Review: Another (Vol. 2)

In der ersten Volume der auf insgesamt vier Veröffentlichungen ausgerichteten Anime-Serie Another wurden wir in die Ausgangssituation eingeführt. Dass diese in der zweiten Volume regelrecht überarbeitet wurde, ist für uns zugleich überraschend, als auch richtig spannend.

Nach wie vor dreht sich alles um den jungen Mittelschüler Sakakibara Kōichi. Für sein letztes Mittelschuljahr ist er aus seiner Heimat Tōkyō ins ländliche Yomiyama gezogen, um bei seinen Großeltern zu leben, da sein Vater in Indien ein Forschungsvorhaben verfolgt. Im Serienauftakt haben wir erfahren, dass in Yomiyama angeblich ein Fluch für merkwürdige und tödliche Ereignisse verantwortlich ist. Außerdem scheint in Kōichis Klasse ein Geist zu hausen, denn kurioserweise kann niemand außer ihm die kleine Misaki Mei sehen. Zu Beginn der fünften und somit ersten Episode dieser Volume scheiden abermals zwei weitere Figuren aus. Während Mizuno Sanaes Tod am Ende der letzten Folge der ersten Volume bereits angedeutet wurde, werden wir nun Zeugen des tragischen Unfalls im Aufzug, der schlussendlich mit veralterter Technik erklärt wird. Kaum hat Hauptfigur Kōichi diesen Verlust verarbeitet, trifft er am Flussufer ein letztes Mal auf seinen Klassenkameraden Takabayashi Ikuo. Als er ihn über Mei ausfragen möchte, geschieht etwas Unerwartetes: Ikuo stirbt an einem Herzinfarkt! Zwar wird auch das damit erklärt, dass er einen Herzfehler hat, aber die Unwahrscheinlichkeit des Vorfalls ist nicht von der Hand zu weisen. Damit der Fluch nicht ein weiteres Mal zuschlagen kann, ergreifen Kōichis Mitschüler eine folgenschwere Maßnahme: Sie ignorieren ihn fortan.

Alljährlicher Fluch

Das mag für den einen oder anderen Zuschauer im ersten Moment sehr komisch wirken – und wir mussten uns an diese Idee der Fluchsbekämpfung erst einmal selbst gewöhnen. Wirklich erklärt wird dieses Konzept nämlich nicht, ergibt beim Vorantreiben der Story aber durchaus Sinn, denn auch Mei wurde von ihrer Klasse auf diese Weise ausgeschlossen. Mehr möchten wir dazu auch gar nicht verraten. Es sei jedoch gesagt, dass wegen dieser Vorfälle die Freundschaft zwischen Kōichi und Mei auf der einen Seite und die Beziehung zu ihren Klassenkameraden auf der anderen Seite im Mittelpunkt stehen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Handlung ist in der zweiten Volume auch Kōichis verstorbene Mutter. Diese war nämlich in ihrer Jugend ebenfalls Schülerin in der verfluchten Klasse 3-3. Chibiki Tatsuji, der Bibliothekar ihrer Mittelschule und früherer Lehrer von Kōichis Mutter erinnert sich an sie und erklärt ihnen allerhand Fakten über den Fluch, der in jedem Jahr zuschlägt und unzählige Opfer fordert. Trotz neuer Erkenntnisse bleibt die Handlung mit ihren zahlreichen Facetten sehr mysteriös und undurchschaubar. Warum ein Ferienlager von essentieller Bedeutung für den Verlauf der Geschichte werden könnte und welche grausamen Taten ihr Klassenlehrer Kubodera Shōji (vor den Augen seiner Schüler) verrichtet, solltet ihr aber unbedingt selbst herausfinden.

Gewollte und übertriebene Stilmittel

Erzählt wird die Geschichte in Form von meist ruhigen und langsamen Dialogen, um die düstere und in wenigen Szenen gar gruselige Stimmung zu unterlegen. Sowohl den japanischen, als auch den deutschen Synchronsprechern gelingt es, diese Stimmung durchweg aufrechtzuerhalten. Das liegt aber auch oft am Soundtrack, der meistens im Hintergrund verbleibt und so die Spannung förmlich knistern lässt. Insgesamt kann die Akustik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 also punkten. Ergänzt wird sie mit einem knackscharfen Bild in der Auflösung 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format. Dargestellt werden sämtliche Szenen in der Regel mit recht blassen Farben; nur selten fühlen sich einzelne Szenen fröhlicher an, wenn auf stärkere Farben gesetzt wird. Zartbesaitete sollten sich eventuell den Weg ins Badezimmer vorsorglich ebnen, denn eine Szene in den vorliegenden Episoden geizt nicht mit Blut, es wird als Stilmittel hier gar ein wenig übertrieben. Digitales Bonusmaterial gibt es wie bei der ersten Volume leider nicht. In physischer Form soll der Blu-ray Disc ein Booklet beiliegen, welches uns aber leider nicht zu Rezensionszwecken zur Verfügung stand. Wir gehen aber stark davon aus, dass es ähnlich qualitativ wie andere Heftchen bei Kazé-Anime-Veröffentlichungen ausfällt. Wer den Serienauftakt von Another mochte, wird die Folgen der zweiten Volume lieben!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Vor einigen Monaten habe ich noch nicht das Gefühl gehabt, dass ich mich mit der Anime-Serie Another so richtig anfreunden werde. Nachdem ich mir jetzt jedoch die Episoden der zweiten Volume angeschaut habe, hat sich das Blatt definitiv gewendet. Die Charaktere beziehen sich in Gesprächen gegenseitig deutlich mehr ein und der Mystery-Faktor hat eine ganz neue Dimension erreicht. Das gefällt mir ebenso gut wie die künstlerische Gestaltung mit blassen Farben und ruhigen Momenten, die es genau dann schaffen, mich zu schocken, wenn ich schon gar nicht mehr damit rechne. Das zweite Episodenpaket von Another ist durchweg gelungen und wer den Serienauftakt gesehen hat, sollte auch die zweite Volume seiner Sammlung unbedingt hinzufügen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Another (Vol. 2)!

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