Preview: Titanfall 2

Titanfall 2 (1)Als Titanfall im Frühjahr 2014 erschien, war das Spiel vor allem eine Mehrspieler-Erfahrung. Man hat es jedoch trotz der Kritik vieler Spieler versäumt, eine Einzelspielerkampagne fürs Spiel zu entwerfen. Diesen Fauxpas möchte man mit Titanfall 2 endlich wiedergutmachen.

Titanfall 2 (2)Titanfall wurde zwar vor seinem Release im Jahr 2014 schon lange herbeigesehnt, doch hatte das Spiel ein sehr großes Problem. Es gab nämlich keine Kampagne für Solisten, die es lieben, in das Universum eines Spiels richtig einzutauchen. Stattdessen hat man kläglich versucht, die Geschichte von Titanfall in Form von Briefings zu Beginn jeder Schlacht und mit Videos während des Kampfes einzublenden, um Hintergründe zu erläutern. Dieses sehr chaotische und vor allem nicht wirklich funktionierende System konnte man getrost ignorieren und sich auf die Schlachten konzentrieren, wobei es in der Kampagne ohnehin egal war, ob man diese nun gewann oder verlor, da man sowieso auf die nächste Karte geworfen wurde. Dazu kamen Nichtspielercharaktere, die als Kanonenfutter dienten und die Balance des Titels zusammen mit dem Matchmaking-System zerstörten. Wie genau die Entwickler bei Respawn Entertainment mit diesen Fehler bei der Entwicklung umgehen wollen und versuchen, sie zu reduzieren oder gänzlich auszumerzen, können wir derzeit aber noch nicht sagen. Auf der Gamescom 2016 wurden uns lediglich Ausschnitte aus der Einzelspielerkampagne gezeigt. Immerhin hat man bei Electronic Arts endlich verstanden, dass es immer noch mehr als genügend Spieler gibt, die Videospiele gerne alleine angehen wollen – und es scheint auch noch gut zu werden!

Ein Mann und sein Mech kämpfen gegen das Unrecht

Titanfall 2 (3)Allen voran dreht sich die teilweise durchgeskriptete Einzelspielerkampagne von Titanfall 2 um den Mech BT-7274, dessen ursprünglicher Pilot im Kampf gefallen ist. Wir schlüpfen in die Rolle des Schützen Jack Cooper, der aufgrund fehlender Möglichkeiten der neue Pilot der Kampfeinheit wird. Gemeinsam müssen sie auf einem weit fernen Planeten überleben und ihre noch nicht näher erläuterte Mission erfüllen. Die Dialoge zwischen Cooper und seinem neuen Freund könnte man schon fast mit Michael Knight und seinem sprechenden Wagen K.I.T.T. aus der Achtzigerjahre-Serie Knight Rider vergleichen. Sie sind amüsant und einigermaßen glaubhaft. Man kann durchaus sagen, dass sich hier zwar keine Freundschaft, aber eine gegenseitige Abhängigkeit entwickelt. Wir sind sehr gespannt, wie die Entwickler mit der thematisierten und künstlichen Intelligenz umgehen werden und vor allem, wie sie Cooper mit den neuen Erfahrungen reifen lassen werden. In der Gamescom-Demoversion erfahren wir, wie sich die beiden ungleichen Kriegsteilnehmer kennenlernen und wie es sich anfühlen muss, wenn man zum ersten Mal Platz in einem Mech nimmt. Wie schon beim Vorgänger ändert sich beim Betreten der Maschine die Sicht, schließlich haben wir nicht nur unseren Helm auf, sondern müssen aus dem Mech heraus mit einem neuen Visier umgehen können.

Spannendes Himmelfahrtskommando

Titanfall 2 (4)Die Gebiete scheinen eine Mischung aus Schlauchlevels und größeren Gebieten zu sein, in denen wir uns hinter Objekten verstecken und somit Gegner aus dem Hinterhalt angreifen können. Wir hoffen jedoch sehr, dass auch einige größere Gebiete in der Einzelspielerkampagne auftauchen werden, da Schlauchlevels wohl spätestens seit Final Fantasy XIII niemand mehr sehen möchte. Am Gameplay hat sich glücklicherweise nur wenig getan, denn sowohl in den gezeigten Abschnitten, als auch im zuvor veröffentlichten Videomaterial zum Mehrspielermodus erkennen wir, dass Tempo und Fähigkeiten immer noch ein wichtiger Bestandteil des Spiels sein werden. So können wir sowohl mit, als auch ohne Mech durch die Levels hüpfen und unsere Gegner ausradieren. Kommen wir einem Feind zu nah, dürfen wir auch mit Nahkampfangriffen agieren. Hinzukommen erneut zahlreiche Waffen, die zu dem interessanten und durch die Einzelspielerkampagne hoffentlich auch wesentlich tiefgründigeren Universum passen. Wandsprünge als Pilot und Kämpfe zwischen den Titanen sind ebenfalls wieder mit von der Partie. Mit der neuen Teleport-Fähigkeit versprechen die Entwickler zudem eine nette Angriffstechnik. Wenn den Entwicklern der Spagat zwischen ausgebessertem Grundgerüst und neuen Ideen gelingt, dann darf der Titanfall am 28. Oktober 2016 gerne eintreffen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Gamescom-Präsentation): Titanfall hatte 2014 ein paar Kinderkrankheiten, welche die erfahrenen Entwickler bei Respawn Entertainment hätten vermeiden können oder es sogar müssen. Es fehlte eine Einzelspielerkampagne, der Einsatz von Nichtspielercharakteren auf den Schlachtfeldern war für die Balance des Spiels suboptimal und das Matchmaking-System funktionierte in unserem Test damals bei Weitem nicht einwandfrei. Diese Fehler müssen die kreativen Köpfe bei Respawn Entertainment unbedingt vermeiden. In puncto Einzelspielerkampagne scheint dies ja bisher auch ganz gut zu klappen, denn die Geschichte zwischen BT-7274 und Jack Cooper scheint zu funktionieren. Natürlich ist mir klar, dass uns hier keine tiefgehende Handlung erwarten wird, aber zumindest haben die Entwickler jetzt die Chance, das Universum mit seinen vielen Hintergründen wesentlich besser zu erläutern, als noch im ersten Teil. Das gezeigte Gameplay stimmt mich ebenfalls zufrieden, denn im Einzelspielermodus wird es wohl Stellen geben, in denen ich mit Elektromagnetismus experimentieren darf. Der Mehrspielermodus reizt mich momentan vor allem wegen der neuen Teleportfähigkeit, die deutlich taktischere Kämpfe ermöglichen kann. Am wichtigsten ist mir jedoch schlussendlich, dass die Entwickler sich die Kritik zu Herzen genommen, die Fehler des Grundgerüst ausgemerzt und neue Ideen haben einfließen lassen – nur so kann Titanfall 2 zu einem würdigen Nachfolger werden.

Vielen Dank an Electronic Arts für die freundliche Einladung zur Gamescom-Präsentation von Titanfall 2!

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