Review: Dragon Ball Z Kai (Box 1, Episode 1-16)

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (1)Als Kazé Anime im Oktober 2015 die erste Serienbox von Dragon Ball Z Kai veröffentlichte, zog der Publisher jede Menge Zorn seitens der Fans auf sich. Auslöser dafür war, dass man neue Synchronsprecher verpflichtete. Für Fans der deutschen Fassung ein absolutes No-Go!

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (2)Wer einmal Dragon Ball Z gesehen hat, wird sehr wohl wissen, dass die Serie zwar durchweg spannend ist, aber mit sehr vielen Filler-Episoden gestreckt wird. In den späten Achtziger und in der ersten Hälfte der Neunziger Jahre war dies unbedingt nötig, da der Anime zum Manga, der im Weekly Shōnen Jump erschien, aufschließen musste. Als man sich zum zwanzigjährigen Jubiläum der Serie dazu entschied, eine Neuauflage in HD zu veröffentlichen, hat man sich gleich dazu entschlossen, die Handlung auf das Nötigste zu reduzieren und sich vor allem am Manga zu orientieren. Dragon Ball Z Kai beginnt anders wie Dragon Ball Z nicht sofort mit der Ankunft von Radittsu, sondern geht zuvor noch auf vorhergehende Ereignisse ein. Hier wird erklärt, wie Son Gokū als Baby in eine Raumkapsel gesetzt und zur Erde geschickt wurde und fasst sogar die Story von Dragon Ball im Zeitraffer zusammen. Ein vollständiger Ersatz zur gesamten Dragon-Ball-Serie ist diese Kollage allerdings nicht. Wer kein Vorwissen über den Helden, seine Freunde und seine Feinde hat und wirklich alle Zusammenhänge verstehen will, sollte die Ursprungsserie sofort nachholen und dann mit Dragon Ball Z oder besser noch mit Dragon Ball Z Kai fortfahren. Obwohl es an der einen oder anderen Stelle ein ganz klein wenig an Inhalt fehlt, ist Dragon Ball Z Kai inhaltlich definitiv die bessere Wahl.

Alte Freunde und neue Feinde

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (3)Wie bereits erwähnt, taucht nach dem kurzen Intermezzo der erste neue Bösewicht seit fünf Jahren nach den Geschehnissen in Dragon Ball auf der Erde auf. Radittsu ist verwundert über den Zustand des Planeten, sollte sein Bruder die Erde doch seit Jahren unter seine Kontrolle gebracht und alle Menschen getötet haben. Um dieser unerklärlichen Tatsache auf den Grund zu gehen, macht er sich auf die Suche nach den Personen mit der größtmöglichen Kampfkraft. Währenddessen ist unser Held Son Gokū auf der Suche nach seinem Sohn Son Gohan. Als er ihn schließlich gefunden hat, beschließt Son Gokū, dass der Vierjährige seine Freunde aus alten Tagen kennenlernen soll und trifft sich mit ihnen beim Herrn der Schildkröten. Sein alter Lehrmeister Muten Rōshi, staunt nicht schlecht, dass Son Gokū jetzt einen eigenen Sohn hat und das Eheleben in vollen Zügen genießt. Das Wiedersehen dauert jedoch nicht sehr lange, da es von Radittsu unterbrochen wird und dieser in Son Gokū seinen Bruder Kakarott wiederfindet. Da Son Gokū nicht kooperieren will, die Erde zu zerstören und seine Bewohner auszulöschen, schwächt Radittsu seinen Bruder zunächst und entführt anschließend seinen Neffen. Die Lage scheint aussichtslos, doch als Son Gokūs Erzfeind Pikkoro auftaucht und seine Hilfe anbietet, keimt neue Hoffnung ihn ihnen auf. Sie schließen sich gegen Radittsu zusammen.

Bekanntes Gesicht

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (4)Würden wir an dieser Stelle mehr über die Handlung verraten, müssten wir schlichtweg spoilern. Die Geschichte der Anime-Serie wird in der überarbeiteten Fassung wesentlich besser erzählt, da man sich nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält und gleich zum Punkt kommt. In den meisten Fällen ist das dem Animationsstudio Tōei Animation durchaus gelungen. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn etwa das Training eines Kämpfers etwas zu kurz geraten scheint, wünschen wir uns die Filler-Episoden von früher ein wenig zurück. Wer bei der Neuauflage eine aufpolierte Version von Dragon Ball Z erwartet hat, wird allerdings vermutlich enttäuscht. Der Anime ist bis auf sehr wenige Stellen abseits von einer leichten Bildüberholung, dem neuen Vorspann und dem neuen Abspann, sowie den obligatorischen Einspielern, die zum Aus- und Einstieg vor und nach der Werbepause bei der damaligen Fernsehausstrahlung vorbereiteten, nicht angetastet worden. Wir finden diese bewusst getroffene Entscheidung ziemlich gut, da der sehr charmante Stil der Serie den späten Achtziger und frühen Neunziger Jahren auf diesem Weg treu bleiben kann. Die Handlungsorte wirken also etwas betagt, werden aber mit bekannten Melodien durchweg gut untermalt. Der typische Humor des Franchises ist auch wieder mit von der Partie und lockert die ernste Atmosphäre hin und wieder auf.

