Review: Metroid: Samus Returns

1991 erschien mit dem Spiel Metroid II: Return of Samus der zweite Teil der damals frischen Metroid-Reihe, diesmal für die Hosentasche beziehungsweise den damals noch jungen Game Boy. Im Juni 2017 wurde auf der Electronic Entertainment Expo plötzlich ein Remake für den 3DS angekündigt, das schon im darauffolgenden September veröffentlicht wurde.

Obwohl es sich bei Metroid: Samus Returns um das Remake des zweiten Serienteils handelt, heißt das nicht, dass es sich hierbei auch inhaltlich um eine Fortsetzung des Seriendebüts handelt. Über die Jahre erschienen mehrere Metroid-Episoden, die zeitlich zwischen Metroid für das Nintendo Entertainment System respektive Metroid: Zero Mission für den Game Boy Advance angesiedelt sind. Nach mehreren Konfrontationen mit den Weltraumpiraten und den gefährlichen Metroids wird die titelgebende Kopfgeldjägerin Samus Aran von der galaktischen Föderation auf den Planeten SR388 geschickt, da auf diesem Planeten die letzten Metroids leben. Samus soll sie ein für alle Male vernichten, damit es in der Galaxis eine Bedrohung weniger gibt. Ähnlich wie im Original bleibt die Handlung während der Mission im Hintergrund und ist nur in der Einleitung sowie im Epilog wirklich zu spüren. Auf der Suche nach den letzten Metroids behält der Spieler entsprechend permanent die Kontrolle über Samus und kann sich entscheiden, welche Richtung er bei der Erkundung einschlägt. Die Bewegungsfreiheit wird – wie für die Serie gewohnt – einerseits durch natürliche Grenzen wie Höhlenwände oder Lavaseen eingegrenzt, andererseits aber auch durch künstliche Hindernisse wie verschlossene Türen eingeschränkt. So ist zwar ein roter Faden im Spiel zu bemerken, der aber aufgrund vieler Aktions- und Erkundungsmöglichkeiten nicht wirklich zu spüren ist.

Erkundungsdrang auf einem fremden Planeten

Diese Vielfalt ist vor allem in der Ausrüstung der Kopfgeldjägerin zu erkennen. In den Untiefen des Höhlensystems von SR388 lassen sich zahlreiche Waffen und Rüstungsteile finden, mit denen Samus nach dem Einsammeln automatisch modifiziert wird. So kann sie sich per Morph-Ball-Update in Kugelform zusammenrollen, womit sie anschließend durch sehr enge Schächte rollen darf. Später im Spielverlauf erlernt sie auch die Space-Jump-Fähigkeit, mit der sie unendlich oft Saltos in der Luft schlagen kann, um beispielsweise erhöhte Plattformen zu erreichen. Es sind jedoch auch neue Kampfoptionen bei diesen Upgrades enthalten. Mit der Screw Attack können beim Space Jump auch direkt herumfliegende Gegner getötet werden und mit den verschiedenen Beam-Erweiterungen kann Samus immer mehr Feinden auf sehr unterschiedliche Art und Weise das Fürchten lehren. So kann sie Gegner mit dem Ice Beam einfrieren und falls sie noch nicht über den Space Jump verfügt, ist es ihr so möglich, Gegner als Sprungbrett zu missbrauchen. Weitere Spezialfähigkeiten sind zum Beispiel ein Ortungssystem, mit dem die Karte auf dem unteren 3DS-Bildschirm aktualisiert wird oder ein Schutzschild, mit dem sämtliche Angriffe der Gegner verpuffen, solange die Energie des Schildes reicht. Nicht zu unterschätzen ist zudem die neue Abwehrfunktion, mit der es Samus möglich ist, diverse gegnerische Angriffe per Armbewegung abzuwehren und den Feind zu betäuben.

Franchise in liebevollen Händen

Es ist beeindruckend, wie viel Liebe bereits 1991 auf dem Game Boy in den Titel eingeflossen ist und was die Entwickler von MercurySteam 2017 noch in das Spiel gepackt haben und wie sie mit diesem umgegangen sind. Ein Wunder ist dies jedoch nicht, denn schließlich hat das Entwicklerstudio bereits drei Castlevania-Spiele für Konami entwickelt, die allesamt nach dem Metroid-Spielprinzip aufgebaut waren. Zwar war es damals wie heute auch nicht zeitgemäß, viele repetitive Zwischengegner in ein Spiel zu packen, doch besonders in der zweiten Spielhälfte können diese mit einem wirklich nicht zu verachtenden Schwierigkeitsgrad begeistern. Auch die Bossgegner überzeugen mit durchdachten Ideen, die sich im Ablauf der verschiedenen Manöver der Feinde widerspiegeln, obwohl das gesamte Gameplay durchgehend im zweidimensionalen Raum stattfindet und so nur bedingt Platz für das Ausweichen und das Starten von Angriffen vorhanden ist. Dass Samus Returns technisch dem Game-Boy-Original weit überlegen ist, dürfte sicherlich niemanden verwundern. Während die Grafik durchaus zufriedenstellend ist, kann vor allem die Musik mit vielen paralysierenden Tracks überzeugen, die den Spieler immersiv ins Spielgeschehen eintauchen lassen. Zudem lässt sich der Titel dank nahezu stufenlosem Anvisieren der Gegner auch in actionreichen Szenen wesentlich besser spielen als der Ursprungstitel. Fans von Metroid oder Action-Adventures mit Science-Fiction-Setting sollten sich Metroid: Samus Returns auf keinen Fall entgehen lassen.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der 3DS-Fassung und der Virtual-Console-Fassung des Game-Boy-Originals): Es ist aus heutiger Sicht wirklich schwierig, sich im Game-Boy-Spiel Metroid II: Return of Samus auf dem Game Boy zurechtzufinden. Ein Glück, dass sich Publisher Nintendo und Entwicklerstudio MercurySteam genau den richtigen Serienteil für ein Remake rausgesucht haben. Der Inhalt ist gleich und auch die Seele des Spiels ist zwar weitgehend dieselbe, doch an anderen Stellen ist praktisch kein Stein auf dem anderen geblieben. Aufgrund dessen, dass 26 Jahre zwischen den beiden Spielen liegen, mag das auch nicht wirklich überraschend sein, doch so haben auch Fans des Originals Grund genug, Metroid: Samus Returns in Angriff zu nehmen. Viele Worte werden im Spiel über die Story nicht verloren und so bleibt diese Macht weitgehend in der Hand des Spielers, der sich in einer großen Welt mit vielen versteckten Geheimnissen gerne verlieren möchte. Mehr als zehn Stunden sind dabei nötig, um den Titel einmal durchzuspielen – und dabei nur ungefähr die Hälfte aller optionalen Items einzusammeln. Dieser Erkundungsdrang, der zuletzt in Metroid Prime 3: Corruption und Metroid: Other M verloren ging, kehrt hier mit Paukenschlägen zurück. Sämtliche Gameplay-Elemente greifen dabei gut ineinander über und der Schwierigkeitsgrad ist für Veteranen und alle, die auf der Suche nach der einen oder anderen Herausforderung sind, genau richtig. Action-Adventure-Fans dürfen sich Metroid: Samus Returns nicht entgehen lassen, denn sonst würden sie sich einen der besten Titel auf dem 3DS entgehen lassen!

Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Metroid: Samus Returns!

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