Review: Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja

basilisk-chronik-der-koga-ninja-1In fünf Manga-Bänden erschien in Japan zwischen 2003 und 2004 erstmals Segawa Masakis Werk Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja. Wenige Jahre bevor Kizaki Fuminori seine Arbeit an der Anime-Serie Afro Samurai aufnehmen konnte, führte er bei der Anime-Umsetzung Regie.

basilisk-chronik-der-koga-ninja-2Die aus 24 Episoden bestehende Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja dreht sich um den Konflikt zwischen den titelgebenden Kōga-Ninja und den verfeindeten Ninja aus Iga. Die beiden historischen Provinzen gelten als die Geburtsstätte des Ninjutsu, sodass der Konflikt in geographischer Hinsicht noch einmal eine weitere Bedeutung erhält. Obwohl in der Welt von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja unter Hattori Hanzō noch zu Zeiten von Tokugawa Ieyasu ein Friedensvertrag geschlossen wurde, wird dieser gleich am Serienauftakt gebrochen. Der Grund dafür ist, dass die Nachfolge des Shōguns bestimmt werden muss. Daher lässt man die beiden Ninja-Klans gegeneinander antreten. Jeweils zehn Krieger stehen sich gegenüber, die sich in einem Zeitraum von zehn Tagen einen erbitterten Kampf in den Wäldern und Bergen liefern. Jener Klan, der am Ende die Krieger des Feindes ausgelöscht hat, soll entscheiden, wer der nächste Shōgun des Landes wird. Blöderweise sind in diesen Konflikt zwangsweise auch die beiden Klan-Oberhäupter verwickelt, die zuvor ihre Hochzeit planten, um der Fehde ein Ende zu setzen. Gennosuke und Oboro wollen sich nicht bekämpfen, werden aber vom Rest ihres Klans dazu getrieben. Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja zeichnet ein erbarmungsloses Gemetzel, in welchem die Sinnlosigkeit des Tötens auf die Spitze getrieben wird.

Erwachsende Zielgruppe

basilisk-chronik-der-koga-ninja-3Hinzukommt, dass jeder der Ninja über eine bestimmte Fähigkeit verfügt. Während Gennosuke seine Gegner mit purer Gedankenkraft zum Selbstmord zwingen kann, kann Oboro die Kräfte ihrer Feinde durch ihre Augen neutralisieren. Akeginu hingegen kann ihr Blut in eine Waffe formen und Kagerō verwandelt ihren Atem in ein todbringendes Gift, wenn sie sexuell erregt wird. Entsprechend richtet sich der Anime ganz klar an ein erwachsenes oder zumindest reifes Publikum. Auf der technischen Seite kann die Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja mit einem angenehmen Bild im 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p punkten. Altersbedingt kann es der Anime aber nicht mit jüngeren Werken aufnehmen, denn besonders der Einsatz von diffusem Licht als Stilmittel verhindert, dass Details gut erkennbar sind. Die Animationen der Charaktere werden davon allerdings nicht beeinträchtigt, sodass vor allem in den Kämpfen flüssige Bewegungen stattfinden können. Nur selten hatten wir den Verdacht, dass die Köpfe hinter dem Projekt hier und da ein wenig mit animationsarmen Elementen kaschieren wollten. Da das Charakterdesign allerdings sehr abwechslungsreich gestaltet ist, hatte das Team die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Animationsarten zu arbeiten, sodass die kaschierten Elemente kaum bis gar nicht für den einzelnen Zuschauer spürbar sind.

