Review: Pokémon: Sonne & Mond

pokemon-sonne-und-mond-1Pokémon: Sonne & Mond sind die Nintendo-Spiele, die am meisten vorbestellt wurden und das ist nach dem Nostalige-Hype von Pokémon Go auch nur verständlich. Allerdings trumpfen die beiden neuen Editionen auch mit vielen Neuerungen auf.

pokemon-sonne-und-mond-2Der Smartphone-Hit Pokémon Go hat viele Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebenslagen erreicht, wie kaum ein anderes Videospiel zuvor. Vor allem die Nostalgie der klassischen Taschenmonster führte zu Massenaufläufen und ganzen Nachrichtenbeiträgen, für die ein digitales seltenes Pokémon schon einmal verantwortlich sein kann. Im Gegensatz dazu punktet Pokémon: Sonne & Mond mit besonderes vielen Neuerungen, die noch einmal jetzt – zum womöglich nahen Ende der 3DS-Lebenszeit – der gesamten Reihe frischen Wind in die Segel bläst. Am markantesten fallen wohl Spielwelt und Spielstruktur aus. Die sonnige Alola-Region besticht mit einer entspannten Urlaubsatmosphäre, die zur Erkundung einlädt. An Hawaii angelehnt, absolvieren wir mit unserer Spielfigur die Inselwanderschaft. Dabei gilt es alle auf den vier großen Inseln ansässigen Captains ausfindig zu machen und ihre Inselprüfungen zu bestehen. Diese Aufgaben lösen die altbewährten Pokémon-Arenen ab, die bisher für die Herausforderungen in den Spielen verantwortlich waren. Die Prüfungen gestalteten sich abwechslungsreich und stehen in puncto Schwierigkeit auch den Arenenleitern in nichts nach. Nun stellen wesentlich öfter auch starke Pokémon wirkliche Herausforderungen dar – so genannte Herrscher-Pokémon warten am Ende jeder Prüfung darauf besiegt zu werden.

Pokémon-Evolution

pokemon-sonne-und-mond-3Daneben stehen aber auch das Erkunden und das Lösen von Rätseln im Mittelpunkt. Das liegt nicht zuletzt an der ausgefeilteren künstlichen Intelligenz. Nicht nur können wilde und Herrscher-Pokémon mitten in einem Kampf Mitstreiter herbei rufen, was in einem Zwei-Gegen-Eins-Kampf mündet, sondern die Variation in Sachen Angriffe und Taktiken hat stark zugenommen. Den überraschend fordernden Weg, den die Reihe wieder einschlägt, können wir nur begrüßen. Ähnlich perplex waren wir, als wir bestimmte Alola-Formen bekannter Pokémon aus der Kantō-Region zu Gesicht bekamen. Nun werden Digdas zum Boden-Stahl-, Vulpixe zum Eis- und Kleinsteins zum Elektro-Gestein-Pokémon befördert – die Evolution meinte es gut mit Alola. Die völlig neuen Pokémon können auch überzeugen und orientieren sich an vielen in Hawaii ansässigen Lebewesen und weniger an Gegenstände wie noch bei Pokémon: Schwarze & Weiße Edition. Das Feature PokéMonAmi hört nun auf den Namen PokéPause und bietet für unsere Pokémon weitaus mehr Funktionen, als nur die bisherigen Streichel- und Krauleinlagen. Wenn wir uns nach einem anstrengenden Kampf unseren Taschenmonstern widmen, können negative Statuseigenschaften wie eine Vergiftung durch entsprechende Pflege geheilt werden. Damit wir das Feature endlich auch für Leute interessant, die bisher nichts mit dem eher Nintendogs-artigen Elementen anfangen wollten. Sehr schön!

