Review: Re: Hamatora (Vol. 2)

re-hamatora-vol-2-1Der Serien- beziehungsweise Staffelauftakt von Re: Hamatora hat uns gezeigt, wie man eine etablierte Anime-Serie konsequent und stringent mit einem roten Faden fortsetzen kann. Zum Glück hat man dieses Konzept beibehalten, sodass auch die zweite Volume sehr spannend ist.

re-hamatora-vol-2-2Drei Monate sind seit den Geschehnissen der letzten Episode der ersten Staffel vergangen und schon überschlagen sich in wenigen Tagen die Ereignisse in Yokohama. Die geächteten Minimum Holders müssen sich nicht mehr vor der Öffentlichkeit verstecken und können auf ihre eigene Art und Weise unter den Menschen leben. Als die Protagonisten den Auftrag, den aufstrebenden Popstar Hikaru zu beschützen, angenommen haben, ändert sich diese positive Betrachtungsweise erheblich. Der totgeglaubte Naisu, der von seinem Freund Murasaki in letzter Sekunde gerettet und in ein Krankenhaus gebracht wurde, taucht plötzlich auf dem Kampffeld auf und will wieder mitmischen. Obwohl ihm die Ärzte Bettruhe verordnet haben, hat er sich aus dem Krankenhaus geschlichen und wochenlang seinen einstigen Freund und heute stärksten Widersacher Āto beschattet. Da dessen Aktivitäten mittlerweile einen sehr beängstigenden Umfang einnehmen, hat Naisu beschlossen, erneut ins Rampenlicht zu treten, um Āto endlich aufhalten zu können. Lange Zeit hat Āto gedacht, dass er über kein Minimum verfügt, da ihm auf der Facultas-Akademie zwar Kräfte nachgewiesen, er sie aber nie entwickelt hat. Deshalb hat er – mit Spritzen bewaffnet – Jagd auf die anderen Minimum Holders gemacht, um sie ihrer Kräfte zu entledigen und sie in Ampullen für die spontane Selbstanwendung zu sammeln.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund

re-hamatora-vol-2-3Als ihm jedoch ein Arm abgetrennt wurde und er diesen plötzlich von selbst wieder regenerieren konnte, hat er sich schon in der ersten Volume von diesem Gedanken verabschiedet. Das Thema wird in den drei Episoden der zweiten Volume selbstverständlich wieder aufgegriffen und wird hintergründig zu den hervorstechenden Geschichten erzählt und inhaltlich sogar mit diesen stark verwoben. In der vierten Folge erhält Hanī den Auftrag, ihren leiblichen Vater zu beschützen. Der egozentrische Doktor ist jedoch alles andere als begeistert davon und zieht den Auftrag wieder zurück – nur um anschließend dennoch von streunenden, also fast schon als abtrünnig einzustufenden Minimum Holders entführt zu werden. Hanī gelingt es, ihren Vater aufzuspüren und sogar Naisu und Co mitzuteilen, wo sie sich gerade befindet. Da die in der vierten Folge noch recht gesichtlosen Bösewichter die Identität des Doktors stehlen wollen, müssen sie ihn in Todesangst versetzen, damit man über das Minimum eines der Übeltäter das Gesicht des Wissenschaftlers kopieren kann. Ob Hanī gerettet werden kann, verraten wir euch aus Spoiler-Gründen selbstverständlich nicht. Ihr solltet aber zumindest wissen, dass Āto auch auf diese Minimum Holders aufmerksam wird. Da es allerdings Naisus Feinde sind, verbündet er sich mit ihnen, um seine Pläne, Naisu umzubringen, schneller zu verwirklichen.

Politische und religiöse Themen

re-hamatora-vol-2-4Die vierte Episode der Anime-Serie schafft es mit einschneidenden Kommentaren realitätsnahe Vergleiche zu ziehen, über die man sich jedoch streiten kann. So wird die Verfolgung der streunenden Minimum Holders tatsächlich mit dem Holocaust verglichen. Die Ähnlichkeiten mögen zwar in geringer Form vorhanden sein, doch haben die Köpfe hinter dem Projekt vergessen, die Verfolgung im Anime mit Belegen zu untermauern. Dennoch stehen genau solche Szenen für den ernsten Ton, den Re: Hamatora mittlerweile einschlägt. Die Anime-Serie lässt es sich sogar nicht nehmen, zum Schluss der sechsten Episode religiöse oder sogar christliche Züge anzunehmen – und uns mit einem gemeinen Cliffhanger auf die Folter zu spannen, denn der vermeintliche Eintritt des Todes bei mehreren Charakteren sorgt durchgehend für sehr viel Spannung und Anspannung. Neben dem grandiosen Inhalt ist die wirklich sehr gute Einbindung von Bild und Ton erneut zu erwähnen. Die Charaktere begeistern mit scharfen Konturen und die Hintergründe wirken so, als ob man sie abfotografiert und schließlich mit viel Farbe übermalt hätte. Das Zusammenspiel mit dem passenden Soundtrack, bei dem dieses Mal sogar Orgelmusik zum Einsatz kommt, funktioniert hervorragend. Der Anime Re: Hamatora entwickelt sich nicht nur inhaltlich, sondern auch künstlerisch immer mehr zu einem echten Genuss.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Hätte mir jemand vor über einem Jahr erzählt, dass ich die Anime-Serie Hamatora – The Animation mit der zweiten Staffel regelrecht verschlingen werde, so hätte ich dieser Person sicherlich absolut keinen Glauben geschenkt. So schwer ich es mir fiel, in das Universum hineinzufinden und die ersten Folgen zu konsumieren, so einfach klappt es mit den Episoden der zweiten Staffel. Der stringente und vor allem konsequente Handlungsfaden macht in den vorliegenden Folgen auch vor dem Tod nicht Halt, sodass ich mich von zwei interessanten Charakteren womöglich verabschieden muss. Re: Hamatora darf hier keinesfalls den Fehler machen und die Story soweit hinbiegen, dass das Gezeigte nur ein schlechter Scherz war. Die Endgültigkeit in Fernsehserien wie zum Beispiel Game of Thrones hat oft genug bewiesen, dass genau solche Entscheidungen von den Zuschauern besonders geschätzt werden. Durch die, zugegeben noch etwas schwach eingesetzten beziehungsweise dargestellten politischen und religiösen Themen, hat Re: Hamatora aber definitiv den düsteren Ton ausgebaut und mir gezeigt, dass es die Anime-Serie sehr wohl mit großen und ernstzunehmenden Anime-Produktionen aufnehmen kann oder will. Gut so!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Re: Hamatora (Vol. 2)!

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