Review: The Rolling Girls (Vol. 1)

the-rolling-girls-vol-1-1Auf den ersten Blick scheint The Rolling Girls in eine ähnliche Kerbe zu fallen wie Samurai Flamenco, doch nach nur zwei Episoden entpuppt sich der Anime als waschechter Road Trip, der vier quirlige Mädchen quer durch ein überdrehtes und noch dazu knallbuntes Japan führt.

the-rolling-girls-vol-1-2Die zwölfteilige Anime-Serie beginnt mit einem kurzen Rückblick auf den Großen Krieg von Tōkyō, der dazu geführt hat, dass sich das Land in zehn Nationen aufgeteilt hat. Warum und wie dieser Krieg entstanden ist, verrät der Anime zu Beginn zwar nicht, doch dafür tauchen wir umso eher in die politische Lage des Landes ein. In allen zehn Nationen haben sich Bürgerwehren entwickelt, von denen manche freundlich nebeneinander koexistieren, andere wiederum feindlich gegenüberstehen. Ihre Anführer werden als so genannte Mosa bezeichnet und stehen für ihre Gruppierung ein. Zwischen zwei ihrer Anführer kommt es zu einem Kampf. Gemeint sind Utoku Masami alias Maccha Green und Shigyō Kuniko. Während Kuniko sich einen Namen im Großen Krieg von Tōkyō machen konnte, ist über Maccha Green nur sehr wenig bekannt. Entsprechend möchte Kuniko unbedingt die Identität ihrer Rivalin lüften. Da der Kampf einmal mehr unentschieden ausgeht, müssen sich beide Kontrahentinnen natürlich stärken und treffen zufällig, ohne Maskierungen, in einem Restaurant aufeinander – nur um bei einem Wettessen den nächsten Wettstreit zu provozieren. Nach dutzenden Mahlzeiten bittet Kuniko ihre Feindin Masami, ihrer Anführerin Maccha Green auszurichten, sich mit ihr im nahegelegenen Vergnügungspark zu treffen, um den Konflikt ein für alle Mal zu klären.

Aufbruch ins Ungewisse

the-rolling-girls-vol-1-3Eigentlich würde Masami nichts auf die Worte von Kuniko geben, doch da im Unterschlupf all ihre Freunde ausgeflogen sind, macht sie sich selbst auf zum Ort des Geschehens. Im Vergnügungspark angekommen muss Masami nämlich mit ansehen, wie Kuniko alle Mitglieder ihrer Organisation in einem Achterbahnwaggon gefangen hält. Sie würde sie nur freilassen, wenn Masami gesteht, dass sie hinter dem Phänomen Maccha Green steckt. Eigentlich ist sie aber nur an ihrem Kampfanzug interessiert, da dieser womöglich geheime Kräfte verleiht. Es kommt wie es kommen muss und der Kampf eskaliert – einen Sieger gibt es jedoch abermals nicht. Stattdessen landen beide Kontrahentinnen schwer verwundet im Krankenhaus. Da sich Maccha Green dem Guten verschrieben hat und jedem Menschen in Not helfen will, darf sie sich aber nicht zu lange im Krankenhaus ausruhen. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, weshalb ihre beiden Freundinnen Moritomo Nozomi und Kosaka Yukina die Aufgaben von Maccha Green vorübergehend übernehmen müssen. Mit dem Mädchen Hibiki Ai im Schlepptau, macht sich die auf drei Köpfe angestiegene Gruppe Richtung Tōkyō auf. Noch bevor sie ihre Heimatstadt verlassen, treffen sie auf die schüchterne Misono Chiaya, die nicht nur ihre Spitznamen aus Kindheitstagen kennt, sondern auch einiges über Mondscheinsteine weiß.

Road Trip für beiderlei Geschlechter

the-rolling-girls-vol-1-4Während die ersten beiden Episoden von The Rolling Girls die Ausgangslage der Handlung bilden, können die dritte und vierte Folge der Serie den Sinn der fortlaufenden Storyline einfangen. Hier erfahren wir etwas über eine ominöse Organisation, welche die Mondscheinsteine sucht und erstmals – und vermutlich nicht zum letzten Mal – bekommen die vier Mädchen Probleme mit einer anderen Bürgerwehr in Japans Hauptstadt Tōkyō. Wirklich düster wird die Serie dabei allerdings nie, denn meistens überwiegen knallbunte Farben das Bild. Während die einzelnen Figuren kontrastreich hervorstechen, bleiben die Hintergründe meistens etwas blasser und erinnern damit stark an Anime wie DoReMi und Konsorten. Im selben Atemzug kann man auch sagen, dass die Kernzielgruppe ein weibliches Publikum ist. Trotzdem können auch männliche Zuschauer Spaß mit den vier Mädchen auf ihrem Road Trip haben, denn viele Szenen sind mit humorvollen Elementen ausgestattet, die beiderlei Geschlechter belustigen. Wer Anime gerne im Originalton hört, freut sich über Sprecher, die besonders in hitzigen Momenten hervorragend mit ihren Stimmen spielen. Die deutsche Fassung schafft das zwar nicht ganz, doch beweist Kazé Anime mit einer guten Synchronsprecherauswahl ein geschicktes Händchen. Zwei kurze Bonusclips und ein beiliegendes Poster runden das Gesamtpaket ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die ersten beiden Episoden von The Rolling Girls haben mir leider irgendwie gar nicht so wirklich zugesagt. Erst nach dem Ansehen der dritten und vierten Folge bemerkte ich, dass diese Einleitung für die Geschichte unbedingt genau so aussehen muss. Der Zwist zwischen Masami und Kuniko ist elementar, um die Story im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen zu bringen. Die eigentlichen vier Hauptfiguren, die erst mit der dritten und vierten Folge so richtig zur Geltung kommen, verfügen allesamt über unterschiedliche Persönlichkeiten, sind stets unterhaltsam und ziehen gemeinsam an einem Strang. Interessant ist auch die Hintergrundgeschichte, über welche die Anime-Serie gar nicht so viel verraten möchte. Die magischen Mondscheinsteine verleihen womöglich Kräfte, doch warum diese Steine von der ominösen Organisation gesucht werden, wird noch nicht deutlich und spannt mich auf die Folter. Unterm Strich kann ich also sagen, dass mir der Serienauftakt sehr gut gefallen hat und ich gespannt auf die Entwicklungen und Wendungen von The Rolling Girls in den nächsten vier Folgen in der zweiten Volume von insgesamt drei Ausgaben bin.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Rolling Girls (Vol. 1)!

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