Review: Kirby: Planet Robobot

Kirby - Planet Robobot (1)Seit vielen Jahren ist der rosafarbene Vielfraß Kirby nicht mehr aus der Videospiellandschaft wegzudenken. Nachdem der Edelknödel 2015 in Kirby und der Regenbogen-Pinsel andere Wege bestritt, orientiert sich Kirby: Planet Robobot am 2014 erschienen Kirby: Triple Deluxe.

Kirby - Planet Robobot (2)Kirbys Heimatwelt Planet Pop wird von außerirdischen Besuchern geplagt. Gerade noch kann sich unser Held mit allerlei leckeren Sachen vollstopfen, da taucht am Himmel ein gewaltiges Ungetüm aus Metall auf. Die außerirdischen Besucher wollen die ungenutzten Ressourcen des für sie rückständigen Planeten ausbeuten. Damit sind selbst Kirbys Feinde König Nickerchen alias King Dedede und Meta Knight nicht einverstanden, doch durch das Auftauchen des kapitalistischen Präsidenten Haltmann und seiner ebenso geldgierigen Assistentin Susi werden das Schloss von Nickerchen und Meta Knights Flugschiff Halberd in Mitleidenschaft gezogen. Also muss Kirby abermals seinen Mut zusammenfassen und seine Heimat vor dem Haltmann-Imperium beschützen. Seine Reise führt ihn durch insgesamt sechs Welten, deren Levels zum Erkunden einladen. Um Themenwelten wie in vielen anderen Ablegern des Franchises handelt es sich hierbei allerdings nicht. Dadurch, dass Haltmann und seine Schergen bereits den halben Planeten kontrollieren, bekommen wir es schon in den ersten Levels des Spiels mit den Industrieanlagen zu tun, die fast schon erschreckend harmonisch mit der restlichen Level-Architektur zusammenpasst. In späteren Levels entdecken wir zudem Waddle Dees mit modifizierten Augen, die den Borg aus dem Star-Trek-Universum zum Verwechseln ähnlich sehen.

Vielfältige Fähigkeiten für Vielfraß und Maschine

Kirby - Planet Robobot (3)Das kinderleichte Gameplay bleibt der Serientradition treu. Mit Kirby können wir die meisten Gegner einsaugen und sie auf andere Feinde abfeuern. Außerdem können wir die Fähigkeiten so mancher Gegner serientypisch kopieren, indem wir sie einfach herunterschlucken. Da kann Kirby auf einmal wie ein Zirkusclown jonglieren, Feuer spucken, Gegner einfrieren, Zaubersprüche entfesseln, sich zu einem Stein verwandeln, eine Peitsche schwingen, Pfeile verschießen oder mit einem Hammer für viele blaue Flecke bei Haltmanns Schergen sorgen. Die Ideen, die schon aus unzähligen Serienteilen bekannt sind, funktionieren auch im Jahr 2016 noch. So ist für Abwechslung durch mittlerweile ganze 25 verschiedene Spezialfähigkeiten stets gesorgt und wir können uns mit Kirby an Land, im Wasser oder in der Luft wunderbar verteidigen. Hinzukommt eine neue Maschinerie, der so genannte Robobot-Panzer. Wir finden das Gerät sehr oft in den verschiedensten Levels und können damit große Blöcke heben, riesige Schalter betätigen und sogar ebenfalls einen Großteil der Spezialfähigkeiten kopieren und einsetzen. Obwohl die Kirby-Videospielreihe für ihren leichten Schwierigkeitsgrad bekannt ist, fühlt sich Kirby: Planet Robobot schon herausforderungslos an. Man darf den Robobot-Panzer gerne mit dem Maxi-Pilz aus New Super Mario Bros. vergleichen – nur ohne Zeitlimit.

Kleines Inhaltsmonster

Kirby - Planet Robobot (4)Somit dürfte Kirby: Planet Robot auch dieses Mal mehr eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Davon sollten sich Fans der Knutschkugel aber nicht abschrecken lassen, denn der Titel bietet trotz des Robobot-Panzers im Kern alle wichtigen Gameplay-Elemente und Werte, die Kirby-Videospiele seit Kirbys erstem Ausflug in Kirby’s Dream Land beinhalten. Zudem bietet der Titel auch sehr viel Inhalt, denn wie in Kirby: Triple Deluxe finden wir in der Spielwelt Sticker, die wir auf den Robobot-Panzer kleben dürfen. Das Feature ist jedoch rein kosmetisch, spielerische Auswirkungen bietet es nicht. Wo Nintendo Potenzial verschenkt, machen es die Entwickler mit einer zusätzlichen Kampagne nach dem Durchspielen, zwei Arena-Modi und zwei Minispielen wieder wett. In Kirbys 3D Arena saugen wir Gegner im dreidimensionalen Raum ein und müssen sie möglichst schnell auf andere Gegner spucken. Das Konzept macht sehr viel Spaß – wir hoffen, dass das Minispiel ähnlich wie Captain Toad: Treasure Tracker einem größeren Spielerkreis zugänglich gemacht wird. Wer 3DS-Besitzer in seinem Freundeskreis hat, darf sich über Kirbys Team-Jagd freuen. Hier kämpfen wir wie im Rollenspiel-Genre gegen Gegner und stufen mit Erfahrungspunkten unseren Helden auf. Wer Kirby: Planet Robobot komplett durchspielen will, ist fünfzehn bis zwanzig Spielstunden gut beschäftigt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: Kirbys letztes Abenteuer, Kirby und der Regenbogen-Pinsel, habe ich erst dann sehr gerne gespielt, als das Abenteuer nach nur wenigen Spielstunden vorbei war – der Grund dafür war die für das Franchise exotische Steuerung und der fast gänzliche Verzicht auf Knöpfchendrücken. Glücklicherweise ist das bei Kirby: Planet Robobot anders. Es orientiert sich vom Gameplay her deutlich am 3DS-Vorgänger, sprich an Kirby: Triple Deluxe. Das Jump ’n’ Run traut sich nicht sehr viel Neues und orientiert sich stattdessen an den alten Werten und Elementen. Dabei bietet der Titel so viel ungenutztes Potenzial. Obwohl der Robobot-Panzer sehr viele Spezialfähigkeiten kopieren und sich je nach Spielsituation auch mal in ein Flugzeug oder einen Rennwagen verwandeln kann, wäre hier deutlich mehr möglich gewesen. Außerdem ist es schade, dass Nintendo mit dem Spiel nur die jüngere Generation ansprechen will. Der Titel ist durchweg viel zu leicht; selten habe ich mal einen Versuch vergeudetet – den Game-Over-Bildschirm, sofern er existiert, habe ich nie gesehen. Ein einstellbarer Schwierigkeitsgrad hätte hier Wunder bewirkt, damit sowohl Anfänger, als auch Fortgeschrittene und Profis ihren Spaß mit dem Titel haben können. Trotzdem dürfen Fans des rosafarbenen Helden auch bei Kirby: Planet Robobot bedenkenlos zugreifen. Mit dem unverwechselbaren Look, einem netten (aber diesmal leider nicht herausragenden) Soundtrack und sehr vielen Inhalten, kann auch Kirby: Planet Robobot alte Hasen zufriedenstellen. Wer jedoch Herausforderungen sucht, sollte sich nach einer der wenigen Jump-’n’-Run-Alternativen umsehen.

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Kirby: Planet Robobot!

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