Review: Dragonball Xenoverse 2

dragonball-xenoverse-2-1Ohne großen Ideenreichtum schicken uns Entwickler Dimps und Publisher Bandai Namco erneut quer durch die Zeit im Dragonball-Universum. Auf Patrouille ist es dann erneut unsere Aufgabe, die Manipulation von Ereignissen in der Dragonball-Geschichte zu verhindern.

dragonball-xenoverse-2-2Schon nach der Einleitung wird die Frage aufgeworfen, ob sich die Entwickler auf den Erfolg des Vorgängers erneut einige Jahre ausruhen wollen, oder ob endlich die Einsicht eingekehrt ist, seine Spiele stetig verbessern zu wollen und umfangreicher zu gestalten. Eine Frage, die im Verlauf unseres Reviews definitiv erörtert wird. Der Start des Spiels wirkt wie auf einer alten Dragonball-VHS-Kassette, welche zurückgespult wird, nur um anschließend erneut zu starten. Dieses Gefühl offenbart sich sofort innerhalb zweier Richtungen: Zum einen ist die Story der Geschichte, die schon mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel hat, durchaus bekannt. Zum anderen startet das Spiel nahezu identisch wie seine Vorgänger und so beginnen wir mit der Charaktererstellung ohne neue Rassen, einem Gespräch mit dem Zeitwächter Trunks und schneller als wir gucken können hängen wir vor Vegetas Nase. Begleitet wird dies alles mit der gewohnt schrillen Musik, ähnlichen Dialogen und den aus dem Vorgänger bekannten und nicht verbesserten, langen Ladezeiten. Wiederum hat sich in vielen anderen Punkten, wie der Grafik, sehr wenig getan – die Anzeichen stehen somit auf bekannter Politik, nämlich die der Stagnation. Erwähnenswert ist dabei nur, dass unsere Aufenthaltswelt, in der wir auf andere Spieler treffen, um einiges gewachsen ist. Ob das besser als nichts ist, sei einmal dahingestellt.

Zurück in die Vergangenheit

dragonball-xenoverse-2-3Die Bösen in der Geschichte haben neue, aber bekannte Gesichter bekommen. Mit Turles und Slug machen sich zwei große Rivalen Son Gokūs auf, um mit der im Vorgänger bereits bekannten Towa die Zeit zu manipulieren. Es wird kein Hehl daraus gemacht, dass die Idee der Zeitpolizei im letzten Teil hervorragend ankam und somit ist Towa als Initiator einer neuen Zeitmanipulation natürlich mit von der Partie. Geändert hat sich somit nur wenig: Die Kaiōshin beaufsichtigen seit Neustem die Zeitpatrouille, unser alter Spielheld wird in der frei begehbaren Stadt als Statue verehrt und anhand von Zeitrollen reisen wir in die Vergangenheit, um den Verlauf der Geschichte zu wahren und die Eingriffe der Bösen zu verhindern. Dabei treten wir wie im Vorgänger meist mit bekannten Helden in einem Gruppenkampf an. Ebenso gibt es erneut das Konzept, dass zwischen zwei Zeitportalen immer wieder kleinere Kämpfe sich aufdrängen – und hier sind wir schon bei einem ernsten Problem, welches wir nicht so leicht lösen können. Wir könnten an dieser Stelle den Verlauf der Story des Vorgängers schildern, denn große Unterschiede suchen wir hier vergebens. Mit Turles und Slug gibt es zwar neben der bekannten Towa zwei neue Gesichter, die jedoch das gleiche Ziel verfolgen. Hier hätten sich die Entwickler für Kenner des Vorgängers ruhig mehr einfallen lassen dürfen.

Verschenktes Potenzial

dragonball-xenoverse-2-4Man möchte meinen, dass das Beste zum Schluss kommt, doch auch da irrt man sich bei Dragonball Xenoverse 2. Wie bereits anfangs erwähnt, ist die frei begehbare Welt im Mehrspielermodus um einiges vergrößert worden, was dem Spiel jedoch keinen positiven Effekt bescheren mag. Schon nach den ersten zwei Tagen hat die Spielerzahl so drastisch abgenommen, dass sich kaum noch Leute auf dem Platz finden und die Suche nach Gegnern für einen Online-Kampf mehrere Minuten dauert. Manchmal kommt es sogar zu Suchabbrüchen, weil sich einfach niemand für eine Online-Partie finden lässt. Dies ist unterm Strich sehr schade, da das Kampfsystem sowohl im Vorgänger, als auch im aktuellen Ableger zu begeistern weiß und eine Menge Spaß birgt. Die mangelnden Neuerungen haben jedoch dazu geführt, dass die Spieler schnell das Weite suchten und das Spiel vermutlich in die tiefsten Ecken Steams vergraben haben. Die einzig erwähnenswerte und gelungene Neuerung ist, dass es eine Vielzahl neuer Klamotten und Kombinationsmöglichkeiten gibt, welche dem Spiel jedoch umso mehr den Beigeschmack geben, ein Vollpreis-Update zu sein. Es wird an allen Ecken und Enden deutlich, dass die Entwickler hier Potenzial verschwendet haben. Sollte es eines Tages zu Dragonball Xenoverse 3 kommen, erwartet wir einen wesentlich angenehmeres Gesamtbild.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Ich sag es ehrlich heraus – ich finde, das dass Spiel eine absolute Frechheit für Kunden und noch viel wichtiger für Fans ist. Es gibt weder eine neue Story, noch eine markant größere Charakterauswahl und nicht einmal eine Veränderung im Gameplay. Während der Vorgänger stets zu begeistern wusste und mich mit einer spannenden Geschichte stundenlang vor den Monitor fesselte, ist der neue Ableger nichts weiter als eine Kopie des Vorgängers, der als Vollpreistitel verkauft wird. Diese Traurigkeit zeigt sich auch schnell online, indem die Spieler nach wenigen Tagen schon die Lust verloren und ich teilweise – ungelogen – bis zu zwanzig Minuten nach einem Online-Kampf suchen musste. Auch die Ebene, auf der sich alle Spieler treffen können, ist ein trostloser Ort, an denen nur noch ich und die Geschäfte der Nichtspielercharaktere vorhanden sind und darauf warten, dass alles ein Ende findet. Die Entwickler haben sich hier eindeutig und so offensichtlich auf ihren Lorbeeren ausgeruht, dass ich hier fast von einem Rückschritt sprechen kann. Wer den Vorgänger kennt, hat alles erlebt und braucht Dragonball Xenoverse 2 absolut nicht.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Dragonball Xenoverse 2!

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