Review: Shimoneta (Vol. 4)

shimoneta-vol-4-1Wie bei vielen Anime-Serien, die in vier Ausgaben veröffentlicht werden, muss die vierte und letzte Volume beweisen, dass sie die Story zu einem befriedigenden Abschluss führen kann. Der Anime-Serie Shimoneta gelingt dies leider nur im Ansatz und auch nur halbwegs gut.

shimoneta-vol-4-2In der dritten Volume wurden zwei neue Charaktere eingeführt, die zum Ausgang der Handlung maßgeblich beitragen. Auf der einen Seite hätten wir da Onigashira Kosuri, die Tochter von Onigashira Keisuke, einem Terroristen. Das kleine Mädchen versucht die von Kajō Ayame gegründete Vereinigung SOX mit allen Mitteln und Kräften so gut es geht zu unterstützen. Auf der anderen Seite müssen sie sich mit dem Unterwäsche-Terroristen White Peak anlegen, der auch in den vorliegenden drei Episoden für jede Menge Ärger sorgt. Als wir zu Beginn der zehnten Episode erleben, wie Unterwäsche-Diebe der von White Peak geleiteten Organisation Gathered Fabric den Bus kapern, in dem Tanukichi und sein Schulfreund Gōriki Raiki auf dem Weg zum Unterricht sind, nimmt das Geschehen ihren Lauf. Die Übeltäter fordern die Fahrgäste dazu auf, ihre Unterwäsche abzugeben. Da in jenem Bus auch Besserwisserin Tsukimigusa Oboro einer der Fahrgäste ist, werden die Waffenattrappen der Diebe genauso schnell entlarvt, wie ein anderer Dieb in einem weiteren Bus von Nishikinomiya Anna verprügelt. Ihre Intention dabei ist deutlich zu sehen. Die ganze Aufregung um die Unterhosen hat sie stark an die Boxershorts von Tanukichi, dem Objekt ihrer unersättlichen Begierde, erinnert. Jetzt strebt sie sowohl nach Tanukichis Liebe, als auch nach seinen Unterhosen.

Turbulente Szenen

shimoneta-vol-4-3In den darauffolgenden Szenen wird der Vogel der Absurditäten einmal mehr abgeschossen, denn die Bösewichter erklären, dass sie durch das Tragen von feuchter beziehungsweise getragener Unterwäsche nur noch stärker werden und Elektroschocks, mit denen sie unter anderem bewaffnet sind, so kaum eine Wirkung erzielen, sollten sie die Waffen verlieren. Die Entführungen der Busse sind jedoch nur der Aufhänger für White Peaks letzten Akt, denn nur wenig später, nachdem die Busfahrgäste in Sicherheit gebracht worden sind, locken Tanukichi und Ayame ihren Feind mit einem Haufen Unterhosen in die Falle. An dieser Stelle hätten die Handlungsfäden um White Peak zu einem Ende gebracht werden können, doch ausgerechnet dann stellt sich eines der SOX-Mitglieder gegen die beiden Hauptcharaktere. Es folgt eine Geiselnahme in der Oberschule, die zwar in wenigen Tagen durch die Polizei geklärt werden könnte, doch arbeitet die Zeit jetzt gegen Tanukichi und Ayame. Sollten White Peak und die Verräterin nämlich gefasst werden, würde man SOX die Schuld an allem anheften und in der Bevölkerung wohl endgültig Zuspruch für das Gesetz zur Gesundheitserziehung zur öffentlichen Ordnung und guten Sitten erzielen. Dass das nicht passieren darf, ist klar. Den daraus resultierenden Tumult in der Schule werden wir jedenfalls nicht mehr so schnell vergessen.

Ende auf der Meta-Ebene

shimoneta-vol-4-4Während die elfte Episode die Geschichte um White Peak zu einem Ende führt, geht es in der zwölften und letzten Folge um den Besuch eines Gesundheitsbades. Mehr möchten wir an der Stelle aber nicht verraten, denn besonders eine Szene zwischen Anna und Tanukichi gehört zu den lustigsten Momenten, die in der letzten Volume vorkommen. Obwohl die Rahmenhandlung nicht wirklich zu einem Ende geführt wird, gelingt es der Serie zumindest halbwegs, uns mit einem Ende auf der Meta-Ebene zufrieden zu stellen. Es sei jedoch gesagt, dass wir nach anfänglichen Startschwierigkeiten in Bezug auf das Ende mehr erwartet hätten. Wir gehen übrigens nicht davon aus, dass Shimoneta irgendwann noch einmal als handlungsbetonter Anime fortgeführt wird, da die Story nur noch wenige Inhalte dazu bieten würde. Dennoch würden wir uns über mehr vom Humor freuen, denn der kann die Serie gerade noch so retten. Das schwache Ende ist allerdings ebenso schade, wie das durchweg fehlende Bonusmaterial. Gerne hätten wir mehr über das Universum, die Charaktere oder die Umsetzung von der Vorlage zum Anime erfahren. Wie alle drei Volumes zuvor, bietet die vierte Ausgabe nichts, womit wir uns weiterhin beschäftigen könnten. Wer bei Shimoneta zuschlagen will, muss mit einer seichten Story rechnen, erhält aber bis zum Schluss einen sehr unterhaltsamen Humor.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Als ich vor einiger Zeit die letzten Zeilen meines Fazits zur dritten Volume von Shimoneta schrieb, wurde mir schlagartig bewusst, dass es die Serie nicht schaffen wird, zu einem wirklich zufriedenstellenden Ende geführt zu werden. Mit dieser Erwartungshaltung im Hinterkopf habe ich mir die letzten Episoden angeschaut und wurde so auch nicht enttäuscht. Die Geschichte um White Peak wird zwar abgeschlossen, doch das primäre Ziel, das Gesetz zur Gesundheitserziehung zur öffentlichen Ordnung und guten Sitten außer Kraft zu setzen, hat die Anime-Serie nicht erreicht und da ich nicht denke, dass Shimoneta eines Tages fortgeführt wird, wird es wohl auch dabei bleiben. Dennoch kann mich das metaphysische Ende um einen Schatz – mehr möchte ich an dieser Stelle dazu lieber nicht sagen – halbwegs zufriedenstellen, da es wunderbar die inneren Werte von Shimoneta zeigt. Obwohl einige der Szenen, die mit Humor und Erotik nicht geizen und so wunderbar kaschiert werden, mir sehr gut gefallen haben, wird es allerdings wohl beim einmaligen Ansehen bleiben. Shimoneta bietet nämlich nur eine seichte Handlung mit tollem Humor, den Genre-Fans sicher gefallen dürfte, die mir unterm Strich aber wohl zu wenig ist.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Shimoneta (Vol. 4)!

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