Review: Shimoneta (Vol. 2)

shimoneta-vol-2-1Nachdem die erste Volume der zwölfteiligen Anime-Serie Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist die dystopische Welt mit ihren Gesetzen und den an diese gebundenen Charaktere vorgestellt hat, erzählt Volume 2 die Story konsequent weiter.

shimoneta-vol-2-2An der Ausgangssituation hat sich dementsprechend nichts verändert. Vor mehr als zehn Jahren hat die Regierung das Gesetz zur Gesundheitserziehung zur öffentlichen Ordnung und guten Sitten verabschiedet. Diese Einschneidung in die Privatsphäre der Menschen, die fortan ihre Gedanken zu diversen Sexualpraktiken in der Öffentlichkeit nicht mehr formulieren dürfen, ist Dreh- und Angelpunkt von Shimoneta. Vor allem Jugendliche leiden in ihrer Entwicklung darunter und wie in der ersten Volume erhalten wir einen Einblick in das Leben mehrerer Oberschüler. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Okuma Tanukichi, der zusammen mit seiner Mitschülerin Kajō Ayame – zunächst weitgehend unfreiwillig – die Organisation SOX gegründet hat. Gemeinsam wollen sie dafür sorgen, dass ihre gleichaltrigen Mitschüler mit dem Thema Sexualität umgehen können und ermöglichen ihnen den Zugang zu Material, das eigentlich von der Regierung als „schändlich“ und somit zugleich als verboten eingestuft wird. Um an solches Material heranzukommen, müssen die Freunde einfallsreich sein. Schließlich sind diese Inhalte nicht auf dem freien Markt erhältlich. Da das Aufspüren von solchem Material aus einer scheinbar längst vergangenen Zeit kaum möglich ist, müssen sie selbst aktiv werden. Wie gut, dass Tanukichi seine heimliche Liebe in der ersten Volume küssen konnte.

Im Namen der Liebe

shimoneta-vol-2-3Die Rede ist von der hübschen Nishikinomiya Anna, die seit dem Kuss ebenfalls in Tanukichi verliebt ist. Allerdings schwärmt sie nicht im Heimlichen für ihr ausgesuchtes Ziel der Liebe, sondern versucht ihre Gefühle mehr als offen auszuleben. Bereits in der vierten Episode von Shimoneta erreicht die Handlung im wahrsten Sinne des Wortes ihren vorläufigen Höhepunkt, denn während sich Saotome Otome in Tanukichis Wandschrank versteckt, um eine Vereinigung zweier Geschlechter zu zeichnen, taucht plötzlich Anna in Tanukichis Zimmer auf und lässt ihren Gefühlen oder eher gesagt ihren Trieben freien Lauf. Sie setzt sich einfach auf ihn und sein bestes Stück drauf und beginnt sich zu entkleiden. Wie die Szene weitergeht, möchten wir an dieser Stelle gar nicht weiter ausführen. Fakt ist jedoch, dass wir uns so köstlich in den ersten drei Episoden noch nicht amüsiert haben. Plötzlich kann sich der Humor dieser Serie mit Anime wie Kämpfer messen, ohne sich von diesen zu sehr inspirieren zu lassen. In der fünften und sechsten Episode gelingt es Shimoneta die Hüllen abermals fallen zu lassen, denn nach wie vor ist Anna verrückt nach Tanukichi. Obwohl sie für das Einhalten des Gesetzes an ihrer Schule eintritt, lässt sie sich davon nicht abhalten, viele Verbote zu brechen – schließlich glaubt sie, dass alles, was im Namen der Liebe erlaubt ist, auch rechtens ist.

Sexuelle Revolution

shimoneta-vol-2-4Hinzukommt ein Vibrator, den die Freunde in Eigenregie entwickelt haben und für jede Menge Aufregung an ihrer Oberschule sorgt. Außerdem tauchen von Anna gebackene Plätzchen mit einer ganz besonderen Zutat auf. Zu guter Letzt bekommen es die Freunde mit einer staatlich organisierten Unterschriftenaktion zu tun, die sie unbedingt sabotieren wollen, um ihre sexuelle Revolution voranzutreiben. Dazu müssen sie wiederum sexuelle Inhalte auf Papier bannen und diese verteilen, sodass ihr Vorhaben im dystopischen Japan der Anime-Serie irgendwann auch siegreich sein kann. Selbstverständlich ist ein Großteil des Universums noch albern inszeniert, kann aber in jeder einzelnen Episode unterhalten. Wir sind schon sehr gespannt, welche lustigen Ideen die Köpfe hinter dem Projekt noch auf Lager haben. Besonders der kurz vorgestellte neue Peace Maker, der wie ein Tanga geformt ist, macht Lust auf mehr. Man kann also deutlich erkennen, dass die möglichst braven Inhalte der ersten Volume nahezu im krassen Gegensatz zu den Episoden der zweiten Ausgabe stehen. War man vorher darauf bedacht, möglichst wenig nackte Haut zu zeigen, legt man es in einer Episode sehr darauf an und spielt in den anderen beiden Folgen mehr als nur einmal mit der Fantasie der Zuschauer. Wer solchen Ideen nicht abgeneigt ist, wird seine wahre Freude mit Shimoneta haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Bereits in meinem Fazit zur ersten Volume habe ich geschrieben, dass ich Shimoneta: A boring World where the Concept of Dirty Jokes doesn’t exist eine zweite Chance geben werde, obwohl ich vom Serienauftakt alles andere als begeistert war. Hätte ich der Anime-Serie diese Chance nicht gegeben, hätte ich sehr viele lustige Momente in einem dystopischen Szenario verpasst. In der zweiten Volume gelingt Shimoneta mit nur einer Szene den Humor um ein Vielfaches zu steigern. An vielen Stellen spielt man mit den Fantasien der Zuschauer und setzt diese zum Teil sogar ordentlich in die Tat um. Das Konzept funktioniert und unterhält durchgehend. Gut finde ich auch, dass Tanukichi, nachdem immer mehr Hüllen von seiner heimlichen Liebe fallen gelassen werden, ebenfalls eine Entwicklung durchmacht. Wie genau diese aussieht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht so sehr thematisieren. Sie ist jedoch wichtiger Bestandteil der Handlung und sorgt nur dafür, dass die sexuelle Revolution durch ihn noch erfolgreicher sein kann oder könnte – die Grundlagen dafür sind jetzt jedenfalls gelegt. Im Gegensatz zur ersten Volume bin ich nun viel gespannter darauf, wie die Handlung von Shimoneta mit viel Humor fortgeführt wird.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shimoneta (Vol. 2)!

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