Review: Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 2)

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 2) (1)Während die ersten vier Folgen in der ersten Volume der Anime-Serie Dusk Maiden of Amnesia den Auftakt bilden, führen die drei Episoden der zweiten Ausgabe die Geschichte nahtlos fort. Allerdings können die vorliegenden Folgen nicht ganz die erhoffte Qualität erreichen.

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 2) (2)Die fünfte Episode von Dusk Maiden of Amnesia dreht sich um das Schulfest an der Seikyō-Mittelschule, dem Handlungsort der Anime-Serie. Die Abteilung für Paranormales will sich an den Aktivitäten beteiligen, weshalb sie sich mehr oder weniger dazu entschließen, in den staubigsten Winkeln der Schule eine Art Geisterhaus zu eröffnen. Damit die Atmosphäre für alle Besucher möglichst gruselig ist, machen sie sich auch auf die Suche nach Gegenständen, die das Geisterhausflair unterstreichen sollen. Dazu gehört das im wahrsten Sinne des Wortes herzlose Anatomie-Modell, das besonders Okonogi Momoe einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Zudem wird Kanoe Kirie zu einer recht heiteren Aktion eingeladen, über die wir an dieser Stelle aber nichts verraten wollen. Einen Tag später und somit am zweiten Tag des Schulfests ist das Geschehen zwar noch im vollen Gange, doch davon merken wir als Zuschauer und Begleiter der Abteilung für Paranormales aber nur wenig. Grund dafür ist, dass die Kundschaft im semiprofessionellen Geisterhaus ausbleibt. Als dann noch eine Schülerin in den Gängen auftaucht und wenig glaubhaft versichert, dass sie sich sehr gegruselt hätte, beginnt ein neuer Spuk an der Schule. Sie sei nämlich auch von der so genannten Roten Frau, die in einer weiteren Geistergeschichte an der Schule erwähnt wird, attackiert worden.

Zeit für Charakterentwicklungen

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 2) (3)Das führt wiederum dazu, dass aufgebrachte Schüler auftauchen und nach Kanoe Yūko, dem wahren Gespenst an der Seikyō-Mittelschule, verlangen. Yūko habe die arme Schülerin nämlich als Menschenopfer gefordert. Kaum haben sich diese Wogen geglättet, kann sich die Geschichte nach zwei eher lückenfüllenden Episoden endlich in der siebten Folge weiterentwickeln. In letzter Zeit verbringen Hauptprotagonist Niiya Teiichi und Geist Yūko ziemlich viel Zeit miteinander, sodass die Gefühle der Dame für den Mittelschüler schneller eskalieren, als ihr lieb ist. Sie entwickelt, ausgelöst durch Momoes Interesse an Teeichi, eine kräftige Portion Eifersucht. Im ersten Moment klingt das zwar recht harmlos und nach den typischen Gefühlen jugendlicher Verliebter, doch wird kurz vor dem Ende dieser Episode die Handlung ordentlich umgeschmissen. Mit dem gemeinen Cliffhanger sind wir aber umso mehr gespannt, wie die Story in der dritten Volume fortgesetzt wird. In der zweiten Volume wird die Geschichte zwar nicht stringent fortgeführt, doch wird die Zeit sinnvoll genutzt, die Persönlichkeiten der Protagonisten etwas zu entwickeln. Teiichi versucht zum Beispiel zu ergründen, welche Gefühle er für Yūko hat und ob man einen Geist überhaupt lieben kann. Kirie erkennt hingegen durch Yūko Merkmale an ihr, die sie zwar nicht besitzt, aber wie in einem Spiegel sehen wollte.

Mit der Liebe zum Detail

Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 2) (4)Bei der technischen Gestaltung können scharfe Bilder, die gerne mit erotischen Reizen unterlegt werden, bei uns punkten. Die Musik passt zu den Situationen und auch die Synchronsprecher verrichten ihre Arbeit, sowohl auf Deutsch, als auch auf Japanisch, wunderbar. Einziges Manko sind die deutschen Untertitel, die bei der japanischen Variante in einer Szene bei der Einblendung japanischer Texte, mehr als üblich stören. Digitales Bonusmaterial sucht man wie bei der ersten Volume vergeblich. Es entschädigt dafür aber ein fast durchgehend farbiges, hochwertiges und vor allem sehr liebevoll gestaltetes Booklet. Hier merken wir, dass kreative Köpfe am Werke waren. Das Heftchen beginnt mit einem Episodenguide zu den vorliegenden Folgen und einigen hübschen Illustrationen und Konzeptzeichnungen. Es folgen interessante Einblicke in die Produktion der Anime-Serie durch reichhaltige Interviews mit Sound Director Kameyama Toshiki, den Komponisten Hoashi Keigo und Takada Ryūichi, den Sängerinnen Suzuki Konomi und Okui Aki, sowie den beiden Synchronsprechern Kitamura Eri und Yonaga Tsubasa. Die Mitte des Booklets ist wieder einmal wie eine Zeitung aufgebaut, die sich auf Geschehnisse aus den drei Episoden der zweiten Volume stützt. Abgeschlossen wird das Heftlein mit zwei kurzen Manga-Kapiteln, bei denen wie gehabt kein Auge trocken bleibt.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten vier Episoden von Dusk Maiden of Amnesia haben mir überraschend gut gefallen, weshalb ich auch auf die enthaltenen Folgen in der zweiten Volume mehr als gespannt war. Leider konnten mich die vorliegenden Episoden nicht mehr ganz so zufriedenstellen, wie noch der grandiose Auftakt der Serie. Das muss aber nicht heißen, dass die Serie hier an dieser Stelle abbaut – im Gegenteil: Ich gehe sogar stark davon aus, dass der Anime an diesem Punkt eine wichtige Wendung erfährt, wie mir der Cliffhanger am Ende der siebten Folge beweisen will. Nachdem sich Dusk Maiden of Amnesia jetzt in zwei ganzen Episoden genug Zeit genommen hat, die Charaktere etwas zu entwickeln und die Handlung nur marginal voranzutreiben, ist es durchaus möglich, dass ich ab der nächsten Folge wesentlich mehr auf die Folter gespannt werde, wie es um das Schicksal von Yūko bestellt ist, denn über deren Tod haben die Protagonisten immer noch zu wenig herausgefunden. Wem der Auftakt gefallen hat, sollte also noch nicht die Flinte ins Korn werfen. Dusk Maiden of Amnesia birgt Potenzial, das sich definitiv noch entfalten kann.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dusk Maiden of Amnesia (Vol. 2)!

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