Review: Mini Metro

Mini Metro (1)Der Fernverkehr verbindet unsere Städte, doch ohne Straßen- und Untergrundbahnen wären wir, an unserem Reiseziel, angekommen sicherlich aufgeschmissen. Die Metropolen der Welt würden im Buschaos versinken. Abhilfe schaffen wir mit der Simulation Mini Metro.

Mini Metro (2)Kaum haben wir Mini Metro gestartet, landen wir auch gleich im laufenden Spiel. Texte mit irgendwelchen Erklärungen, wie Mini Metro gespielt wird, suchen wir vergeblich. Stattdessen möchte uns der Titel intuitiv an die Spielmechaniken heranführen. Was zunächst nach kaum verständlicher Symbolik aussieht, ist nach wenigen Minuten mit Mini Metro erlernt. Auf der Übersichtskarte beziehungsweise der Spielfläche, finden sich diverse geometrische Formen, die jeweils eine Bahnhaltestelle symbolisieren. Nun müssen wir diese Formen wie verschiedenfarbigen Linien verbinden. Solche Linien stellen zugleich die Bahnverbindungen dar. Wir können die Bahn im Kreis fahren lassen oder lineare Strecken konstruieren. Wichtig ist nur, dass wir die Passagiere an den Haltestellen allesamt transportieren, bevor die Stationen zu überfüllt und wir unseren Job los sind. Die Passagiere werden neben den Symbolen für die Haltestellen identisch markiert. Unser Ziel ist, beispielsweise einen Dreieck-Passagier zu einer der nächstmöglichen Dreieck-Haltestellen zu transportieren. Dabei müssen wir geschickt vorgehen, da der Weg von der Arbeit nach Hause und umgekehrt wie in der Realität oft nur mit Umsteigen zu erkaufen ist. Hinzukommt, dass sich im Verlauf einer Partie die Form einer Haltestelle verändern kann das Schienennetz deshalb ständig umgeplant werden muss.

Weltweites Vergnügen

Mini Metro (3)Mini Metro motiviert uns, das Netzwerk ständig umzugestalten und zu überarbeiten, da wir alle sieben kurzen Spieltagen mit zusätzlichen Zügen, Wagons, ganzen Linien und Brücken beziehungsweise Tunneln belohnt werden. Die Herausforderung steigt also in jeder Partie zusätzlich zum Schwierigkeitsgrad an. Dieser ist wiederum abhängig davon, in welcher Stadt wir das Netzwerk planen. Mit London, Paris, Berlin, New York City, Melbourne, São Paulo, Sankt Petersburg, Ōsaka, Hongkong und Kairo stehen uns zehn Städte und zusammen mit dem Ballungsraum Auckland gar elf verschiedene Schauplätze zur Verfügung. Da das Ziel in jedem Level relativ schnell erreicht ist, verbringt man meistens nur fünfzehn Minuten mit der Planung, um sich anschließend dem nächsten Schienennetz zuzuwenden. Abhilfe schafft da der Endlosmodus, in welchem Haltestellen nicht überfüllt werden können oder auch der Extremmodus, in welchem sich einmal gelegte Schienen nicht mehr verändern lassen. Mini Metro bietet sowohl für Anfänger, als auch für Experten genug Unterhaltung. Da der Titel nur geringe Hardware-Anforderungen hat, sollte er auf deutlich älteren PCs problemlos laufen. Erkauft wird der Zugang zu dieser breiten Käuferschicht mit einer steril-minimalistischen Optik und einem ebenso passenden Soundtrack. Ranglisten stellen den Mehrspielermodus dar.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Mini Metro spricht mich vor allem durch seine minimalistische Darstellung an. Viele Simulationen versuchen mit modernen Grafiken zu bestechen und scheitern fast jedes Mal daran. Das Konzept von Mini Metro ist auf solchen Schnickschnack auch gar nicht angewiesen. Vordergründig versucht das Spiel mein Organisationstalent auf die Probe zu stellen. Während ich bei den ersten Versuchen in Mini Metro noch an meinem eigenen Chaos scheitere, ändert sich das mit jeder neuen Spielrunde. Schnell lerne ich, wie ich die Bahnlinien am besten verlegte, um meine Passagiere möglichst schnell von einem Ort zum anderen zu bringen. Der Umfang des Spiels fällt mit circa drei bis vier Stunden Einmalspielzeit zwar nicht gerade groß aus, doch durch zusätzliche Bahnlinien, Züge und Wagons bietet mir der Titel auch längerfristig genug Motivation, damit ich immer mal wieder in das Spiel eintauche – vor allem der Endlosspiel- und Extremmodus ermöglichen mir, entweder abzuschalten oder unmenschliche Herausforderungen zu meistern. Auch wenn mir diese Modi sehr viel Spaß machen, hätten dem Spiel ein paar mehr Besonderheiten gut getan. Gerne hätte ich mehr Abwechslung in Form des Shinkansen wie in der Ōsaka-Aufgabe gesehen. Zudem ist es schade, dass der Mehrspielermodus das Messen mit anderen Spielern in Form von Ranglisten darstellt. Hier wäre sicherlich mehr möglich gewesen. Trotzdem muss man Simulationen nicht mögen, um Spaß zu haben, denn für die Mittagspause oder sogar mittellange Bahnfahrten ist Mini Metro ein wunderbarer Snack für den grauen Alltag.

Vielen Dank an Deep Silver für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Mini Metro!

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