Review: Kill la Kill (Vol. 4)

Kill la Kill (Vol. 4) (1)In den Episoden der dritten Volume erreichte Kill la Kill wahrhaftig seinen Höhepunkt, denn das Gezeigte kann in der vierten und somit letzten Volume nicht mehr getoppt werden. Stattdessen wird die Story konsequent weiterentwickelt und vortrefflich zum Abschluss gebracht.

Kill la Kill (Vol. 4) (2)Die zwanzigste und somit erste Folge der vierten Volume beginnt genau da, wo die neunzehnte Episode endete. Das heißt, dass wir uns noch mitten im Streit zwischen Protagonistin Matoi Ryūko und ihrem Kamui Senketsu befinden. Mit aller Macht wehrt sie sich gegen seine Annäherungsversuche und bezeichnet sich selbst sogar als Monster aus Lebensfaden. Ihr gesamtes Leben sei eine Lüge und stellt sich im selben Atemzug mit ihrer Widersacherin Kiryūin Ragyō gleich, die – wir seit der letzten Volume wissen – auch ihre Mutter ist. Zusammen mit Harime Nui möchte ihre Mutter den Hass in ihr schüren, damit sie sich auf freier Basis entscheidet, auf ihrer Seite zu kämpfen. Das erinnert zwar mitunter gut und gerne an die Verführung des jungen Anakin Skywalker in der Prequel-Trilogie von Star Wars, doch machen auch die Absichten von Ragyō definitiv Sinn im Kontext zur gesamten Handlung. Schließlich bricht für ihre Tochter Ryūko eine Welt zusammen. Selbst die Elite-Vier sind machtlos, da sie ohne Ryūko und selbst ohne deren Schwester Satsuki kaum einen Aussicht auf Erfolg haben. Erst als sie über die Überwachungskameras der Honnōji-Akademie bemerken, dass Satsuki in der Einrichtung gefangen gehalten wird, keimt Hoffnung auf, Ragyō endgültig das Handwerk zu legen. Unterstützung erhalten sie dabei wieder einmal von der Organisation Nudist Beach.

Ohne Faden gerät die Welt aus den Fugen

Kill la Kill (Vol. 4) (3)Die vorliegenden Episoden spalten sich in drei wichtige Handlungsstränge. Der erste Handlungsstrang ist der klägliche Versuch seitens Ryūko, ihrer wahnsinnigen Mutter zu widerstehen. In diesem Zusammenhang erleben wir in der vierten Volume von Kill la Kill vertauschte Rollen, denn während Ryūko nun auf einmal zu Ragyōs Lieblingskind wird, wird Satsuki von ihr verstoßen. Das merken wir dann auch in den Kämpfen, denn Ryūko wird zwangsweise in Satsukis alten Kamui Junketsu gesteckt und Satsuki entscheidet sich freiwillig dazu, Senketsu zu tragen, um ihre Mutter aufzuhalten und ihre Schwester zu retten. Der zweite wichtige Story-Pfaden erzählt von den Bemühungen von Nudist Beach und den Elite-Vier. Da es auf dem Festland absolut nicht mehr sicher ist, rücken sie mit ihrem Schiff, das auf den wohl gut überlegten Namen Nackte Sonne getauft wurde, aufs Meer aus, um den beiden Schwestern helfen zu können. Im Hintergrund läuft dann der durchgehende Handlungsstrang weiter, der uns auf das große Finale vorbereiten will. Wir erfahren Hintergründe über die außerirdische Lebensform namens Lebensfaden, welche überhaupt für die ganze Misere verantwortlich ist. Ragyō beschreibt diese Wendung in der Geschichte als die Geburtsstunde der Kokon-Sphäre. Da alle Menschen mittlerweile Kleidung aus Lebensfaden tragen, sollen diese fürs Vorhaben sterben.

Feuerwerk und verpufftes Feuerwerk

Kill la Kill (Vol. 4) (4)Die letzten Episoden von Kill la Kill fühlen sich stark wie der Endbosskampf eines Rollenspiels an. Protagonisten und Antagonisten nehmen immer gewaltigere Verwandlungsformen an, um sich gegenseitig zu pulverisieren. Manch ein Zuschauer könnte davon recht gelangweilt sein, doch ist es nur die konsequente Fortführung der Handlung, die man sich um die zwanzig Folgen mühevoll aufgebaut hat. Negativ fällt nur auf, dass man ausgerechnet hier an Überraschungen gespart hat. Wer aber die plötzlichen Wendungen der dritten Volume miterlebt hat, wird sehr wollen, dass dies im großen Finale quasi gar nicht mehr möglich war. So bieten die letzten Episoden dennoch einen zufriedenstellenden Abschluss. Fraglich ist nur, ob es wirklich nötig war, die allerletzte Folge nach dem Endkampf zu inszenieren und dann noch einmal versuchen, ein kleines Feuerwerk zu zelebrieren. In unseren Augen kann sich die beabsichtigte Wirkung nicht einstellen. Man kann jedoch locker über die 25. Folge hinwegsehen – schließlich hat der Anime vorher 24 Episoden lang gut bis sehr gut unterhalten. Daran ist der grandiose Humor auch im Finale nicht ganz unschuldig. Neben bekannten Elementen aus den ersten drei Volumes, trägt vor allem Mankanshoku Mako hierzu bei. Ihre Verdauung und ihre Verwandlung in eine Mumie unterhalten uns köstlich. Der Anime weiß halt, was uns gefällt!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Ich bin sehr froh, dass ich nach der ersten Volume nicht aufgehört habe, diesen Anime weiterzuverfolgen. Inhaltlich erzählt er eine der spannendsten Geschichten, die ich seit längerem erlebt habe. Vor allem durch die ausufernden Kämpfe in der zweiten Volume und auch sehr wohl durch die sehr überraschenden Wendungen in der dritten Volume hat mich der Anime gepackt. Interessant ist allerdings nicht nur die Haupthandlung, sondern viele kleine Details, die auf die deutsche und japanische Geschichte abzielen. Da wird vom deutschen Nationalsozialismus gesprochen und im gleichen Atemzug Parallelen zum japanischen Ultranationalismus gezogen, Eigenschaften der japanischen Kultur wie Seppuku erläutert (und zugleich kritisiert) und gar historische Personen wie Akechi Mitsuhide (in Bezug auf den Honnōji-Vorfall) zitiert. Man sieht an allen Ecken und Enden, dass die Köpfe beim Animationsstudio Trigger sich Gedanken bei der Gestaltung des Animes gemacht haben. Zu guter Letzt kommt noch eine Prise Humor dazu, die im Anime-Sektor ihresgleichen sucht. Wer auf viele spannende Momente, humorvolle Dialoge, packende Kämpfe, intelligente Inhalte und überraschende Wendungen in einem Anime nicht verzichten kann, muss sich Kill la Kill unbedingt einmal angeschaut haben!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kill la Kill (Vol. 4)!

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