Review: Uncharted: The Nathan Drake Collection

Uncharted - The Nathan Drake Collection (1)Als das Entwicklerstudio Naughty Dog Ende 2007 Uncharted: Drakes Schicksal fertigstellen und Sony Computer Entertainment das Spiel schließlich veröffentlichen konnte, ahnte wohl noch niemand, welchen Werdegang der Schatzsucher Nathan Drake einschlagen wird.

Uncharted - The Nathan Drake Collection (2)Damals wie heute wird die Uncharted-Reihe sehr häufig mit der Tomb-Raider-Serie und dem Indiana-Jones-Franchise verglichen. Grund dafür ist die Ausrichtung des Spiels – es ist unsere Aufgabe, in der Haut des Schatzsuchers Nathan Drake die Welt zu bereisen, oft gefährliche Abenteuer zu erleben, Rätsel zu lösen und sich schließlich dem Feind gegenüberzustellen, um die Menschheit vor einer Katastrophe zu bewahren. Nathan Drakes Abenteuer versuchen zwar, Historizität vor einer durchaus historischen Kulisse zu erzeugen, beschäftigen sich jedoch fast durchgehend mit Mythen und fantasiereichen Kreationen. Im ersten Teil der Trilogie suchen wir zusammen mit unserem Freund Victor Sullivan und der Reporterin Elena Fisher im südamerikanischen Dschungel nach der geheimnisumwobenen Stadt El Dorado, welche Legenden zufolge mit Gold überzogen sein soll. Auf ihrer Forschungsmission bekommen es die drei jedoch mit Piraten, Söldnern, Schurken und noch schlimmeren Wesen zu tun. In Uncharted 2: Among Thieves bekommt Nathan Drake hingegen ein verlockendes Angebot von einem alten Bekannten. Der Gauner Harry Flynn lockt den Schatzsucher mitsamt seiner Komplizin Chloe Frazer tief in den Himalaya, genauer gesagt nach Tibet. Auf dem Dach der Welt soll sich nämlich das gut verborgene mystische, als auch mythische Shambala befinden.

Niemals aus der Puste kommen

Uncharted - The Nathan Drake Collection (3)Uncharted 3: Drake’s Deception konfrontiert Drake hingegen mit seiner Vergangenheit und schickt ihn auf die Suche nach der verschollenen Stadt Iram in der Rub al-Chali, der größten Sandwüste der Erde. Das Gameplay aller drei Spiele ähnelt sich stark und bietet nur wenige Abwandlungen. Dabei unterteilt es sich in ruhige und aktionslastige Momente. In den ruhigen Momenten der Spiele erkunden wir Ruinen, eingestürzte Gebäude oder Katakomben. Dabei können wir recht oft auf Drakes Notizbuch zurückgreifen, denn schließlich wollen in dunklen Gemäuern nicht selten Rätsel gelöst werden. Die Rätsel decken ein breites Spektrum ab. Da wollen unter anderem Schalter betätigt, Lichtstrahlen geschickt umgelenkt oder Bodenplatten in der richtigen Reihenfolge betreten werden. Um solche Rätsel nicht auf gut Glück, sondern mit Verstand zu lösen, ist das Notizbuch mit seinen vielen Anmerkungen und Hinweisen eine sehr sinnvolle Ergänzung und Nachschlagewerk. Diese Szenen kommen im Verhältnis zu den aktionslastigen Bereichen jedoch zu kurz. Viel öfter tauchen hinter der nächsten Ecke Gegner auf, die uns mit Schusswaffen ins virtuelle Nirwana schicken wollen. Um das zu verhindern, müssen wir uns ebenso mit allerlei Pistolen, Gewehren, Panzerfäusten und Granaten bewaffnen und die Schießbudenfiguren aus dem Weg räumen. Notfalls gehen wir in den Nahkampf.

