Review: Ano Hana (Vol. 2)

Ano Hana (Vol. 2) (1)Die erste Serienhälfte von Ano Hana hat sich sehr viel Zeit gelassen, um sowohl den Hauptcharakter, als auch seine Freunde in den Mittelpunkt zu rücken. Dabei wurde fast vergessen, auf ein primäres Ziel hinzuarbeiten. Volume 2 schlägt diesen Weg wesentlich besser ein.

Ano Hana (Vol. 2) (2)Ano Hana knüpft mit der siebten Episode an die vorherigen Ereignisse der ersten Serienhälfte an und führt die Handlung konsequent fort. Die Freunde, die nach vielen Jahren der fast vollkommenen Funkstille wieder zueinandergefunden haben, können Yadomi Jinta zwar noch immer nicht ganz glauben, dass ihre verstorbene Kindheitsfreundin Honma Meiko Kontakt zu ihm aufgenommen hat, doch raufen sie sich zusammen, um ihm Gehör zu schenken. Gemeinsam beschließen sie, Meikos letzten Wunsch zu erfüllen, damit diese ihre letzte Ruhe finden kann. Dadurch, dass sie Meikos Tagebuch von ihrer Mutter ausgeliehen bekommen, stehen sie hier vor keiner denkbar unlösbaren Aufgabe. Zudem passen sie auf, dass Meiko nichts von ihren Plänen erfährt. Nach einem Barbecue am Ende der ersten Volume, steht nun der Bau einer riesigen Feuerwerksrakete auf der Tagesordnung. Um dies zu bewerkstelligen, benötigen sie jedoch eine Genehmigung, die ihnen zunächst verwehrt wird. Außerdem benötigen sie für die Fertigstellung finanzielle Mittel, die sie erst einmal verdienen müssen. Obwohl Jinta seiner Freundin Anjō Naruko den Gefallen tut und gelegentlich zur Schule geht, verwirft er diese Pläne und arbeitet lieber tagsüber in einem Videospielladen und nachts auf einer Baustelle. Durch Jintas stete Abwesenheit bemerkt Meiko jedoch, dass die Freunde etwas planen.

Freundschaft und Liebe

Ano Hana (Vol. 2) (3)Besonderen Wert legt die zweite Serienhälfte auf die Ausarbeitung der Charaktere. Während diese in den ersten Episoden ausgiebig vorgestellt worden sind, befasst sich Volume 2 vor allem mit den Gefühlen der Figuren. Wir bekommen einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt der Charaktere, damit wir ihre unterschiedlichen Motivationen, Meikos letzte Reise vorzubereiten, besser verstehen können. Die vorgestellten zwischenmenschlichen Beziehungen beschränken sich im Übrigen nicht nur auf Freundschaft. Vor allem das Thema Liebe wird hier, mal mehr und leider auch mal weniger glaubhaft, aufgegriffen. So offenbaren sich mehrere Charaktere ihre Liebe gegenüber. Dies ist zwar ein allgegenwärtiges Thema, doch in Anbetracht des Alters der Figuren und der weit zurückliegenden und verschwommenen Erinnerungen, ist das unglaubwürdig. Dennoch werden die Gefühle zwischen Jinta und Meiko, sowie Narukos Gefühle, glaubhaft vermittelt. Besonders Jintas Verlustängste und die schmerzhaften Erinnerungen von Meikos Mutter überzeugen uns zum Ende der Serie. Hier wird auch nicht mit optischen Mitteln in Form von Tränen gespart, die auch beim einen oder anderen Zuschauer sicherlich fließen werden. Trotzdem fühlt sich das Ende der Serie ein wenig gestreckt an. Das hätte man auch wesentlich kürzer und prägnanter in Szene setzen können.

Bekanntes Bild

Ano Hana (Vol. 2) (4)Abseits der Charakterdarstellung und Entwicklung der Handlung hat sich an der Kulisse der Anime-Serie nichts geändert. Nach wie vor findet die Handlung in der japanischen Kleinstadt Chichibu in der Präfektur Saitama statt. Gemeinsam mit schönen Landschaftsbildern und japanischer Architektur wird hier möglichst realitätsnah ein Abbild der Stadt gezeigt. Hinzukommt der Videospielladen, in welchem Jinta und Naruko gemeinsam arbeiten. Im Hintergrund sind hier ständig verschwommene Packungen von bekannten Videospielen zu erkennen, wodurch wir uns direkt heimisch fühlen. Das 16:9-Bildformat in einer Auflösung von 1080p ist wie geeignet für die Darstellung der wunderschönen Hintergründe. Einzig und allein die Figuren heben sich etwas zu stark von diesen ab und könnten den einen oder anderen Zuschauer gelegentlich stören. Selbiges betrifft den Soundtrack der Serie. Dieser passt zwar wunderbar zur teils sehr elegischen Grundstimmung, ermüdet aber zunehmend. Ein paar fröhlichere Stücke mehr hätten hier sicherlich Wunder bewirkt. Dafür können sowohl die deutsche, als auch die japanische Tonspur (wahlweise mit deutschen Untertiteln) überzeugen. Bonusmaterial liegt nur in Form von zwei physischen Postkarten dabei. Das ist sehr schade, denn ein paar Einblicke in die Gestaltung von Chichibu und Co hätten hier definitiv nicht geschadet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Der Auftakt der Anime-Serie Ano Hana hat mich zufriedengestellt. Viele verwendete Stilmittel und auch das Setting waren mir allerdings bereits zugenüge bekannt, sodass ich halbwegs das Interesse an Ano Hana verloren habe. Dadurch, dass der Anime keinen Lösungsweg gesucht hat, wie Meiko mit den Freunden kommunizieren kann, bin ich dennoch weiterhin dabei geblieben. In der zweiten Volume hat sich dieser Aspekt der Story jedoch geändert. Zum Glück aber so, dass es nicht gewollt wirkt, sondern unmittelbar passiert. Für diese Natürlichkeit muss man die kreativen Köpfe hinter dem Projekt wirklich loben. Trotzdem fällt es mir recht oft schwer, mich mit der Hälfte der Charaktere zu identifizieren. Man hätte hier so vieles kürzer fassen oder prägnanter einfangen können, doch so habe ich mich bei den Episoden häufig gelangweilt gefühlt. Wirklich schlecht ist die elfteilige Anime-Serie jedoch bei Weitem nicht. Wer Geschichten über die Thematik des Loslassens von verstorbenen Personen mag, wird Ano Hana sicherlich trotz der vorhandenen und teils sehr unschönen Einschränkungen sehr gerne konsumieren wollen.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Ano Hana (Vol. 2)!

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