Wohlklingende Kampfgeräusche

basilisk-chronik-der-koga-ninja-4Soundtechnisch erklingen zu den Bewegungen die passenden Effekte, die besonders die nicht selten blutigen Auseinandersetzungen unterlegen. Dazu gesellt sich ein Soundtrack, der uns mit seinen teils melancholischen Klängen ins Japan des 17. Jahrhunderts versetzt. Darunter fällt zum Beispiel ein Flötenspiel oder nervenaufreibende Musik, wenn sich die Ninja in einen Kampf verwickeln, der in der Regel für eine Partei tödlich ausgeht. Während auf der Packung von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja das Tonformat sowohl für die japanische, als auch für die deutsche Tonspur mit PCM 2.0 angegeben ist, handelt es sich hierbei um einen Druckfehler. Im Auswahlmenü der enthaltenen Discs ist die deutsche Tonspur nämlich in DTS-HD Master Audio 5.1 angegeben. Trotzdem können beide Tonspuren punkten. Während der japanische Originalton in puncto Betonung authentischer ausfällt, kann die deutsche Synchronisation mit stark voneinander abweichenden Synchronsprechern punkten. Diese haben allerdings die sehr blöde Angewohnheit, einige japanische Namen (insbesondere Gennosuke) falsch auszusprechen, was auf Dauer störend sein kann und aus der dichten Atmosphäre reißt. Uns wundert dies aber nicht, denn selbiges Problem hatte schon die Anime-Serie Speed Grapher aus dem Hause Nipponart, für dessen Synchronbuch ebenfalls Frank Preissler am Werk war.

Verspielte Aufwertungschancen

basilisk-chronik-der-koga-ninja-5Digitales Bonusmaterial liegt nur in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings bei – das ist in Anbetracht einer Anime-Serie, die gleich aus 24 Episoden á 25 Minuten besteht, sehr schade. Gerne hätten wir Hintergründe über die Produktion oder die Umsetzung vom Manga zum Anime erfahren. Beim physischen Bonusmaterial sieht es diesbezüglich leider nicht besser aus. Der Blu-ray-Veröffentlichung liegt zum einen ein gefaltetes Poster im DIN-A4-Format bei und zum anderen ein knappes Booklet. In diesem werden kurz und bündig alle wichtigen Charaktere vorgestellt – besonders nützlich, wenn man zwischen vereinzelten Episoden mal eine Woche Pause gemacht hat. Ausgeliefert wird die Anime-Serie Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja in einem stabilen Pappschuber, in welchem alle vier Blu-ray Discs gut vor Staub geschützt sind. Auf der Hülle befindet sich zudem kein aufgedrucktes FSK-Symbol, sodass hier besonders Sammler auf ihre Kosten kommen. Die Altersfreigabe befindet sich stattdessen nur auf dem Schuber und ist im freien Verkauf auf der Außenhülle sicherlich nur aufgeklebt. Selbstverständlich ist dieser Service nett gemeint, doch bezeichnet Publisher Nipponart die Box als Collector’s Edition. Unserer Meinung nach hätte es da ruhig ein paar Bonusinhalte mehr geben können, um die Anime-Serie äußerlich ein wenig aufzuwerten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Handlung von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja ist alles andere als faszinierend. Das gegenseitige Abschlachten ist grundsätzlich – abgesehen vom abgedrehten Charakterdesign – ideenlos und zieht sich zudem über alle 24 Episoden in eine fast schier endlose Länge. Hinzukommt, dass die Geschichte um Gennosuke und Oboro dank ihrer Vorbilder aus der Feder von William Shakespeare mehr als vorhersehbar ist. Die ganze Zeit habe ich darauf gewartet, dass eine überraschende Wendung eintritt, welche die Anime-Serie in eine ganz andere Richtung leitet. Genau dieses Ereignis wollte jedoch einfach nicht eintreten, sodass ich froh darüber war, als endlich ein letztes Mal der Abspann über den Bildschirm flimmerte. Das heißt aber noch lange nicht, dass Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja ein schlechter Anime ist. Im Gegenteil: Die Animationen sind toll, das Charakterdesign facettenreich und der Soundtrack unterlegt das Geschehen wunderbar. Es fehlt mir einfach nur an Alleinstellungsmerkmalen, denn so kann die Serie nur kurzzeitig unterhalten. Hat man entweder Durchhaltevermögen oder reichlich Sitzfleisch, dann kann die Anime-Serie aber dennoch auf Basis der interessanten Charaktere unterhaltsam sein.

Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Basilisk: Chronik der Kōga-Ninja!

© 2005 FUTARO YAMADA · MASAKI SEGAWA · KODANSHA/GONZO. All Rights Reserved. (Abbildungen)

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