Review: Assassination Classroom (Vol. 3)

assassination-classroom-vol-3-1Böse Aliens gibt es in Medien genauso viele wie unerschrockene Helden, die diese mit Waffengewalt niederstrecken. In Assassination Classroom ist das Alien allerdings der Lehrer einer Schulklasse und die Schüler sein Tod – hier und da finden das aber sogar beide Seiten lustig.

assassination-classroom-vol-3-2Das auffälligste Anime-Alien der letzten Jahre, das auf den Namen Koro-sensei hört, ist ein erstklassiger Lehrer und unterrichtet an der Kunugigaoka-Mittelschule die E-Klasse. Wie der Name des Animes schon verrät, wollen die Schüler ihn allerdings tot sehen, was aber nicht an einer klischeehaften Fehde zwischen Lehrer und Schüler liegt. Denn noch immer droht der gelbe Oktopus damit, bis zum Ende des Schuljahres die Erde zu vernichten, falls den Schülern bis dahin nicht das Attentat auf das überlegene Wesen gelingt. Die Weltenrettung steht zunächst aber nicht im Mittelpunkt, denn zuerst steht das schulinterne Baseball-Turnier an. Mit Koro-sensei als Couch kann sogar die sportlich eher schlechte E-Klasse etwas reißen. Jede Folge werden andere Seiten der E-Klasse im Schulalltag beleuchtet, ihrem eigentlichen Ziel kommen sie dabei Schritt für Schritt näher. Dabei sammeln sie immer weitere Kenntnisse über Koro-senseis Schwächen. Der leichten Unterhaltung für zwischendurch will Assassination Classroom dabei nicht im Wege stehen. Durch viel Slapstick-Humor und Situationskomik macht die Serie klar, dass ihr Unterhaltungsfaktor auf oberster Ebene steht. Die Prämisse gibt einfach zu viele irrwitzige Situationen ab, die zum Schmunzeln anregen. Produktionsstudio Lerche hat zwar animationstechnisch sicherlich nicht aus den Vollen geschöpft, der Humor funktioniert aber zu jeder Zeit.

Plakative Emotionen

assassination-classroom-vol-3-3Das gelbe Wesen aus dem All nimmt gerne Formen und Farben aller möglichen Gegenstände an. Auch sein Gemütszustand lässt sich an seiner Gesichtsfarbe und -musterung ablesen. Wird er wieder einmal von seinen Schülern geärgert, wird er nicht etwa rot, weil das im gezeichneten Medium die gängige Darstellungsform von Wut ist, sondern weil seine Haut diese Farbe tatsächlich annimmt. Das gilt auch für alle anderen Emotionen, die ganz spezifische visuelle Merkmale mit sich bringen – so kann er auch dank seiner Tentakel wortwörtlich vor Scham im Boden versinken. Vor gelbgrünen Streifen sollte man sich allerdings in Acht nehmen, dann führt er meist nichts Gutes im Schilde. Die Synchronisation ist unserer Meinung nach ein zweischneidiges Schwert. Lustigerweise ist besonders Koro-senseis Stimme im Deutschen positiv hervorzuheben. Sein abstruses Gemüt und seine japanische Herkunft kann Claus-Peter Damitz sehr gut vermitteln, wenn auch auf eine gänzlich andere Art, als im Original. Im Japanischen verkörpert Fukuyama Jun Koro-sensei, die eigene Interpretation in einer anderen Sprache gehört aber ebenfalls zur Lokalisation dazu – hier geht das wunderbar auf. Leider können da die vergleichsweise gewöhnlichen Sprechrollen der Schüler nicht mithalten. So erreichen Schüler wie Nagisa geradeso das Mittelfeld des Möglichen.

Zwischen Schwarz und Weiß

assassination-classroom-vol-3-4Im Laufe der Folgen wird auch eine neue Lehrkraft eingestellt, die offiziell von der Regierung gestellt die Schüler mit einem Spezialtraining weiter auf die Tötung von Koro-sensei vorbereiten soll. Auch nach der Hälfte behält die Serie ihr Konzept bei und unterhält mit einer interessanten Mischung aus Comedy, die ganz natürlich im Schulalltag mit Koro-sensei auftritt, und Kampf-Einlagen, wenn es ihm einmal mehr an den gelben Schleim geht. Dennoch zieht die Serie erzählerisch an, allerdings nicht unbedingt inhaltlich: Die Themen wie Gewalt, Mord und die Verwendung von Waffen im Schulwesen werden ernster denn je behandelt. Der streng episodische Charakter wird zwar bisher aufrecht erhalten, doch schlägt die Serie immer tristere Töne an. Das kann auch an der Charakterentwicklung liegen, die Nagisa – der Schüler, welcher eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens steht – durchlebt. Bisher hatte er absolut keine Relevanz für den Verlauf der Dinge und war regelrecht austauschbar, was sich nun ändert. Auch er wird eine wichtige Rolle im Kampf gegen Koro-sensei einnehmen. Die Einschätzung der freiwilligen Selbstkontrolle fällt erneut auf die Freigabe ab sechzehn Jahren. Erneut liegt dies weniger an den Gewaltdarstellungen, als mehr an den leichtherzig-verstörenden Kontrast, den die Serie weitere sechs Episoden lang beschreibt.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die Anime-Serie Assassination Classroom zieht spürbar an, was auch an einem Cliffhanger am Ende erkennbar ist. Trotzdem passen die Witze perfekt zum Ton der Serie, die meiner Meinung nach sogar noch etwas besser ausfallen, als in den vorherigen Folgen. Auch die Ansätze der Charakterentwicklung, die Nagisa und ein paar andere Figuren durchleben, habe ich so wirklich nicht kommen sehen. Aber auch Koro-sensei und seine Unterrichtseinheiten finde ich in dieser Ausgabe wieder sehr, sehr sympathisch. Endlich scheint das Ziel der Anime-Serie auch in greifbare Nähe zu rücken. Ob der Klasse der Anschlag in den letzten Folgen tatsächlich gelingen wird, wird sicherlich nicht nur für mich, sondern auch für alle anderen Fans, spannend herauszufinden sein!

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Assassination Classroom (Vol. 3)!

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