Streitfall: Synchronisation

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (5)Ein großer Kritikpunkt wird für viele Fans die deutsche Synchronisation sein. Kazé Anime hat einen Großteil der alten Synchronsprecher durch neue Stimmen ersetzt. Wer Dragon-Ball-Fans kennt, der wird wissen, dass diese stolz auf die deutsche Synchronisation sind und durch die seit Jahren halbwegs regelmäßig veröffentlichten Filme mit den Stimmen der Figuren einfach vertraut sind. Dragon Ball hat im Anime-Segment in etwa den Stellenwert wie Star Wars bei Fans von Weltraumabenteuern und muss (!) deswegen mit Samthandschuhen angefasst werden, was man hier unverständlicherweise einfach nicht getan hat und man auch nicht probiert hat, mit den langjährigen Fans zu kommunizieren. Auf der anderen Seite führte das natürlich zu absehbaren Hasstiraden, die ebenso unangebracht sind. Natürlich ist die Synchronisation unterm Strich bei Weitem nicht schlecht ausgefallen und kann sowohl mit sehr guten neuen Sprechern, als auch mit wenigen bekannten Stimmen punkten. Auch wenn viele der neuen Sprecher, zugegeben nach mittellanger Eingewöhnungszeit, sehr gut mit den Charakteren harmonieren, gibt es dennoch ein paar unschöne Ausreißer. Beispielsweise sind Olivia Büschken, die versucht, Son Gohan eine unschuldige Stimme zu leihen, und Jennifer Weiß, welche probiert, Son Gokūs launische Ehefrau Chichi zu sprechen, nicht wirklich passend.

Positiver Ersteindruck

Dragon Ball Z Kai (Box 1) (6)Während man auf die Stimmen von Tommy Morgenstern, Oliver Siebeck und David Nathan verzichten muss, gibt es immerhin ein Wiederhören mit Karl Schulz, Roland Hemmo, Gerald Paradies und Rüdiger Evers. Wem das zu wenig ist, hat aber die Möglichkeit, erstmals bei einer Dragon-Ball-Serie hierzulande die japanische Synchronisation zu wählen – bei dieser gibt es nämlich so gut wie keinen Sprecherwechsel. Digitales Bonusmaterial gibt es in der ersten Serienbox von Dragon Ball Z Kai im Übrigen nicht. Stattdessen macht man unter anderem mit drei Postkarten, die mit einzelnen Artworks von Son Gokū, Bejīta und Pikkoro bestückt sind, auf sich aufmerksam. Des Weiteren liegt ein kleiner Flyer bei, der Werbung für das unterdurchschnittliche Dragon Ball Z: Extreme Butōden von Bandai Namco Entertainment macht. Hauptaugenmerk liegt jedoch vor allem auf dem beiliegenden Booklet. Dieses beinhaltet neben zwei Artworks zu den Charakteren Radittsu und Nappa einen vollständigen Episodenguide zu allen sechzehn enthaltenen Folgen der ersten Volume. Die Serienbox ist ein hochwertiges Digipack, das in Form eines Schubers gestaltet ist. Somit sind sowohl beide Datenträger, als auch das Booklet gut vor Staub geschützt. Dragon Ball Z Kai hinterlässt trotz ein paar unschöner Entscheidungen einen positiven Ersteindruck. Jeder Dragon-Ball-Fan, der die rosarote Fanbrille einmal ausklammert möchte, wird hier definitiv zufriedengestellt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden der 1-16 der Serie): Ich bin seit ich denken kann ein großer Dragon-Ball-Fan und habe so gut wie jedes Abenteuer mit meinen Helden noch in guter Erinnerung. Dragon Ball Z fand ich damals allerdings nie so gut wie der Rest des von Toriyama Akira geschaffenen Franchises. Das lag vor allem daran, dass die Filler-Episoden die Handlung dermaßen gestreckt haben, die Kämpfe schnell langweilig wurden, sich die Figuren mit wiederholenden Dialogen fast schon selbst genervt haben und jedes Story-Detail dermaßen in die Länge gezogen wurde, dass das Ansehen fast schon eine Qual war – und das ganze hat man dann auf 27 Videokassetten auch noch bei der Fernsehausstrahlung aufgenommen! Ich bin sehr froh, dass nach vielen Jahren des Wartens Dragon Ball Z Kai endlich auch hierzulande erschienen ist und ich der Serie endlich die wohlverdiente zweite Chance geben kann. Der Ersteindruck ist auch weitgehend positiv, denn bis auf die ganz wenigen neuen Szenen und der Wechsel von so manchem Synchronsprecher (insbesondere Oliver Siebeck und David Nathan vermisse ich sehr!), kann ich keinerlei negative Punkte am Gesamtbild erkennen. Die Story funktioniert aufs Wesentliche reduziert wesentlich besser, die Dialoge (sind bis auf manche Wortwiederholungen) wirklich gut gelungen und die Kämpfe zwischen Son Gokū und seinen Feinden wieder einmal eine Augenweide für Martial-Arts-Liebhaber. Ich kann die erste Serienbox jedem empfehlen, der über die Mankos hinwegsehen kann. Sollte es wirklich nur an der Synchronisation liegen, kann ich jedem auch die japanische Tonspur empfehlen – diese hat nämlich ebenfalls einige bekannte und sehr gute Sprecher zu bieten!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragon Ball Z Kai (Box 1, Episoden 1-16)!

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