus für die Augen, erst recht am eigenen Leib. Da kann man tatsächlich wirklich stolz auf sich sein!

Monströse Modenshow

Faszination Monster Hunter (5)Um an dieser Freude auch andere Mitspieler teilhaben zu lassen, ist der Online-Modus die beste Wahl. Durch immer bessere Ausrüstungen und Fähigkeiten steigt das Verlangen im direkten Vergleich mit befreundeten Mitstreitern ins Unermessliche. Daneben gibt es zum Beispiel die Gildenkarten, auf denen jederzeit eingesehen werden kann, wie die anderen denn so abschneiden. Spätestens bei der nächsten gemeinschaftlichen Jagd bekommt man dann demonstriert, was man alles noch aufzuholen hat. Zunächst muss das Spiel natürlich seine magische Faszination auf einen ausüben, bevor das menschliche Individuum diese schon an Arbeit grenzenden Aufgaben angeht. Selbst wenn das Setting und vor allem die Figuren alle einen ironischen Schlag abbekommen haben, meistern sich die Spiele nur mit gutem Humor nicht von allein. Die konstant fordernder werdenden Gegner bilden dabei den einen Teil, für den anderen sorgen doch die eigentümlichen Bewegungs- und Steuerungskonventionen von Monster Hunter. Wie manche anderen japanischen Videospielserien spielt es sich sehr einzigartig, in dem Fall durchaus träge. Die Entwickler machen auch wenig bis keine Anstalten, dies zu ändern. Der simulationsartige Ansatz, der zum Beispiel erfordert, dass die Waffen vor dem Zugriff auf Items erst einmal in einer anstrengenden Animation weggesteckt werden muss, erwartet zunächst etwas Umdenken und eine selbst gewollte Lernbereitschaft.

Solide Grundwerte

Faszination Monster Hunter (6)Hat man als Spieler dann erst einmal die Startschwierigkeiten gemeistert, ist auch schon die Grundlage der Monster-Hunter-Motivation geschaffen. Ein Erfolgserlebnis jagt das nächste. Selbst die kleinen Dinge bringen einem im großen und ganzen immer einen Schritt weiter. Sobald der Spieler das erkannt hat, können ihn auch zeitintensive Rückschläge nicht mehr behindern. Zieht er einmal zu oft gegen einen Gegner den Kürzeren, ist das auf der anderen Seite immer noch eine lehrreiche Erfahrung mehr, die zum Weitermachen bewegt. Diejenigen, die allerdings nicht den richtigen Start hinlegen, werden schnell frustriert. Selbst wenn damit potentiellen Spielern an den Kopf gestoßen wird, ist die Serie ja hauptsächlich in Japan ein Hit. Eine direkte Verwestlichung streben da viele Entwickler nicht an, was aber im Grunde auch gut ist. Wie und vor allem wohin sich manche Videospielserien in den letzten Jahren verfahren haben, dürfte kaum einem Spieler entgangen sein, genug Beispiele werden aus dem Hause Capcom selbst auch geliefert. Da ist es besonders wichtig, dass sich manche Reihen in ihren Grundsätzen stets treu bleiben, auch wenn sich kontinuierlich natürlich irgendwas ändern wird. Gemocht wird es schließlich trotzdem immer noch von vielen und das ist doch das Wichtigste.

Geschrieben von Jonas Maier

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