Review: Photo Kano (Vol. 3)

Photo Kano (Vol. 3) (1)Während die erste Volume von Photo Kano die Grundlagen der Anime-Serie bildete, zeigte uns die zweite Ausgabe der Anime-Serie, wie man das Gameplay einer PlayStation-Portable-Dating-Simulation auf Kosten des Spannungsbogens auf die Fernsehbildschirme zaubert.

Photo Kano (Vol. 3) (2)In Photo Kano dreht sich nach wie vor alles um den japanischen Oberschüler Maeda Kazuya. Zu Beginn der dreizehnteiligen Anime-Serie hat er von seinem Ziehvater eine Spiegelreflexkamera geschenkt bekommen, die er fortan nicht mehr aus den Augen lässt. Jeden Tag nimmt er sie mit in die Schule, um auf jeden möglichen Moment vorbereitet zu sein, den man mit der Kamera auch nur entfernt einfangen könnte. Nachdem er ein paar Fotos von seiner Sandkastenfreundin Nīmi Haruka angefertigt hat, wollten auch alle anderen Schülerinnen der Oberschule von ihrem Mitschüler Kazuya fotografiert werden. Es kommt zu verschiedenen Situationen, in denen er den Damen näherkommt. In der zweiten Volume hat sich das Konzept des durchgehenden Handlungsstrangs jedoch gelockert, denn ab der sechsten Folge beginnt jede der restlichen acht Episoden mit einem Neustart. Ähnlich wie im US-amerikanischen Filmklassiker Und täglich grüßt das Murmeltier erlebt Protagonist Kazuya in jeder Folge, die sich jedoch über einen längeren Zeitraum zieht, eine neue Liebschaft. Dieses Konzept raubt zwar – wie eingangs bereits erwähnt – sehr die Spannung, ist allerdings der Videospielvorlage geschuldet, in der wir schlussendlich auch diverse und prägnante Entscheidungen treffen können und somit die Herzensdame unserer beziehungsweise Kazuyas Wahl auswählen dürfen.

Seichte und tiefgründige Geschehnisse

Photo Kano (Vol. 3) (3)Photo Kano nimmt uns die Entscheidungsfindung jedoch glücklicherweise ab, sodass wir in jeder einzelnen der vorliegenden Episode eine neue Dame kennenlernen. In der zehnten Folge wäre dies Sakura Mai, die in der Schule als der Engel der Rhythmischen Sportgymnastik bekannt ist. Da sie für den Herbst-Wettkampf eine strikte Diät einhalten muss, sucht sie sich den hilflosen Kazuya aus, der für sie die köstlichsten Gerichte probieren und umschreiben soll. Er macht dies natürlich auch nur, weil sie seine Schmuddelhefte gefunden hat und ihn damit erpresst. Mit dem Beginn der elften Folge lernen wir Yunoki Rina kennen, die einen Kochklub leitet. Allerdings wird ihr Kochklub nach dem Schulfest aufgelöst, sofern es ihr nicht gelingt, mindestens vier Mitglieder zu gewinnen. Das erinnert ein wenig an Love, Chūnibyō & Other Delusions!, geht in Photo Kano allerdings völlig andere Wege. Kazuya bietet sich hier an, ein paar Fotos von den Mahlzeiten zu knipsen, um den Schülern ihrer Oberschule den Kochklub im wahrsten Sinne des Wortes schmackhafter zu machen. In der zwölften Episode erleben wir erstmals eine etwas tiefgründigere Handlung, die auch in einer ganzen Anime-Serie hätte behandelt werden können. Misumi Tomoe wechselt die Oberschule und vermisst ihre Freunde in ihrer jetzigen Schule bereits jetzt. Kazuya soll mit Fotos ihre Erinnerungen dokumentieren.

Gewollter Serienabschluss

Photo Kano (Vol. 3) (4)Die zwölfte Episode der Anime-Serie war im Übrigen die letzte Folge, die für das japanische Fernsehen produziert wurde. In der letzten Folge von Photo Kano gehen die Köpfe hinter dem Projekt sogar soweit, dass sich Kazuya in seine kleine Schwester Kanon verliebt. Man sollte dazu jedoch sagen, dass wir in dieser Episode wesentlich mehr Hintergründe über ihre Familie bekommen und diese Liebesbeziehung, die nicht einmal wirklich bis zuletzt ausgearbeitet ist, genau deswegen auch nicht skandalös ist. Wer jedoch darauf hofft, dass die Handlungsfäden ganz am Ende vielleicht doch irgendwie zusammengewebt werden, wird sicherlich enttäuscht werden. Man hat an dem Konzept festgehalten und die Geschichte wie geplant zu den unterschiedlichsten Enden fortgeführt. Fans der Vorlage wird dieses System gefallen, doch in Anbetracht fehlender Spannung, mangelnder oder stets ähnlicher Charakterentwicklungen ist das System nicht für den durchschnittlichen Anime-Zuschauer gedacht. Die Anime-Serie Die Ewigkeit, die du dir wünschst setzt das Genre Dating-Simulation für diese Zielgruppe wesentlich besser um. Schade ist auch, dass man in der dritten und letzten Volume nicht die Chance genutzt hat, um mit Bonusmaterial Hintergründe über die Produktion zu lüften. Das beiliegende Booklet bietet neben Episodenguide, Charakterporträts und Artworks nämlich nichts.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Photo Kano ist bei Weitem kein Anime, den ich mir wieder und wieder anschauen möchte. Das Serienkonzept klingt auf dem Papier nämlich wesentlich besser, als es in der Praxis tatsächlich umgesetzt wurde. Das beginnt bereits bei der grundlegenden Thematik. Die Serie dreht sich in jeder erdenklichen Situation um Fotografie, doch erklärt man dabei keinerlei Techniken. Man missbraucht die Fotografie einfach nur als Mittel zum Zweck, damit Kazuya in jeder Folge ein anderes Mädchen aufreißen kann. Natürlich ist mir bewusst, dass die Anime-Serie auf einer Dating-Simulation basiert und die verschiedenen Handlungsfäden alle irgendwie aufgegriffen werden wollen, doch das Konzept macht so nur Sinn, wenn man die Vorlage auch kennt. Die ganzen Charaktere werden in meinen Augen viel zu schnell abgearbeitet und über Kazuya erfährt man mit jeder Folge auch nur sehr wenige Informationen. Durch die ständigen Neuanfänge innerhalb der Serie ist es in Anbetracht dieses Konzepts auch gar nicht mehr möglich, dass Entwicklungen stattfinden. So stagniert die Serie ab der zweiten Volume durchgehend und macht sich für das breite Publikum uninteressant. Photo Kano sollte also wirklich nur von Anime-Fans konsumiert werden, die entweder mit den Defiziten leben oder das System lieben können – im besten Falle sollte man jedoch die Videospielvorlage kennen. Dann könnte Photo Kano sogar fantastisch sein.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Photo Kano (Vol. 3)!

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