Review: Mega Man X

mega-man-x-1Während sich Mega Man VII 1995 auf dem Super Nintendo zu sehr an den NES-Klassikern orientierte, brachte Mega Man X schon 1993 frischen Wind ins Franchise. Nachdem wir uns stundenlang mit X durch die Levels geschossen haben, sind wir auch sehr froh darüber.

mega-man-x-2Einhundert Jahre nach den Geschehnissen der klassischen Mega-Man-Reihe im fiktiven Jahr 20XX entdeckt der Archäologe Dr. Cain bei Ausgrabungen das Labor von Dr. Light. Jener Wissenschaftler ist der Erschaffer des ursprünglichen Mega Mans und auch von unserem neuen und titelgebenden Helden X. Dank Dr. Cain darf X im neuen Jahrhundert existieren, doch damit nicht genug. Dr. Cain versucht mit Dr. Lights Unterlagen neue Roboter zu erschaffen, die so genannten Reploids. Mit der Zeit entwickeln diese jedoch eigene Gedankenmuster und kommen zum Entschluss, dass Menschen niedere Lebensformen sind. Sie machen sich daran, die Menschheit auszulöschen und bringen mit der Zeit die Stadt, den Dreh- und Angelpunkt des Spiels, unter ihre Kontrolle. In Mega Man X schlüpfen wir nun zum ersten Mal in die Schaltkreise von X, um die Welt vor dem drohenden Untergang der Menschheit zu bewahren. Dabei fällt auf, dass der Titel viel textlastiger als die ursprüngliche Serie ist. Das tut dem Franchise richtig gut! Es ist echt erstaunlich, wie die Charaktere auf einmal gewisse Charakterzüge bekommen, obwohl diese grundsätzlich nur angedeutet werden. Dann und wann stoßen wir auf Zero (bekannt aus der Mega-Man-Zero-Serie) und auf Hologramme von Dr. Light. Diese sollten von uns schleunigst aufgesucht werden, denn immer wenn wir auf ein Hologramm von Dr. Light stoßen, wird unser Anzug mit einer neuen Technik ausgerüstet.

Nonstop-Action

mega-man-x-3Diese Techniken spiegeln sich dann etwa in einem neuen Beschleunigungssystem wieder, mit dem wir dann ein paar Meter weit sprinten und so auch größere Abgründe überwinden dürfen. Oder wir erhalten eine neue Legierung, mit der wir nur noch fünfzig Prozent des eigentlichen Schadens einstecken, welche uns die zahlreichen Gegner verpassen. An Feinden mangelt es dem Titel mal wieder nicht. Ständig rast einer der roboterartigen Wesen auf uns zu oder auch mal an uns vorbei. Um nicht getroffen zu werden, sollten wir schnell schalten und ausweichen oder den Gegner mit gezielten Schüssen erledigen. Da Mega Man X ein Spiel der alten Schule ist, tauchen Gegner nach dem Verschieben des Bildschirms an jenen Stellen zudem neu auf. Mega Man X ist durch den wesentlich agileren X, der auch an Wänden hochklettern kann, sehr viel zugänglicher für neue Spieler, die sich aufgrund des berühmtberüchtigten sehr hohen Schwierigkeitsgrad der Nintendo-Entertainment-System-Titel nicht so sehr an das Franchise getraut haben. Die abwechslungsreichen Levels, wie etwa der Flughafen, die alte Fabrikhalle in der das Licht automatisch in bestimmten Zyklen an- sowie ausgeschaltet wird oder gar der düstere Wald, in dem verrückte Holzfäller-Roboter ebenso kuriose und sogar nachwachsende Roboter-Baumscheiben auf uns zu schicken, machen den Titel zu einer wahren Action-Partie.

Auftakt eines Spin-offs

mega-man-x-4Einzig die verschiedenen Bossgegner, die allesamt mit einer unterschiedlichen Taktik besiegt werden wollen, werden Neulinge wohl vor eine schier undenkbare Herausforderung stellen. Das ist aber auch das Besondere an der Reihe, denn wie im Original erhalten wir nach dem Sieg gegen einen der Bosse eine neue Waffe, deren Energie mit jedem einzelnen Schuss zwar verbraucht (und wieder aufgeladen werden kann), aber bei jedem Bossgegner andere Wirkungen erzielt. Es macht unglaublich viel Spaß, die bösen Reploids zu durchschauen, ihre Taktiken zu verinnerlichen und herauszufinden, welche Waffe wohl den größten Schaden bei ihnen anrichtet. Obwohl Mega Man X nicht mehr mit dem kultverdächtigen 8-Bit-Soundtrack der klassischen Reihe aufwarten kann, wurden bekannte Jingles extra neu eingespielt und machen auch zu 16-Bit-Zeiten immer noch etwas her. Der Soundtrack passt wunderbar zu den hübschen Grafiken und macht Mega Man X zu einem unvergesslichen Genuss. Sehr schade ist, dass Capcom damals kein Speichersystem in den Titel integriert hat. Zwölfstellige Passwörter gilt es immer dann aufzuschreiben, wenn wir kein 1-up mehr unser Eigen nennen. Aber auch wenn wir einen Level abermals angehen müssen, ist das Gefühl des Erfolgreichseins danach umso befriedigender. Mega Man X ist ein Klassiker, den man unbedingt gespielt haben muss!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Virtual-Console-Fassung): Seit dem Start der Virtual Console auf der Wii bin ich ein großer Fan der Mega-Man-Reihe geworden. Obwohl die Mega-Man-Reihe aufgrund ihres fantastischen Soundtracks und des knackigen Schwierigkeitsgrad legendär ist, gefällt mir Mega Man X sogar noch ein wenig besser. Das liegt allerdings nicht daran, dass der Titel schwierig ist – im Gegenteil: Für Profis wird er stellenweise sogar viel zu leicht sein. Dennoch bietet Mega Man X durchgehend Action-Einlagen, die mit abwechslungsreichen Waffen aufgelockert und mit herausfordernden Bossgegnern gekrönt werden. Dazu gesellen sich spannende Story-Momente und ein aus heutiger Sicht nostalgischer Soundtrack. Wirklich schade ist jedoch, dass der Titel über kein Speichersystem verfügt und mit einem nervigen Passwortsystem keinen äquivalenten Ersatz bietet. Wer damit aber leben kann, sollte Mega Man X unbedingt eine Chance geben, denn diesen Titel sollte man zumindest einmal ausprobiert haben!

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