Review: Invaders of the Rokujōma (Vol. 2)

Gerade einmal auf zwölf Episoden hat es die Anime-Serie Invaders of the Rokujōma gebracht – und das obwohl der Manga noch nicht abgeschlossen ist. Wie befürchtet kann die verrückte Handlung um eine ganz bestimmte Wohnung in dieser Zeit nicht zu Ende geführt werden.

Nach wie vor dreht sich in Invaders of the Rokujōma alles um den Oberschüler Satomi Kōtarō. Zu Beginn der Serie ist er in seine erste eigene Wohnung eingezogen, deren Mietpreis zudem noch spottgünstig war. Mit der Idylle ist es aber jäh vorbei, als Kōtarō vom ersten Tag an der neuen Oberschule nach Hause kommt. Der Geist von Higashihongan Sanae, das Magical Girl Nijino Yurika, Kurano Kiriha aus der Unterwelt und die intergalaktische Prinzessin Theiamillis Gre Fortorthe haben ebenfalls ein Interesse an der Wohnung und sorgen dafür, dass Kōtarō keine Ruhe mehr bekommt. Der Lärm veranlasst seine Vermieterin Kasagi Shizuka dazu, dass alle fünf Beteiligten ihren Konflikt friedlich lösen sollen und so entscheiden sie sich, mit dem einen oder anderen Spiel den wahren Mieter zu bestimmen. Mit fortlaufender Story verlieren die Figuren dieses Ziel allerdings aus den Augen, sodass genügend Raum bleibt, um weitere Geschichten um die fünf ungleichen Freunde zu erzählen. An diesem Aufbau hat sich in der zweiten und leider auch schon letzten Volume von Invaders of the Rokujōma nichts geändert. Allerdings werden sämtliche Episoden der zweiten Ausgabe wesentlich stärker dazu genutzt, die zwischenmenschlichen Beziehungen tiefgründiger zu gestalten. Dies gefällt uns einerseits zwar sehr, doch andererseits merken wir auch, dass die Geschichte ein wehes Ende nimmt.

Freunde und Feinde

Zwölf Episoden sind entweder zu wenig oder zu viel, um die Handlung so zu erzählen, wie es sich Takehaya, so der Künstlername des Autors der Manga- und Light-Novel-Vorlage, vorgestellt hat. Auf der einen Seite hätten weniger Episoden dazu geführt, dass die Story fast schon in Filmform komprimiert erzählt werden könnte und auf der anderen Seite sind zwölf Folgen dafür wiederum zu viel, da die Story so nur künstlich in die Länge gezogen würde. So bleibt am Ende nur ein Einblick in Geschehnisse um Kōtarō bis zum Jahresende, die auf zwei größere Handlungsstränge und eine kleinere Geschichte aufgeteilt werden können. Lange Zeit wollte niemand von Yurikas Freunden ihr glauben, dass sie tatsächlich ein Magical Girl ist – stattdessen wurde sie bisher immer nur als Cosplayerin abgestempelt. Dieser Umstand ändert sich, als endlich ihre Feindin Aika Maki auftaucht und ihre dunklen Pläne in die Tat umsetzen will. Die zweite der drei Geschichten wäre die Vergangenheitsbewältigung von Kiriha. Bereits in der ersten Volume haben wir erfahren, dass dies nicht ihr erster Besuch an der Oberfläche ist und sie schon einmal in einem Freizeitpark war. Zusammen mit Kōtarō besucht sie diesen und genau in diesem Moment tauchen vermeintlich Verbündete von ihr aus der Unterwelt auf, um die Herrschaft auf der Erde zu übernehmen. Abgefahren und durchgedreht bis zum Ende!

Solider Abschluss

Da ist es schon verwunderlich, dass die zwölfte Episode einen gewöhnlichen Eindruck bei uns hinterlässt. Weihnachten steht im Mittelpunkt der Folge und somit kommen die Streitigkeiten um die Wohnung, die im Grunde in den anderen Episoden auch kaum mehr behandelt werden, endgültig zum Stillstand. Bei der technischen Gestaltung der Serie hat sich Animationsstudio Silver Link wenig überraschend am soliden Grundgerüst der ersten Volume orientiert. Soll heißen, dass sämtliche Szenen und Kamera-Einstellungen in der Auflösung von 1080p und im 16:9-Format überzeugen. Nur Animationen oder Charakterzeichnungen stoßen hin und wieder negativ aus der Gesamtmasse heraus. Akustisch bietet die Anime-Serie abermals einen recht angenehmen Soundtrack, der die heiteren und spannenden Momente wunderbar unterlegt. Die deutschen und japanischen Synchronsprecher tun ihr Übriges, um die Charaktere verhältnismäßig glaubhaft darzustellen. Wie schon bei der ersten Volume liegt auf der Disc kein digitales Bonusmaterial vor. Einblicke in die Umsetzung von der Vorlage zum Anime wären aufgrund der geringen Episodenzahl unserer Meinung nach angebracht gewesen. Dafür entschädigt das beiliegende Booklet, über dessen Qualität wir bei Invaders of the Rokujōma allerdings nichts sagen können, da es uns zum Testen leider nicht zur Verfügung stand. Wie so oft gehen wir allerdings – wie von Kazé Anime gewohnt – von einer hochwertigen Qualität aus.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Invaders of the Rokujōma hat in meinen Augen mit der ersten Episode richtig gut angefangen, sich danach aber schnell verloren. Man wollte wohl bewusst nicht zu tief in die Materie eindringen, um den Charakteren Zeit zu lassen, sich zu entfalten. Das gelingt der Anime-Serie spätestens mit der zweiten Volume sehr gut. Die Handlung lässt sehr viel Spielraum für die zwischenmenschlichen Beziehungen, die peu á peu vertieft werden. Schade ist nur, dass Invaders of the Rokujōma dadurch vergisst, die eigentliche Handlung voranzutreiben. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass die Manga-Reihe in Japan bis heute noch nicht abgeschlossen ist und man sich so wohl auf kein Ende festlegen konnte. Das ist meinem Erachten nach aber genau der falsche Ansatz. Man hätte sich sehr wohl vor der Produktion dazu entscheiden können, wie man die zwölf Episoden füllt und man hätte so auch ein ganz anderes Ende wie in der Light Novel oder im Manga darstellen können. Das hat bei Death Note, zumindest bei Anime-Serie und Realfilm, hervorragend funktioniert. So bleibt Invaders of the Rokujōma unterm Strich zwar ein unterhaltsamer Anime, der aber abrupt endet und so wohl nur für Fans der Manga-Vorlage oder die, die es werden wollen, wirklich geeignet ist. Alle anderen sehen sich lieber nach ebenso spaßigen Alternativen um.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Invaders of the Rokujōma (Vol. 2)!

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