Review: Magic Kaito: Kid the Phantom Thief (Vol. 1)

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 1) (1)1988 hat der japanische Manga-Zeichner Aoyama Gōshō den Meisterdieb Kaito Kid erstmals auf die Populärkultur losgelassen. Seitdem stiehlt er in unregelmäßigen Abständen wertvolle Klunker. Im Jahr 2010 wurde der Manga schließlich zum ersten Mal als Anime umgesetzt.

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 1) (2)Es dauerte sechs weitere Jahre, bis Publisher Kazé Anime den Anime hierzulande auf Blu-ray und DVD veröffentlichen konnte. In Magic Kaito: Kid the Phantom Tief dreht sich alles um den titelgebenden Meisterdieb. Dieser trat zum letzten Mal vor acht Jahren ins Rampenlicht, verschwand dann jedoch spurlos. Hinter der Maske von Kaito Kid steckte früher der berühmte Zauberkünstler Kuroba Tōichi, der seiner Frau und seinem Sohn ein kleines Vermögen hinterlassen hat. Nach acht Jahren des Unwissens entdeckt sein Sohn Kaito durch einen Zufall eine geheime Kammer im Familienhaus. Hier findet er neben einem weißen Zylinder, einem weißen Unhang und einem Monokel auch viele raffinierte Kleinigkeiten, mit dem sein Vater auf die nächtlichen Raubzüge gegangen ist. Um das Verschwinden seines Vaters lüften zu können, erkennt er, dass er zum Ort des Geschehens zurückkehren muss. Wie es der Zufall weiterhin so will, versucht zur gleichen Zeit der ehemalige Assistent von Kaito Kid, Kōnosuke Jii, ein Juwel aus der fünfzigsten Etage eines Hochhauses zu entwenden. Auf dem Dach des Gebäudes angekommen, treffen die beiden Kaito-Kid-Nachahmer aufeinander. So und nicht anders erfährt Kaito, dass sein Vater wohl nicht verschwunden, sondern ermordet worden ist und der treue Jii dabei ist, den Mord mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aufzuklären.

Wahrung der Identität

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 1) (3)Da Kaito von seinem Vater alle möglichen Zaubertricks in Kindesalter beigebracht bekommen hat und er selbst ebenfalls an seinen Talenten feilen konnte, beschließt er, in die Fußstapfen seines Vater zu treten. Fortan übernimmt er die Rolle von Kaito Kid. Während er seine nächsten Diebstähle groß ankündigt und Ausstellungsstücke stiehlt, versucht er die Hintergründe über den Mord an seinem Vaters zu erfahren und das Mysterium zu lüften. Spätestens nach dem Diebstahl des Juwels ist auch die Polizei wieder hinter Kaito Kid her. Angeführt von Kommissar Nakamori Ginzō machen die Ordnungshüter ihm das Leben schwer. Auch wenn Kaito Kid mit seinen Zaubertricks eigentlich im Vorteil ist, bildet sich Nakamori ein, das Gesicht des Meisterdiebs schon einmal gesehen zu haben. Schließlich ist seine Tochter Aoka in Kaitos Schulklasse. In der zweiten Episode der Serie versucht er entsprechend das Geheimnis zu lüften. Für Kaito wird es also ganz schön knifflig, seine Identität zu wahren, während er mit Aoka angekettet im Kino sitzt und zeitgleich einen Raub umsetzen muss. In der dritten Folge der ersten Volume bekommt es Kaito Kid hingegen mit einer Prinzessin aus einem entfernten Fürstentum zu tun. Er will ihre Halskette stehlen, aber auch nur, um Kommissar Nakamori vor seinen Kollegen nicht bloßzustellen und Aoka lächeln zu sehen. Nett!

Entwicklung voller Dramatik

Magic Kaito - Kid the Phantom Thief (Vol. 1) (4)Nett ist ebenfalls die technische Gestaltung des Animes. Wir nehmen den Zeichenstil jederzeit angenehm wahr, da die Charaktere kontrastreich hervorstechen und durchgehend die Nähe zu den schön gezeichneten Hintergründen behalten. Teilweise wird dabei auch mit dreidimensionalen Umgebungen gearbeitet, die jedoch nicht sonderlich negativ auffallen und das Gesamtbild sogar etwas bereichern, da manche Szenen nur so die volle Dramatik entwickeln können. Akustisch wird der Anime mit passenden Musikstücken unterlegt, die hervorragend die Laune der Charaktere einfangen und die Situation beschreiben. Etwas enttäuscht sind wir hingegen von der deutschen Synchronisation. Die Synchronsprecher geben zwar ihr Bestes, doch reichen sie nicht an ihre japanischen Kollegen heran. Wer des Japanischen mächtig ist oder zumindest kein Problem hat, die zwangsweise eingeblendeten deutschen Untertitel (nur bei eingeschalteter japanischer Tonspur) zu lesen, sollte den Anime also unbedingt auf Japanisch anschauen. Da kommt dann auch die Situationskomik in vollem Maße zur Geltung – schließlich gibt es in Magic Kaito: Kid the Phantom Thief viel zu lachen. Wer sich die Erstauflage des Animes sichert, kommt auch in den Genuss eines Schubers, in dem in den nächsten Monaten die anderen drei Volumes ihren Platz finden. Der stabile Schuber ist streng limitiert.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Wer schon einmal von Kaito Kid gehört hat, wird ihn wohl nicht als eigenständige Manga-Figur kennen. Bei der sehr kurzen Manga-Reihe ist dies auch nicht verwunderlich, doch als Nebenfigur sollte Kaito Kid jedem Fan von Detektiv Conan ein Begriff sein. Schließlich kreuzen sich die Wege beider Hauptfiguren in dieser Serie gelegentlich. Obwohl ich damals die ersten Episoden von Detektiv Conan verschlungen habe, habe ich mein Interesse relativ schnell verloren und so ist Kaito Kid für mich eine ganze andere Erfahrung. Die ersten drei Episoden von Magic Kaito: Kid the Phantom Thief haben mir trotz des fehlenden Hintergrundwissens gefallen, denn das grundlegende Konzept bietet sehr viel Spielraum und man kann auch am Aufbau der verschiedenen Folgen erkennen, dass hier derselbe talentierte Manga-Zeichner am Werk war. Da die erste Anime-Adaption lediglich zwölf Episoden umfasst, kann man bereits in den ersten Episoden bemerken, dass die Handlung an manchen Stellen sehr gekürzt wirkt. Besonders der Auftakt hätte meiner Meinung nach mindestens in zwei Folgen aufgeteilt werden müssen. Trotzdem ist die Geschichte spannend und die Diebstähle interessant geschildert. Lediglich die Beweggründe des Hauptcharakters bleiben hinter meinen Erwartungen weit zurück. Ich hoffe sehr, dass die folgenden Volumes hier ein wenig mehr Licht ins Dunkle bringen werden. Wem also eine von Anfang an durchgehend verständliche und zugleich ausgeklügelte Serie wichtig ist, sollte sich zweimal überlegen, hier zuzugreifen. Fans von Detektiv Conan können schlagen bedenkenlos zu, um mehr über den Meisterdieb zu erfahren. Langweilig wird es mit dem nämlich nie!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Magic Kaito: Kid the Phantom Thief!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s