Hervorragende Umsetzung

Uncharted - The Nathan Drake Collection (4)Weitere Abwechslung bringen Verfolgungsjagden per Jet-Ski, Jeep oder Pferd mit sich. Oft wird das Vehikel dabei von unseren virtuellen Kumpanen gesteuert, während wir auch hier mit dem Fadenkreuz die Feinde abschießen. Ein bekanntes Merkmal der Reihe sind die Szenen, in denen die Kamera filmreif schwenkt und wir einstürzenden Brücken entkommen müssen. Jeder der drei in der Nathan Drake Collection enthaltenen Uncharted-Teile ist also hervorragend inszeniert. Eine zur Situation passende Kameraführung und sogar die Verwendung mehrer Blickwinkel machen im Kontext zur jeweiligen Situation, die dramaturgisch intelligent untermalt werden, absolut Sinn. Niemals hat man das Gefühl, sich irgendwie zu langweilen. Das liegt an der sehr guten und vor allem markanten deutschen Synchronisation der wichtigen Charaktere, die sich in den meist interessanten Dialogen entweder an die Gurgel gehen oder Witze übereinander machen. Besonders Uncharted 3 kann in dieser Disziplin gewinnen. Alle drei Spiele überzeugen in der grafischen Überarbeitung, da sie durchgehend aufpoliert sind und in butterweichen sechzig Bildern pro Sekunde laufen. Entwickler Bluepoint Games hat drei PlayStation-3-Spiele sichtbar gut auf die PlayStation 4 portiert. Einziger Wermutstropfen ist der Mehrspielermodus von Teil 2 und 3, der leider fast ersatzlos gestrichen wurde.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der PlayStation-4-Fassung): Nachdem ich schon vor einer ganzen Weile Uncharted: The Golden Abyss auf der PlayStation Vita durchgespielt hatte, wollte ich unbedingt mehr Abenteuer mit Nathan Drake erleben. In der Vorfreude auf Uncharted 4: A Thief’s End habe ich die drei Teile der PlayStation-3-Trilogie in Uncharted: The Nathan Drake Collection in wenigen Tagen verschlungen. Die Abenteuer sind klasse inszeniert, auch wenn man die angestrebte Historizität nicht ganz erreicht hat. Trotzdem sind es gerade die mythischen, mystischen und fantasiereichen Einbindungen, welche die Spiele wie die Indiana-Jones-Filme interessant machen. Einzig und allein die Widersacher hätten in meinen Augen eine tiefsinnigere Charakterisierung verdient gehabt, denn bis auf Harry Flynn und Katherine Marlowe bleiben diese wirklich gesichtslos und wirken merklich austauschbar. Entscheidend ist allerdings immer noch das Gameplay. So gut sich jeder der drei Titel für sich genommen auch spielt, so wenig Abwechslung bieten sie auf die Gesamtspielzeit übertragen. Das Rezept „Klettern, Laufen, Schießen und Rätsel lösen“ geht zwar wirklich jedes Mal wunderbar auf, doch die Wirkung verfliegt mit der Zeit durch die Verwendung der immer gleichen Stilmittel. Hier wünsche ich mir für die Zukunft der Reihe neue Impulse. Abschließend muss man sich nun die Frage stellen, ob die Portierung der Uncharted-Reihe auf die PlayStation 4 einen neuen Kaufgrund darstellt. In meinen Augen muss man die Spiele zwar unbedingt einmal gespielt haben, doch wer sie schon auf der PlayStation 3 mit allen einzusammelnden Schätzen durchgespielt hat, wird mit der Nathan Drake Collection kaum Neues entdecken – zumal der Mehrspielermodus von Uncharted 2: Among Thieves und Uncharted 3: Drake’s Deception unverständlich und fast ersatzlos gestrichen wurde. Ist man aber der größte Fan von Nathan Drake, kann man mit dem Kauf der Nathan Drake Collection nichts falsch machen, denn auch beim wiederholten Durchspielen machen die drei Titel aufgrund freischaltbarer Inhalte jede Menge Spaß und unterhalten zusammen gut und gerne etwa dreißig Stunden lang.

Vielen Dank an Sony Computer Entertainment für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Uncharted: The Nathan Drake Collection!

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