Review: Wolf Girl & Black Prince (Vol. 1)

Romantische Komödien aus dem Anime-Sektor eignen sich hervorragend, um an verregneten Nachmittagen oder langweiligen Abenden die Zeit zu vertreiben. Wolf Girl & Black Prince ist ein weiteres gutes Beispiel, das man sich als Fan des Genres keinesfalls entgehen lassen sollte.

In der zwölfteiligen Anime-Serie Wolf Girl & Black Prince dreht sich alles um die Oberschülerin Shinohara Erika und den Oberschüler Sata Kyōya. Die Geschichte beginnt im April und damit passend zum Beginn ihres ersten Oberschuljahrs. Erika und ihre Freundin Sanda Ayumi kennen an der neuen Schule noch niemanden, doch da vor allem Erika Probleme damit hat, in einer neuen Umgebung Freundschaften zu schließen und Ayumi eine andere Klasse besucht, schmieden die beiden Freundinnen Pläne, wie ihnen das gelingen soll. Mit ihrem freundlichen Lächeln kann Erika gerade so Tachibana Marin und Tezuka Aki als neue Freundinnen gewinnen. Allerdings handeln ihre Gespräche stets nur davon, wie ihnen der Geschlechtsverkehr mit ihren festen Freunden gefällt und welche Erfahrungen sie so gesammelt haben. Da Erika aber noch keinen Freund hat, erfindet sie einfach jemanden und lässt Ayumi sie deshalb so oft es geht anrufen, damit ihre Lügen nicht aufgedeckt werden. Als Erika jedoch hinterrücks erfährt, dass Marin und Aki bereits ahnen, dass sie eigentlich keinen Freund hat und somit vermutlich auch noch Jungfrau ist, kommt sie in Zugzwang. Während eines Ausflugs in die Stadt entdeckt sie den bereits erwähnten Kyōya, den sie prompt fotografiert. Das Foto soll beweisen, dass sie einen Freund hat – blöd nur, dass Kyōya zufälligerweise auf dieselbe Schule geht.

Zynischer Humor

Erika hat Glück, dass sich Kyōya dazu überreden lässt, ihren ausgedachten Freund zu spielen, um ihr Gesicht zu wahren. Allerdings erwartet er dafür von ihr, dass sie sich dann und wann wie ein treues Hündchen verhalten soll. Sie willigt ein und legt damit die Grundlage für eine der lustig-romantischsten Pärchenbeziehungen, die wir in Anime bisher erlebt haben. Wer Serien wie Love, Chūnibyō & Other Delusions! mag, der wird auch mit Wolf Girl & Black Prince definitiv seinen Spaß haben. Egal wie witzig eine Situation, in die sich Erika aufgrund ihrer Tollpatschigkeit hineinmanövriert hat auch ist, Kyōya legt mit einem seiner zahlreichen zynischen Kommentare zum Leidwesen Erikas immer wieder einen drauf. Nebencharaktere wie der begriffsstutzige Hibiya Takeru sorgen aufgrund ihres Charakters ebenfalls wieder für den einen oder anderen Lacher. Unter stilistischen Gesichtspunkten werden zudem manche Szenen mit Lautmalerei wie in der Manga-Vorlage von Hatta Ayuko unterlegt und in anderen Szenen werden wiederum verschiedene Anmerkungen eingespielt, um die Absurdität des jeweiligen Momentes zu unterlegen. Das Team um Regisseur Hiroki Ryūichi hat sowohl die Figuren, als auch den Humor um Liebe, Beziehung und Sex so eingefangen, dass die Story dabei keinesfalls zu kurz kommt und in allen vier enthaltenen Episoden sehr gut erzählt wird.

Charmante Präsentation

Optisch kann Wolf Girl & Black Prince durchaus gefallen. Die Hintergründe fallen im bildschirmfüllenden 16:9-Format und in der Auflösung von 1080p in der Regel eher blass aus und lassen sich am ehesten mit Nisekoi: Liebe, Lügen & Yakuza vergleichen. Das heißt aber nicht, dass dieser Zeichenstil nicht gefallen kann – im Gegenteil. Zusammen mit den gelungenen Charakteren präsentiert sich die Anime-Serie durchaus charmant, zumal auf besondere Effekte weitgehend verzichtet wird und der Fokus auf übertrieben dargestellten Emotionen liegt. Musikalisch wird die Anime-Serie zwar mit lockeren Tönen unterlegt, doch noch konnte sich in unseren Ohren kein besonderes Stück herauskristallisieren, was der Serie in Hinblick auf die Atmosphäre der nächsten acht Folgen aber gut tun würde. Dafür punktet in unserem Test vor allem die deutsche Synchronisation. Insbesondere der deutsche Synchronsprecher von Kyōya begeistert uns mit dem Verstellen seiner Stimme, wenn er Erika einen Befehl erteilt. Auch wenn die deutsche Version damit das Original leicht verfälscht, loben wir die Synchronregie dafür diesmal sehr. Beide Tonspuren liegen im Übrigen im klaren Tonformat DTS HD Master Audio 2.0 vor. Schade ist am Ende nur, dass sowohl im digitalen Bereich, als auch in der physischen Auslieferung (laut Angaben des Publishers) kein Bonusmaterial vorhanden ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Im Vorfeld habe ich nicht sehr viel von Wolf Girl & Black Prince erwartet und auch die erste Hälfte der ersten Episode hat mich nicht gerade vom Hocker gehauen. Sobald aber die langsame Exposition abgeschlossen ist und die eigentliche Grundlage der Serie, also die Fake-Beziehung zwischen Erika und Kyōya, gelegt wurde, habe ich die ersten vier Folgen in einem Rutsch durchsehen wollen. Schon lange wurde ich nicht mehr so gut in einer Anime-Serie unterhalten. Sowohl die eigentliche Geschichte wird charmant erzählt, als auch mit dem zynischen Humor (für den vor allem Kyōyas Bemerkungen verantwortlich sind) treffend unterlegt. Wer Anime-Serien aus dem Romantikbereich sucht und nichts gegen zynischen Humor über Liebe, Beziehung und Geschlechtsverkehr hat, wird mit Wolf Girl & Black Prince sicherlich sehr viel Spaß haben. Ich bin auf jeden Fall schon auf die nächsten acht Folgen der Serie gespannt!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Wolf Girl & Black Prince (Vol. 1)!

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