Review: Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 4)

Mit der vierten Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal wird die erste Veröffentlichungsreihe beendet. Die in der dritten Ausgabe aufgebaute Handlung wird in der vierten Volume sowohl zu einem zufriedenstellenden, als auch fortsetzungsfreudigen Abschluss geführt.

In der letzten Volume gelangten die Sailor-Kriegerinnen ins 30. Jahrhundert. Dort hat sich der Klan Black Moon einen sehr schlechten Ruf aufgebaut, indem sie den Planeten zerstört haben und als den nächstes den Crystal Palace von Neo Queen Serenity zerstören wollen. Der wahre Strippenzieher sitzt jedoch im Hintergrund. Wiseman ist es erfolgreich gelungen, Black Moon für seine Pläne zu manipulieren und will sich nun nach und nach seinen Komplizen entledigen, um den Silberkristall zu zerstören und anschließend das Universum mit Finsternis zu überziehen. Dass die Sailor-Kriegerinnen Wiseman aufhalten müssen, steht außer Frage. Im Mittelpunkt der Story steht allerdings die kleine Tsukino Chibiusa, über die einige Hintergründe gelüftet werden. So erfahren wir unter anderem, wie sie ins 20. Jahrhundert gekommen ist und welchen Wert ihre Freundschaft mit Sailor Pluto hat. Über kurz oder lang gerät Chibiusa allerdings in eine Zeitkrümmung und gilt zunächst als verloren. Nachdem die Sailor-Kriegerinnen aufgrund von Erschöpfung kurzzeitig in ihre Zeit zurückkehren müssen, wird Chibiusa von den Mächten des Bösen verführt und stellt sich ihren einstigen Freundinnen im Kampf entgegen. Der Konflikt wird auf spannende und moralische Art und Weise gelöst. Bis zum Schluss bleibt die Geschichte von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal spannend und lässt zudem ein Hintertürchen für weitere Folgen, die noch folgen werden, offen.

Freud und Leid

Auf der technischen Seite können die Episoden der vierten Volume von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal ähnlich überzeugen wie die vorherigen zwanzig Folgen. Das heißt, dass die Hintergrundbilder in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format nach wie vor sehr säuberlich dargestellt werden und das gilt im Grunde auch für die verschiedenen Sailor-Kriegerinnen mitsamt ihrer Gegenspieler. Nur selten hat man das Gefühl, dass das Geschehen etwas zu steril dargestellt wird. Dafür entschädigen die tollen Synchronsprecher, die sowohl in der deutschen Synchronfassung, als auch im japanischen Originalton im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 wunderbar zu den Charakteren passen. Die Atmosphäre wird in unseren Augen beziehungsweise Ohren höchstens durch den meist austauschbaren Soundtrack geschmälert. Oft hören sich die Stücke viel zu gleich an, ohne dass dabei – bis vielleicht auf die Titel- und Abspannmelodie oder die Verwandlungsmusik dank des hintergründigen Gesangs – auch nur eine Komposition aus der Menge heraussticht. Hier hoffen wir bei künftigen Folgen auf Besserung, da sich bei uns nach 26 Episoden reichlich Sättigung eingestellt hat. Hartgesottene Fans des Franchises können darüber aber sicherlich hinwegsehen. Erfreulich ist jedoch in jedem Falle, dass die Verwandlungen, die zuvor noch so gut wie in jeder Episode stets wiederholt wurden, zum Ende hin stark reduziert eingesetzt werden.

Einblicke von der Leipziger Buchmesse

Im digitalen Bonusbereich liegt auf der Blu-ray Disc die dreizehnminütige Dokumentation Pretty Guardian Sailor Moon Crystal – Der Beginn einer neuen Legende vor. In dieser Dokumentation kommen sowohl die drei Synchronsprecherinnen Sabine Bohlmann (Tsukino Usagi), Lea Kalbhenn (Kino Makoto) und Maresa Sedlmeir (Luna), als auch der Synchronregisseur Dominik Auer zu Wort. Auf der Leipziger Buchmesse geben sie in einer illustren Frage-und-Antwort-Runde Einblicke in die Synchronarbeit und erzählen, was sie mit dem Sailor-Moon-Franchise verbindet. Stavros Koliantzas, Inhaber des Blogs SailorMoonGerman, taucht in der Dokumentation zwar ebenfalls am Rande auf und auch wenn mehrmals auf den Fan-Blog hingewiesen wird, erhalten wir im Rahmen der Dokumentation keinen Einblick in seine Arbeit. Im Großen und Ganzen ist die Dokumentation als kurzes und nettes Schmankerl zu bezeichnen. Auf Einblicke in die Synchronisation der japanischen Fassung oder gar in die Entstehung der neuen Serie hat man gar gänzlich verzichtet. Hier hätte Publisher Kazé Anime zum vorläufigen Ende der Veröffentlichungsreihe im Oktober 2016 fernab des physischen Bonusmaterials in Form von Booklet und Postkarten noch einmal punkten können. Dennoch reiht sich die vierte Volume in eine hochwertige Produktionsreihe ein, die zumindest jeden Fan der deutschen Sprachfassung bedienen sollte.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Die vorerst letzten Episoden von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal sind durchaus spannend und actionreich inszeniert. Zwar kommt die Lüftung des wahren Bösewichts nicht gerade überraschend, doch dafür erwartet Nichtkennern der Vorlage beziehungsweise des Originals andere Wendungen, die man so nicht unbedingt sehen kann. Bis zur letzten Folge habe ich deshalb definitiv mit den Sailor-Kriegerinnen mitgefiebert. Auf der optischen und akustischen Seite bietet die Anime-Serie genau das, was man auch in den letzten drei Volumes gesehen hat. Säuberliche Hintergründe und hübsche Charaktere stehen für sich. Nur selten hat man das Gefühl, dass das Gesamtbild mit den Animationen ein wenig zu steril ausfällt. Das digitale Bonusmaterial ist in meinen Augen einzig und allein eine nette Dreingabe. Die Synchronsprecherinnen kamen in den beiden Synchronspecials der letzten beiden Ausgaben bereits zu Wort, sodass tiefgründige Einblicke in die Synchronisationsarbeit ausbleiben. Das Feeling der Leipziger Buchmesse, auf der die Dokumentation aufgezeichnet wurde, kann auf diese Weise ebenso nicht vermittelt werden. Hier hätte ich persönlich von einem großen Publisher wie Kazé Anime mehr erwartet. Pretty Guardian Sailor Moon Crystal ist und bleibt ein Anime, der sich vor allem ans weibliche Publikum richtet und dieses mit einer romantischen Geschichte um Liebe und Gerechtigkeit bis zur letzten Minute begeistern wird. Trotz der halbwegs abgeschlossenen Handlung bleibt am Ende ein Hintertürchen für weitere Folgen offen, auf die man sich noch freuen darf.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 4)!

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