Preview: The Legend of Zelda: Breath of the Wild

The Legend of Zelda Breath of the Wild Preview (1)Nintendo nahm sich das Motto „Software sells Hardware“ für die Electronic Entertainment Expo 2016 sehr zu Herzen und preiste mit dem neuen Ableger der The-Legend-of-Zelda-Serie ein Spiel unter anderem für NX an, bevor das System richtig vorgestellt wurde.

The Legend of Zelda Breath of the Wild Preview (2)Selten war die Lage für Nintendo prekärer, als in den heutigen Tagen. Zwar verkauft sich der Nintendo 3DS immer noch solide und auch neue Märkte wie Amiibo rentieren sich, trotzdem werden mit der Heimkonsole Wii U gerade die geringsten Verkaufszahlen in der Geschichte des Unternehmens eingefahren. Während Nintendo hinter verschlossenen Türen an ihrem neuen System NX arbeitet und das Gerät auch nicht auf der diesjährigen E3 vorgestellt wurde, stand dafür der neue The-Legend-of-Zelda-Teil im Mittelpunkt. Mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild führt Nintendo die Reihe weg von einer linearen Spielerfahrung und hinein in eine große offene Welt, in der jeder Spieler sein individuelles Abenteuer erleben soll. Daneben wird auch mit vielen weiteren Konventionen gebrochen, sowohl spielerische als auch handlungsbezogene Aspekte sind betroffen. Im Mittelpunkt steht die Spielwelt, das farbenfrohe Hyrule sieht teilweise sehr verfallen aus und viele Gebiete scheinen wieder fest im Griff der Natur zu sein. Trotzdem erkennen wir schon jetzt ein paar sehr interessante Science-Fiction-Elemente in Form der Technologie des Shiekah-Volks, die futuristische Elemente bisheriger The-Legend-of-Zelda-Spiele übertreffen. Wie sich das tatsächlich auf das Spiel auswirkt, in welchem Kontext die Erzählung in der Timeline der Reihe steht und ob Nintendo den Spagat zwischen offener Spielerfahrung und fesselnder Story hinbekommt, sind spannende Fragen für die nahe Zukunft.

Ein Junge erlernt das Springen

The Legend of Zelda Breath of the Wild Preview (3)Um die Spielwelt zu erkunden, hat Link einige neue Fähigkeiten spendiert bekommen. Aus The Legend of Zelda: Skyward Sword zurückgekehrt ist die Sprint-Funktion, aber endlich wird Link auch normal per Tastendruck springen und klettern können. Letzteres ist übrigens nur von der Ausdauer abhängig, womit Link Stock und Stein trotzen und auch jeden sichtbaren Ort am Horizont erreichen kann. Nachdem das Erkunden in Breath of the Wild einen sehr hohen Stellenwert einnimmt, wurde auch an der dahinter liegenden Motivation – den Belohnungen – gefeilt. Zum ersten Mal gibt es eine Vielzahl an Waffen und Ausrüstungsgegenständen, die nicht nur unterschiedliche Werte und Eigenschaften mit sich bringen, sondern auch noch dem Zerfall unterliegen. Im Gegensatz dazu wird Link im Gras und in Truhen nicht mehr inflationär mit Rubinen überhäuft, diese soll er nur noch durch den Verkauf von Items erhalten, wodurch die hylianische Währung endlich einmal einen wertgebenden Faktor im Spiels ausmacht. Eine Neuerung die wir wirklich wertschätzen und bei der wir hoffen, dass sie im fertigen Spiel sinnvoll umgesetzt wird. Ein wichtiges Element wird auch die dynamische Interaktion mit der Spielwelt einnehmen. Links neues Wii U GamePad, die Shiekah-Tafel, bringt einen weiteren futuristischen Touch in die Serie, mit der er auf die Karte zurückgreifen, Wegpunkte setzen und Gegner markieren kann.

Der Held unter den Jägern und Sammlern

The Legend of Zelda Breath of the Wild Preview (4)Eine weitere Parallele zu gängigen Rollenspielen ist Links unermüdlicher Sammelwahn, der uns teilweise schon an die Rohstoffjagd aus dem Monster-Hunter-Franchise erinnert. Egal ob Kräuter, Materialien oder besondere Gegenstände von Gegnern – Nintendo macht klar, dass die Anzahl an Sammelgegenständen mit der enormen Spielwelt einhergeht. Hier wünschen wir uns im fertigen Spiel dann eine sinnvolle und motivierende Verwertung dieser ganzen Items, sei es per Crafting oder im Austausch mit Nichtspielercharakteren. Was Links Lebensenergie angeht, wurde hier schon etwas grundlegend geändert, denn nun bringt gängige Nahrung Links Energieleiste wieder auf Vordermann, die ikonischen Herzchen soll es aber trotzdem noch geben. Aber auch Gegner besitzen einen sichtbaren Lebensbalken. Durch die damit klar einsehbaren Stärke-Differenzen zwischen Link und seinen Gegnern, könnte Nintendo die Gebiete abhängig vom Fortschritt der Spieler natürlich voneinander abgrenzen, auch ohne unsichtbare Wände oder fraglichen Ausreden von Charakteren. Das natürliche Klima der Gebiete trägt auch dazu bei: In seiner schicken Tunika kommt Link zum Beispiel auf schneebedeckten Klippen nicht voran, ohne der richtigen Ausrüstung zittert er dort wie Espenlaub, was sich auch auf unsere Lebensenergie negativ auswirkt. Um dies auch zu verbildlichen, gibt es eine Temperatur-Anzeige auf dem Bildschirm.