Aloha Alola!

pokemon-sonne-und-mond-4Während im französischen Kalos noch die Mega-Entwicklung die neuste Innovation in der Pokémon-Welt gewesen ist, geht dieser Preis nun an die Z-Attacken. Ausgerüstet mit einem typen-speziellen Z-Kristall können Pokémon reguläre Angriffe in mächtige Z-Angriffe verwandelt, die nicht nur besonderes pompös und übertrieben in Szene gesetzt wurden, sondern auch mit ihrer enormen Stärke sowohl das Offline- als auch das Online-Spiel stark durcheinanderwirbeln. Diese Attacken sind jedoch nur einmal pro Kampf einsetzbar und der Item-Platz muss dafür herhalten – ob die Z-Attacken langfristig wie die Mega-Entwicklungen im Gespräch bleiben werden, wird die Zeit zeigen müssen. Ein neues Feature, das wir auf keinen Fall wieder missen wollen, ist PokéMobil. Der Ersatz der Versteckten Maschinen, kurz VMs, bindet die Pokémon noch besser in die Spielwelt ein und lassen uns per Tastendruck mit Tauros blockierende Felsen zertrümmern oder mit Lapras über das Meer surfen. Lästiges Mitschleppen von VM-Sklaven gehört somit der Vergangenheit an, wichtige Attacken wie Surfer oder Fliegen sind jetzt als Technische Maschinen, kurz TMs, zu finden. Aber nicht nur deswegen wirkt Alola wesentlich lebendiger mit Pokémon, die mehr denn je ein echter Bestandteil der Welt sind, in der sie zusammen mit den Menschen leben.

Auf Biegen und Brechen

pokemon-sonne-und-mond-5Technisch hat Game Freak Ende 2016 noch einmal gezeigt, wozu der 3DS in der Lage sein kann. Die 3D-Modelle von Pokémon und den menschlichen Bewohnern der Spielwelt fallen nun um ein vielfaches detaillierter aus – sowohl auf der Weltkarte, als auch in den Kämpfen – denn zum ersten Mal feuern die Trainer ihre Kämpfer auch während eines Kampfes an. Das bringt spielerisch zwar keinen Mehrwert, dafür fühlen sich die Kämpfe nicht mehr so an, als würden sie völlig außerhalb der Spielwelt von statten gehen. Der technische Sprung erlaubt es den Entwicklern wesentlich agiler mit der Kamera umzugehen, was die Inszenierung – für Pokémon-Verhältnisse – auf ein neues Level hievt. Auch Items und geheime Wege lassen sich damit auf den Routen besser verstecken, womit das Erkunden stets belohnt wird. Im Gegenzug musste allerdings der Tiefeneffekt daran glauben – mit diesem Tausch sind wir aber einverstanden. Allerdings gestalten sich Doppelkämpfe auf dem originalen 3DS als eine gewisse Ruckelpartie, in der die Bildrate völlig in die Knie geht. Im rundenbasierten Kampf können wir das allerdings noch verkraften. Wir glauben, dass Pokémon: Sonne & Mond vor allem ältere Spieler wieder an Bord der Pokémon-Reisen ziehen kann. Die Mischung aus sinnvollen Neuerungen und nostalgischen Elementen wurde nahezu perfekt aufeinander abgestimmt.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit: Der Mut der Entwickler hat sich ausgezahlt. Keiner der neu eingeschlagenen Wege erwies sich als Holzweg und so gut wie alle Neuerungen erfüllen einen bestimmten Zweck. Entweder wird den Spielern in Form von Erleichterungen wie PokéMobil entgegen gearbeitet oder sie führen völlig neue Elemente in die Pokémon-Welt ein. Besonders von der neuen Region Alola bin ich begeistert, aber nicht nur, wegen dem sonnigen Insel-Setting. Die neuen Routen- und Stadt-Designs zeigen, was wir von Pokémon in der nahen Zukunft alles erwarten dürfen, denn sie fühlen sich – so wie der Rest vom Spiel – rigoros rund an. Lediglich auf der Performance-Ebene spüren wir, wie alt der 3DS inzwischen geworden ist. In dieser Hinsicht freuen wir uns schon einmal auf die Verbesserungen in der nur mäßig spekulativen Zusatzedition Pokémon: Stars für die Nintendo Switch!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pokémon: Sonne!

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