Review: 3Souls

3Souls (1)Nintendo-Fans müssen sich notgedrungen über wirklich jeden exklusiven Wii-U-Titel wie 3Souls freuen. Obwohl die Idee des Spiels in der Theorie vielversprechend klingt, entpuppt sich 3Souls von Entwickler Red Column in der Praxis als eine sehr ärgerliche Frechheit.

3Souls (2)In 3Souls schlüpfen wir in die Seele von Nelesa, die im Mondgefängnis inhaftiert ist und dort nach einem Ausweg sucht. Mit ihr müssen wir aus dem zweidimensionalen Kerker ausbrechen, indem wir über große Abgründe hüpfen, Gefahren ausweichen und scheinbar leichte Rätsel lösen. Um letztere zu absolvieren, müssen wir im Übrigen regelmäßig Gebrauch von den Funktionalitäten des Wii U GamePads machen. Da nicht viele Publisher oder Entwickler Ideen für Nintendos Peripherie haben, waren unsere Erwartungen entsprechend hoch. Im ersten Moment klingt das Konzept jedoch besser, als es wirklich ist. So müssen wir wie wild ins Mikrofon pusten, um von Ventilatoren zeitversetzt in die Luft geschossen zu werden oder stillstehend das Eingabegerät um neunzig Grad  drehen, um auf dem zweiten Bildschirm versteckte Plattform zu entdecken, die jedoch ständig in Bewegung sind. Das Gamedesign nervt uns unermüdlich und mündet in zahllosen Versuch-und-Irrtum-Aufgaben, bei denen wir simultan den Fernseher anschreien. Zuweilen setzt die Steuerung des in drei Episoden aufgeteilten Spiels auch aus und starke Framerate-Einbrüche machen den Titel gelegentlich unspielbar. Dass die restlichen zwei Drittel des Titels noch zum Erwerb nachgeschoben werden, stört uns nicht – nach dreißig Minuten haben wir den Controller frustriert an die Wand geschmissen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: 3Souls ist einzelne Frechheit. Die Idee, Gefühle und Gedanken einer verpixelten Spielfigur zu spüren, klingt zwar interessant, ist aber sehr lieblos im Spiel umgesetzt. Ständig vibriert das Wii U GamePad, wenn mir Nelesa in Textform auf dem zweiten Bildschirm etwas mitteilen will und ständig muss ich meinen Blick innerhalb von einer halben Sekunde vom Bildschirm der Peripherie auf den Fernseher lenken, wenn ich dort eine Plattform sehe, die auf dem großen Bildschirm unsichtbar ist. Wer sich solch einen Quatsch ausdenkt, möchte die Spieler einfach nur quälen. Es tut mir selbst in der Seele weh, so etwas über einen Titel zu schreiben, der auf dem Papier richtig gut klingt. Dennoch können die Entwickler nicht leugnen, dass Gamedesign und Technik direkt der Hölle entsprungen sind. 3Souls macht so gut wie keinen Spaß und wenn so etwas wie Freude aufkommt, dann auch nur, weil der Grafikstil mitsamt dem Soundtrack dann doch recht charmant ist. Wir alle wissen jedoch, dass Grafik und Sound noch lange kein gutes Spiel machen. Wer tatsächlich ein auf die Hardware ausgelegtes Spiel spielen will, sollte sich lieber Tearaway auf der PlayStation Vita anschauen. Der Titel kostet nur unwesentlich mehr und macht durchgehend Spaß. 3Souls werde ich hoffentlich so schnell wie möglich aus meinen Gedanken verdrängt haben.

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