Review: One Weeks Friends (Vol. 1)

One Week Friends (Vol. 1) (1)Ursprünglich war One Week Friends nur in Form eines Yomikiris, also eines alleinstehenden Werkes, in Manga-Form geplant. Nach der erst Veröffentlichung 2011 folgten zwischen 2012 und 2015 sieben Tankōbon (Bände). Mitte 2014 folgte dann eine zwölfteilige Anime-Serie.

One Week Friends (Vol. 1) (2)Die Manga-Serie von Autorin Hadsuki Maccha schien für Regisseur Iwasaki Tarō dermaßen interessant gewesen zu sein, dass er sich zusammen mit Drehbuchautor Suga Shōtarō noch vor dem Ende der Reihe dazu entschied, den Manga als Anime umzusetzen. Während One Week Friends in Japan zunächst im Fernsehen ausgestrahlt wurde, erschien die Anime-Serie hierzulande direkt fürs Heimkino. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte von One Week Friends ist die junge Oberschülerin Fujimiya Kaori, die seit einem Unfall vor vielen Jahren ein großes Problem hat. Sie leidet an einer bestimmten Form der Amnesie, denn während sie sich an ihre Familie und beiläufige Ereignisse fast problemlos erinnern kann, vergisst sie in jeder Woche, mit wem sie überhaupt befreundet ist. Sie kann sich also an nichts erinnern, das in irgendeiner Form mit ihren Freunden zu tun hat. Aus keinem anderen Grund hat sie sich immer mehr aus sozialen Kreisen in der Schule zurückgezogen, sodass sie keinerlei Freunde hat und die Pausen alleine verbringt. Dieses untypische Verhalten fällt ihrem Klassenkameraden Hase Yūki noch vor Beginn der Anime-Serie auf, sodass die Handlung mit seiner Frage beginnt, ob die beiden nicht vielleicht Freunde sein könnten. Für Kaori steht die Antwort aber nicht zur Diskussion. Sie lehnt zwar ab, entschuldigt sich aber auf höfliche Weise dafür.

Bund der Freundschaft

One Week Friends (Vol. 1) (3)Yūki lässt jedoch nicht locker und auf Raten seines besten Freundes Kiryū Shōgo sucht er sie ein weiteres Mal auf. Obwohl das Dach der Schule für sämtliche Schüler eigentlich tabu ist, kam Kaori in den Besitz des Schlüssels und verbringt ihre Pausen dort alleine – bis Yūki plötzlich auftaucht und ihr unter allen Umständen Gesellschaft leisten will. Trotz einiger Startschwierigkeiten lernen sich die beiden über Gespräche tagtäglich besser kennen. Obwohl Kaori anfangs keinen Kontakt zu Yūki aufbauen wollte, bemerkt sie, dass ihr genau diese soziale Interaktion in ihrem Leben fehlt. Sie entschließt sich sogar dazu, Yūki davon zu erzählen, dass ihre Erinnerungen in jeder Nacht von Sonntag auf Montag gelöscht werden. Nach einer Woche der Freundschaft bemerkt Yūki, dass Kaori ihm die Wahrheit erzählt hat und muss sie von vorne kennenlernen. Welche Lösung sie für das Problem finden, möchten wir euch an dieser Stelle nicht verraten. Mit fortlaufendem Handlungsstrang werden jedoch immer mehr Personen in das Geheimnis eingeweiht. Zum Beispiel Yūkis bester Freund Shōgo, der von der Geschichte nicht überzeugt ist und Yūkis Gutgläubigkeit in Frage stellt. Später gesellt sich auch noch die kleine und überdrehte Yamagishi Saki zum Freundeskreis. Sie kann sich mit Kaoris Problem schnell anfreunden, da sie selbst vieles aus ihrem Leben vergisst.

Alltägliche Themen

One Week Friends (Vol. 1) (4)Der Slice-of-Life-Anime kann vor allem mit seinen illustren Charakteren unterhalten. Während Kaori zurückhaltend ist und Yūki sich schüchtern verhält, ist Shōgo oft wortkarg und Saki ist mit ihrer Offenheit einfach sie selbst. Obwohl die Story vor allem durch den Amnesie-Aspekt fiktiv ist, wirkt sie dennoch überwiegend so, als ob sie so ähnlich tatsächlich passieren könnte. Freundschaft, Schulalltag oder Verliebtsein sind alltägliche Themen, mit denen wir uns in verschiedenen Lebensphasen auseinandersetzen. Die Anime-Serie schafft es, diese Inhalte mit viel Humor auszudrücken. Auf der technischen Seite begeistert der Zeichenstil, der mit dem Figurendesign fast schon beängstigend in Symbiose lebt und mit clever genutzten Elementen wie Nebel oder verblassten Bildrändern ein schönes Bild in 1080p und im 16:9-Format bietet. Animationen werden zwar sparsam eingesetzt, wirken aber vor allem beim Einsatz von Humor einzigartig. Der Soundtrack unterlegt die Situationen mit ruhigen und erheiternden Klängen. Die deutsche Synchronisation ist wie die japanische Sprachfassung durchweg gut gelungen und zeichnet gar ein eigenes Bild bezüglich der Betonung, auch wenn wenige Aussprachefehler bezüglich der (japanischen) Namen anzumerken sind. Bonusmaterial liegt in Form eines im Digipack eingeklebten Booklets mit Episodenguide und Artworks vor, digital unterstützen fünf vertonte Tagebuch-Einträge von Kaori das Gesamtbild.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): One Week Friends ist ein hervorragender Anime zum Entspannen. Man kann ihn sich wirklich zu jeder Zeit und in jeder Lebensphase anschauen. Die Handlung ist nämlich nur wenig tiefgründig, kann dafür aber mit interessanten Charakteren und alltäglichen Themen auf wunderbare Art und Weise überzeugen und vor allem durchgehend unterhalten. Nie hatte ich während der ersten sechs Episoden das Gefühl, dass ich mich langweile. Obwohl sich die Anime-Serie „nur“ mit alltäglichen Themen wie Freundschaft, Verliebtsein und dem Schulalltag beschäftigt, bin ich trotzdem regelrecht daran interessiert, welche spannenden Geschehnisse als nächstes passieren werden – und natürlich auch, wie die desorientierte Saki damit umgeht. Saki und Shōgo sind in meinen Augen nämlich vor allem beim großartigen Humor die Stars der Serie. Der Humor kommt fast durchgehend zum Einsatz und somit absolut nicht zu kurz, denn die Situationskomik ist unglaublich witzig. Besonders die sechste Episode kann hier punkten, bei der sich die Charaktere auf einen bevorstehenden Mathematiktest konzentrieren müssen und sich schnell ablenken lassen. Die erste Volume der Serie ist definitiv empfehlenswert und macht viel Lust auf die zweite und leider auch schon letzte Volume von One Week Friends. Ich bin und bleibe also gespannt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Week Friends (Vol. 1)!

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