Review: Food Wars (Vol. 3)

Während die erste Volume von Food Wars als gelungene Exposition eingestuft werden kann, ist die zweite Ausgabe nichts weiter als eine solide Festigung dieser, die vor allem auf repetitiven Elementen aufbaut. Die dritte Volume bessert diesen Fehler zum Glück ein wenig aus.

Yukihira Sōma wurde von seinem Vater auf die Tōtsuki-Kochschule geschickt. Trotz seines herausragenden Kochtalents soll er seine Fähigkeiten auf dieser Oberschule weiter verbessern. Nach den ersten Strapazen bei ihrem Ausflug in ein Hotel, die Sōma und seine gute Freundin Tadokoro Megumi zum Wohl der Handlung glücklicherweise überstehen konnten, steht eine letzte Aufgabe auf ihrem Arbeitsplan. Sie sollen Soufflés für die Gäste zaubern, wobei Sōma ein Fehler unterläuft und deshalb arg unter Zeitdruck gerät. Für Fans der Anime-Serie dürfte diese Wendung sicherlich nicht überraschend kommen, geht doch immer etwas schief, damit Sōma die Situation in letzter Minute noch retten kann. Der wichtigste Bestandteil des dritten Episodenpakets dürfte jedoch der Besuch von Sōmas Vater Yukihira Jōichirō sein, der eigentlich in einem Nobelrestaurant in New York City arbeiten sollte, aber dennoch die Entwicklung seines Sohnes im Auge behalten will. Vater und Sohn liefern sich ein Kochduell und ob Sōma nach den ersten Wochen an der Tōtsuki-Kochschule seinem Vater ein 490. Mal unterliegt, müsst ihr allerdings schon selbst herausfinden. Die letzten Episoden dieser Volume stehen ganz im Zeichen der so genannten Golden Week, einer Woche voller Feiertage, die es den Schülern der Tōtsuki-Kochschule ermöglicht, nach Hause zu fahren und sich dort zu erholen.

Japanische Küche, japanische Kultur

Erholung hat Sōma allerdings nicht im Sinne, denn bei seiner Heimkehr langweilt er sich alsbald und beschließt, über die Feiertage das Restaurant zu öffnen und die Nachbarschaft mit leckerem Essen zu verwöhnen. Problematisch ist hierbei, dass sich sein Restaurant in einer so genannten Shōtengai, einer Ladenstraße, befindet. Der wirtschaftliche Niedergang dieser sorgt dafür, dass Sōma und seine Freunde erst einmal eine Lösung finden müssen, um die Leute für sein Restaurant zu begeistern. Hier übt die Anime-Serie tatsächlich ein bisschen Kritik an der erschreckenden Realität, denn Shōtengai sind in Japan ein schwindendes Phänomen. An dieser Stelle empfehlen wir die dreizehnteilige Anime-Serie Magical Shopping Arcade Abenobashi von Publisher Nipponart, die auf das ökonomische Problem auf sehr viel humorvollere Art und Weise aufmerksam machen möchte. Wir finden es schön, dass Food Wars neben dem Shōtengai-Phänomen auch auf die Golden Week eingeht, um die Eigenschaften und Eigenheiten der japanischen Kultur abseits kulinarischer Köstlichkeiten zu beschreiben. Die bekannten Elemente, die sich im Wettkampf zwischen zwei oder mehreren Parteien widerspiegeln, sind zwar auch in der dritten Volume enthalten, fallen aber nicht mehr ganz so stark auf, wie noch in der letzten Ausgabe. Die zwischenmenschlichen Beziehungen werden ebenso gestärkt.

Musikwechsel

Unter optischen Gesichtspunkten sind die Episoden der dritten Ausgabe ein richtiger Augenschmaus. Die verschiedenen Kochzutaten, die übertriebenen Charaktere, die oftmals sehr sterilen Umgebungen und die gelegentlich lustvoll wirkenden Effekte ergeben ein fast durchgehend stimmiges Gesamtbild. Nur selten haben wir in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format das Gefühl, dass hier und da etwas Liebe zum Detail fehlt. Das gilt auch für die musikalische Untermalung, die stets zum Geschehen passt. Im Übrigen hat man sich für einen Wechsel von Opening- und Ending-Song entschieden. Anstatt Kibō no Uta von Ultra Tower und Spice von Tōkyō Karankoron, kommen wir ab der 15. Episode in den Genuss von Rising Rainbow von Misokkasu und Sacchan no Sekushī Karē von Ōmori Seiko. Der Wechsel der Songs ist, wie bei vielen anderen Anime-Serien auch, gewöhnungsbedürftig. Nichts geändert hat sich hingegen an den Synchronsprechern, die sowohl in der deutschen, als auch in der japanischen Fassung mit den markanten Stimmen punkten können. Wie bei der zweiten Volume gibt es auch bei der dritten Ausgabe kein digitales Bonusmaterial. Im physischen Bereich liegt wieder ein Booklet bei, über dessen Qualität wir aber nichts sagen können, da es uns nicht zur Verfügung stand. Wir gehen hier jedoch von gewohnt guter Qualität aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Nachdem mich die zweite Volume der Anime-Serie Food Wars eher enttäuscht hat, freue ich mich darüber, dass die Episoden der dritten Ausgabe wieder einiges besser machen. Die zwischenmenschlichen Beziehungen stehen wieder im Mittelpunkt und die Geschichte wiederholt sich mit dem typischen Konkurrenzdenken bei den Kochduellen nicht mehr allzu stark. Dennoch darf nicht erwartet werden, dass die Handlung neue Dimensionen erreicht. Sie bleibt auf dem gewohnten Niveau und bedient in erster Linie noch immer die Fans, die seit der ersten Episode mit guter Laune dabei geblieben sind. Diese dürfen bei der dritten Volume auch ohne mit der Wimper zu zucken zuschlagen. Alle anderen investieren ihr Geld lieber in ein großzügiges Abendessen mit Freunden, um mindestens genauso gut unterhalten zu werden.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Food Wars (Vol. 3)!

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