Review: Eureka Seven (Vol. 1)

Eureka Seven (Vol. 1) (1)Mecha- und Science-Fiction-Elemente werden in Anime und Manga häufig und gerne benutzt. Das Animationsstudio Bones nahm sich in den Jahren 2005 bis 2006 diese Bestandteile und ergänzte sie um Romantik-, Abenteuer- und Drama-Zutaten, um Eureka Seven zu kreieren.

Eureka Seven (Vol. 1) (2)Die Geschichte der fünfzigteiligen Anime-Serie dreht sich um den jungen Renton Thurston. Zu Beginn der Serie lebt er noch zusammen mit seinem Großvater, der als Mechaniker arbeitet, in der kleinen Ortschaft Bellforest. Renton ist jedoch alles andere als daran interessiert, ein Mechaniker zu werden und ist ebenso weit davon entfernt, ein fleißiger Schüler zu sein. Er strebt danach, ein Pilot wie sein verstorbener Vater Adroc Thurston zu werden und schwärmt von seinem Idol Holland Novak, der ebenfalls ein berühmter Pilot und Wellenreiter ist. Man darf nun aber nicht auf den Gedanken kommen, dass es sich hierbei um Surfen auf Wellen im klassischen Sinne handelt. Eureka Seven spielt ebenso auf einem entfernten Planeten wie in der Zukunft. Es ist möglich, mit bestimmten Boards im Wind zu surfen und so ist auch der Hauptcharakter des Animes regelrecht von dieser Sportart begeistert. Eines Tages legt die titelgebende Pilotin Eureka jedoch eine Bruchlandung hin und zertrümmert dabei das Haus von Renton und seinem Großvater. Besonders an diesem Vorfall ist jedoch, dass Eureka mit der Light finding Operation Nirvash, einem mecha-artigen Vehikel, fliegt. Die Nirvash war damals die Light finding Operation seines Vaters und obwohl sein Großvater das Auftauchen der Maschine für ein schlechtes Omen hält, überreicht er ihm den so genannten Amita-Drive.

Soziale Interaktionen

Eureka Seven (Vol. 1) (3)Der Amita-Drive ist eine technische Erweiterung für die Nirvash, welche eine überraschend zerstörerische Kraft in ihr freisetzt. Als daraufhin auch noch Holland in Bellforest auftaucht und es sich herausstellt, dass Eureka ebenfalls Mitglied seiner Rebellengruppe Gekkostate ist, schließt sich der vierzehnjährige Renton dieser Bewegung an. Daraufhin wird er von seinem Großvater verbannt, da er es nicht ertragen kann, dass nach seinem verstorbenen Sohn und seiner verschollenen Enkelin auch noch das letzte Familienmitglied aus seinem Leben verschwindet. Das Leben an Bord des fliegenden Schlachtschiffs Gekko-go ist für Renton jedoch alles andere als leicht, da er sich zunächst als ausgebeutete Putzkraft, später dann als Verkäufer im Bordkiosk, beweisen muss. Nur spärlich wird er mit wichtigen Aufgaben betreut, die das Überleben der Crew-Mitglieder finanziell sichern. Auch hier wird er von seinen Kameraden drangsaliert, von Holland regelmäßig verprügelt und von Eurekas Kindern beschimpft. Trotzdem sind die zwischenmenschlichen Beziehungen an Bord von Hollands Schiff wichtig, um die Geschichte voranzutreiben. Die wohl bedeutendste Beziehung ist die Freundschaft zwischen Renton und Eureka, da Renton sich gleich in der ersten Episode in Eureka verliebt, diese mit seinen Gefühlen aufgrund ihrer Vergangenheit aber nur sehr wenig anfangen kann.

Interessantes Universum

Eureka Seven (Vol. 1) (4)Ein weiterer Aspekt der Handlung ist die Unterdrückung der Menschen durch die Regierung beziehungsweise durch das Militär. Entsprechend gefährlich sind die Aufgaben, welche die Rebellen erfüllen müssen. Ständig werden sie mit militärischen Truppen, die in so genannten Kraft Light Fighters Platz nehmen und potentielle Gefahren für die Regierung aus dem Weg räumen, konfrontiert. So ist auch Religion ein Thema, denn die religiöse Gruppe Vodarac möchte den Planeten, da er ebenfalls ein Lebewesen sei, beschützen. Das Militär sieht das als Anlass, in den Vodarac eine Bedrohung zu sehen. Des Weiteren bekommen wir peu á peu Informationen über die Hintergrundgeschichte spendiert, die jedoch oft sehr vage bleiben. Auf diesem Weg schaffen es die Inhalte, Interesse beziehungsweise die Faszination an der Welt zu wecken. In technischer Hinsicht kann Eureka Seven besonders in puncto Animationen überzeugen, denn diese wirken erstaunlich flüssig. Das Bild sieht in der Auflösung von 1080p zwar gut aus, liegt jedoch nicht – wie es die Packung vorgaukelt – im 16:9-, sondern nur im 4:3-Bildformat vor. Während die japanischen Synchronsprecher besonders bei Betonungen punkten, können die deutschen Sprecher mit angenehmen Stimmen überzeugen. Bonusmaterial liegt in Form von einer handvoll Audiokommentaren und zwei Interviews vor, die mehr unterhaltsame, als informative Einblicke in die Serie gewähren.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Von Eureka Seven habe ich in der Vergangenheit immer wieder gehört und auch die eine oder andere Empfehlung bekommen. Allerdings scheint es sich hierbei um einen Anime zu handeln, der zu unrecht nicht jedem bekannt ist. Die Story um Renton Thurston beginnt zwar unscheinbar, entwickelt sich durch die zwischenmenschlichen Beziehungen an Bord der Gekko-go jedoch schnell zu einer interessanten, spannenden, tiefgründigen und dramatischen Handlung mit vielen Wendungen und ebenso facettenreichen Einblicken ins Eureka-Seven-Universum. Es ist eine Geschichte über das Erwachsenwerden und was Erwachsein wirklich bedeutet; es ist eine Geschichte, die in einer dystopischen Welt Hoffnung säht und mit fantastischen Mitteln eine gewisse Mystik aufbaut. Mir hat Eureka Seven nach ersten, aber kaum nennenswerten, Startschwierigkeiten wirklich sehr gut gefallen. Ich mag fast jeden einzelnen Charakter und möchte in jeder Minute, die ich vor dem Fernseher mit Eureka Seven verbringe, mehr über das faszinierende Universum erfahren. Jeder, der mit leichter Science-Fiction, dystopischen Weltansichten und besonders Mechas als integralen Bestandteil eines Animes etwas anfangen kann, kommt um Eureka Seven definitiv nicht herum. Schade nur, dass nach 25 Episoden erst einmal Schluss ist und ich jetzt auf die zweite Volume mit den abschließenden Folgen warten muss – dennoch kann ich es kaum mehr erwarten!

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Eureka Seven (Vol. 1)!

© 2005 BONES / Project EUREKA (Abbildungen)

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