Die stille Frage nach der Sprachausgabe

The Legend of Zelda Breath of the Wild Preview (5)Auch wenn viele typische Elemente der Serie abgeändert werden, wird Nintendo nicht auf Dungeons verzichten. Optionale mit kürzeren Rätselräumen gefüllte Schreine kann Link in dreistelliger Anzahl überall auf der Oberwelt verstreut aufsuchen, trotzdem wird es auch eine gewisse Menge an ausführlich designeter Dungeon-Anlagen geben. In beiden Fällen werden auch besondere Schlüssel-Items in die Lösung der Rätsel eingebunden. Wir sind gespannt, wie Nintendo im fertigen Spiel diese Gegenstände von normalen Sammelobjekten auf der Oberwelt abgrenzen will. Grafisch wurden die Comic-Looks aus The Legend of Zelda: The Wind Waker und dem bereits erwähnten Skyward Sword weiterentwickelt und an eine Open World angepasst. Momentan wird behauptet, dass sowohl die Wii-U- als auch die NX-Version dieselbe Spielerfahrung bieten sollen, trotzdem soll das neue System auch seine Hardware spielen lassen, um die einen oder anderen Pop-ups und Texturen der Wii-U-Version zu verbessern. Die umfassend diskutierte Frage nach einer Sprachausgabe scheint dennoch noch nicht ganz vom Tisch zu sein. Bisherige Nichtspielercharaktere blieben stumm, trotzdem arbeitete Nintendo in Breath of the Wild schon mit Voice-overn. Noch haben wir keine relevanten Story-Figuren zu Gesicht bekommen, sodass eine Einschätzung nicht leicht ausfällt. Mit dieser Neuerung könnte Nintendo allerdings endlich mit längst fälligen Konventionen des Storytellings nachziehen.

Geschrieben von Jonas Maier

Erics Fazit (basierend auf der Nintendo-Treehouse-Präsentation): Als Nintendo vor einigen Monaten ankündigte, sich auf der Electronic Entertainment Expo 2016 hauptsächlich auf The Legend of Zelda: Breath of the Wild zu konzentrieren, schüttelte ich zunächst unaufhaltsam mit dem Kopf. Nintendo spielte schon seit Jahren im Konzert der Konsolenhersteller die letzte Geige und dies sollte sich auch dieses Jahr nicht ändern. Trotzdem hätten sie es ironischerweise dieses Jahr nicht bisher machen können, denn Breath of the Wild wurde schlagartig zu meinem Messe-Highlight. Die große Open-World bietet ungeahnten Spielraum für das Franchise. In einer Szene fällt Link einen Baum, der ihm anschließend als Brücke über einen großen Abgrund dient – fantastisch! In einer anderen Szene wiederum klettert Link an Felsmassiven entlang und bewegt sich somit, bedingt durch seine Ausdauer, fast völlig frei durch die Spielwelt. So und nicht anders sieht eine konsequente Fortsetzung aus, ohne das Gameplay der Serie vor den Kopf zu stoßen. Abschließend hoffe ich, dass es den Entwicklern bei Nintendo gelingt, die gelegentlich doch sehr spärlich ausgestattete Spielwelt mit reichlich Leben zu füllen. Wenn sie dann noch eine Sprachausgabe für alle Nichtspielercharaktere einführen, dann kann Breath of the Wild tatsächlich das Must Have für NX werden, denn für die Wii U wird es sicherlich irgendwann genauso untergehen wie damals The Legend of Zelda: Twilight Princess für den Gamecube.

Jonas’ Fazit (basierend auf der Nintendo-Treehouse-Präsentation): Nintendo bricht mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild genauso wie mit der Unternehmensausrichtung in ungeahnte Gefilde auf. Die bisherigen und hauptsächlich positiven Reaktionen der Fans stärken der Firma hinsichtlich der vielen Veränderungen am klassischen Konzept den Rücken und auch mir sagen die bisher gezeigten Neuerungen wirklich zu. Obwohl die ganzen Rollenspiel-Elemente für diese Genres nichts wirklich Bahnbrechendes sind, so sind sie es doch für die Reihe. Die Entwickler müssen jetzt beweisen, dass sie die gigantische Spielwelt mit Leben füllen können und unter der freien Spielstruktur die Geschichte nicht leidet. Dies kombiniert mit dem einzigartigen Charme von Nintendo, könnte uns eine sehr ergreifende Spielerfahrung erwarten. Am Schluss wünsche ich mir, dass einfach die Gesamtkomposition stimmt, einen Faktor, den Nintendo bisher fast immer im Griff hatte und uns eben das typische Nintendo-Gefühl bescherte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s