Review: Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 10)

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 10 (Re-Cut) (1)Zehn Jahre nach Beginn der Hellsing-Saga schließt sich endlich auch bei uns das letzte Kapitel der einzigartigen Horror-Anime-Serie aus Japan. Vor seinem Abschied lässt es Vampir Alucard allerdings noch einmal gehörig krachen. Das können wir uns nicht nehmen lassen!

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 10 (Re-Cut) (2)Nachdem zuletzt Hellsing: The Dawn mit seiner Spin-off-Attitüde primär Fans angesprochen hat, die wirklich alles aus dem Hellsing-Universum vom Mangaka Hirano Kōta erfahren wollen, bringt der zehnte Hellsing-Film nun endlich das lang erwartete Finale mit sich. Den letzten Auftritt der Nationalsozialisten gilt es für Alucard zu verhindern, allerdings wäre der hämische Major nicht der Anführer der letzten Mitglieder der Waffen-SS, wenn er nicht noch ein paar Asse im Ärmel hätte. Erneut entflammen inmitten der Ruinen des verwüsteten Londons Scharmützel der Superlative, die nun im letzten Film bedingungsloser denn je abgefeiert werden können. Nach den sehr brutalen und ermüdeten Kämpfen in den Filmen zuvor, befinden sich alle Beteiligten in einem ausweglosen Stadium, das keinen Rückzieher mehr erlaubt. Zuschauer dürfen sich also auf genauso übertriebene wie ergreifende Szenen einstellen, welche die gesamte Bandbreite der menschlichen Emotionen abdecken. Ebenso besticht auch der Soundtrack des Animes mit einer schönen Vielfalt. Auch nach zehn Filmen macht es immer noch viel Spaß, den stimmigen Tracks von Matsuo Hayato zu folgen, der sein Talent schon in vielen Anime und Videospielen zuvor, darunter im legendären Videospieltitel Shenmue und einigen Ablegern der Dragon-Quest-Reihe, bewiesen hat.

Monster gegen Mensch

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 10 (Re-Cut) (3)Animationstechnisch wurden von Studio Graphinica noch einmal alle Geschütze aufgefahren, viel interessanter für alle Beteiligten ist aber natürlich der finale Verlauf der Erzählung. Hirano Kōta schließt seine Story nicht in gewöhnlicher und erwartungsgemäßer Weise ab, wie man es vielleicht von einer Geschichte erwarten würde, die sich um das altbekannte Thema vom Kampf Gut gegen Böse dreht. Solch ein befriedigendes Ende, das weder einfältig noch künstlich aufgeblasen erscheint, sehen wir nicht alle Tage. Noch einmal positiv herauszuheben sei auch die Synchronisationsarbeit von Torsten Münchow und Gerhard Jilka, die euch den gegenseitigen Hass und die Verachtung von Alucard und dem Major fast schon spürbar in eure Wohnzimmer transportieren. Nach zehn Filmen sehen wir mit einem halb lachenden und halb weinendem Auge diesen und den vielen anderen ikonischen Figuren hinterher, mit denen jede Sekunde auf der Mattscheibe Spaß gemacht hat. In der Regel wird jeder mit der japanischen Audiospur mindestens genauso gut unterhalten, wie mit der deutschen, weswegen wir euch durchaus ermutigen, während dem Schauen einmal ab und zu hin und her zu schalten, um für sich selbst die bessere Option zu ermitteln. Wer über den Anime hinaus Interesse an Hellsing hegt, kann sich zumindest auf den Manga zu Hellsing: The Dawn freuen, der noch veröffentlicht wird.

Erinnerungswürdiges Finale

Hellsing Ultimate OVA, Vol. 10 (Re-Cut) (4)Stilistisch kommt im letzten Film auch noch einmal alles zusammen, was das Franchise ausmacht. Die skurrilen Darstellungsformen der Figuren finden hier ihren Höhepunkt. In einer Welt, in der jeder Mensch in langen Mänteln mit verspiegelten Sonnenbrillen, weißen Mickey-Maus-Handschuhen, sowie einem extrovertierten manischen Komplex im Kopf herumgeistern, ist auf jeden Fall für stilistische Unterhaltung gesorgt. Daneben scheint jedermann einen Fetisch für fette, glänzende und eindrucksvoll mit religiösen Phrasen verzierte Waffen zu haben. Das Finale wird auch dank der Laufzeit von siebzig Minuten in einer ansehnlichen Länge ausgefochten – ohne, dass uns langweilig wird! Danach lohnt sich der Blick in das Mediabook, das mit den bisher interessantesten Informationen auftrumpfen kann. Geboten wird zum einen eine chronologische Nacherzählung von Alucards (also Draculas) Werdegang in der Geschichte der Menschheit – beginnend im 15. Jahrhundert. Und zum anderen wird uns auf drei Seiten die Entstehungsgeschichte vom Hellsing-Ultimate-Projekt geschildert, mit dem kleinen Kniff, dass diese nicht etwa sachlich, sondern höchst sarkastisch und perfide erzählt wird, was den Schluss nahe legt, alle Beteiligten an Hellsing seien vollkommen irre – was immer noch nicht auszuschließen ist.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas’ Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der letzte Film lieferte den Showdown mit allen großen Figuren und auch Eigenschaften der Filmserie. Zu sehen, wie alle verbleibenden Figuren im letzten Kapitel noch einmal aufeinander treffen, ist ein Heidenspaß, der noch ein letztes Mal die Freunde brachialer Action gepaart mit surrealer Inszenierung befriedigt. Der Humor kommt im letzten Film ebenfalls nicht zu kurz. Diese ungewöhnliche Mischung geht auch im letzten Akt von Hirano Kōta erstaunlich gut auf. Hellsing Ultimate sollte sich also niemand entgehen lassen, der mit dem Horror der etwas anderen Art etwas anfangen kann.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Hellsing Ultimate (Re-Cut, Vol. 10)!

© 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE (Abbildungen)

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