Review: Destiny 2

Fällt der Name des Entwicklerstudio Bungie, so wird jeder Videospieler hellhörig. Bekannt für das Halo-Universum haben die Entwickler im Jahr 2014 mit Destiny erstmals nach Abgabe des Halo-Franchises eine neue Shooter-Marke für Konsole erschaffen, die jetzt auch Einzug auf dem PC gehalten hat.

In Destiny erlebt der Spieler eine Science-Fantasy-Geschichte in einer post-apokalyptischen Zukunft des Jahres 2700. Der Shooter verbindet klassisches First-Person-Gameplay mit Rollenspielelementen und brachte so den Konsolen ein Spiel mit bis dato unbekannter Tiefe in einer offenen Spielwelt. Als futuristischer Ritter ist es unsere Aufgabe, den sogenannten Reisenden, einem kugelförmigem Raumschiff, vor diversen Alien-Rassen zu beschützen, welche es auf eben dieses abgesehen haben. Der Reisende bringt den Menschen neue Technologien, verlängert ihre Lebensdauer und ermöglicht die Kolonialisierung anderer Planeten. Zudem verleiht der Reisende, durch kleine computergesteuerte Würfel mit eigenen Charakterzügen, auserwählten Individuen das sogenannte Licht. Bei diesem Licht handelt es sich um eine Kraft, die in wenigen Menschen schlummert und durch welche der Reisende diese Menschen unsterblich machen kann, damit diese ihm zum Schutz dienen. Destiny 2 baut auf der Geschichte des Vorgängers auf und bringt eine für den Spieler neue und in der Story uralte Bedrohung ins Spiel. Zudem dürfen sich diesmal auch PC-Spieler freuen und in den Genuss der Spielwelt kommen. Nachdem die Konsolenversion durchaus erfolgreich war, gab es doch recht viele Wünsche zu einer PC-Umsetzung, die nun mit dem zweiten Teil erschienen ist.

Spannende Geschichte

Der Nachteil für PC-Spieler ist, dass die Geschichte aus dem ersten Teil nicht erneut aufgegriffen wird, so dass dem Spieler einiges an Hintergrundwissen verschlossen bleibt. Die Story ist jedoch so konzipiert, dass eben dieses Wissen nicht benötigt wird. Es wird eine in sich geschlossene Handlung erzählt, die PC-Spieler ohne das Wissen aus dem vorherigen Teilen schlüssig folgen können. Die Ereignisse in Destiny 2 spielen ein Jahr nach denen des Vorgängers: Eine Splittergruppe der Kabele greift den Reisenden an und entzieht uns, also den Hütern, das Licht, woraufhin wir nicht mehr unsterblich sind. Die Menschheit wird evakuiert und versteckt sich seit jeher vor der großen Armee der Kabele. Wohl wissend, dass die Hüter wieder sterblich sind, lässt viele Menschen unter Angst verzweifeln und der Krieg gilt schon als verloren. Einer Vision folgend bekommt unser Hüter durch ein Bruchstück des Reisenden sein Licht wieder, was die Hoffnung der anderen Hüter weckt. Unsere Aufgabe ist es nun, den anderen Hütern zu helfen und das Licht wieder zu aktivieren, aber auch in Guerilla-Manier den Gegner aus dem Untergrund zu bekämpfen, um den Reisenden von den Kabalen zu befreien. Im Gegensatz zum ersten Teil wird viel mehr mit CGI-Zwischensequenzen gearbeitet, um die Geschichte möglichst spannend zu erzählen – was unterm Strich voll aufgeht.

Gelungene Mischung

Wie bereits einleitend erwähnt, ist Destiny 2 ein Mix aus klassischem Third-Person-Shooter gemischt mit ein paar Rollenspiel-Elementen. Zu Beginn können wir uns zwischen drei Klassen (Jäger, Warlock oder Titan) entscheiden, welche unterschiedliche Superangriffe und Spezialfähigkeiten bieten. So ist der Warlock ein Heiler, der auf passive Fähigkeiten zurückgreift, der Titan der nützliche Allrounder mit Defensivfähigkeiten und der Jäger eine sich schnell bewegende Klasse, die auf viel Schaden aus ist. Innerhalb der großen Spielwelt, die wir erneut offen bereisen können, geht es überwiegend um eines: Loot! Neben dem Story-Modus können wir gegen diverse Gegner frei kämpfen, uns mit anderen Spielern zusammenschließen und mit diesen an ständig stattfindenden Events teilnehmen. Gerade nach großen aufkommenden Events lassen die Gegner gerne Kisten fallen, die gute Ausrüstung beinhaltet. Wie zuletzt in Diablo III: Reaper of Souls oder wie in der Borderlands-Reihe können wir unseren Charakter durch immer neue Ausrüstung verbessern, was den Anreiz schafft, stundenlang spielen zu wollen, ohne dabei auch nur einer Story-Mission nachzugehen. Gerade gemeinsam mit anderen Spielern entfaltet Destiny 2 seinen gesamten Spaß an großen Raid-Bossen, die man alleine nicht besiegen kann und nach einer leistungsfähigen Truppe verlangen.

Schnelles Gameplay

Die PC-Version von Destiny 2 erlaubt ein schnelleres Gameplay, als es bei den Konsolen der Fall ist. Das Spiel profitiert voll und ganz von den Möglichkeiten der PC-Steuerung. Das Spiel läuft unheimlich flüssig bei wirklich beeindruckender Grafik, was dem Spielfluss enorm fördert und gerade den Umgang mit den Superangriffen variabler gestaltet. Bei den Superangriffen handelt es sich um Fähigkeiten, die sich langsam im Kampf aufladen und dann für wenige Sekunden genutzt werden können. Diese verteilen enormen Schaden, müssen aber weise eingesetzt werden, da wir natürlich auch immer einen Überblick auf unsere Lebensanzeige haben müssen. Einfach mit aktivierter Kraft auf die Gegner loszustürmen ist daher nicht die beste Idee! Die PC-Fassung bringt auch den Vorteil, dass sich die Tasten frei belegen lassen und so diverse neue Möglichkeiten schneller Kombinationen ermöglichen. Wer möchte, kann aber auch mit dem Controller am eigenen PC spielen. Hervorzuheben ist ebenso die Grafik, welche sich in vielen Facetten zeigt. Egal ob durch die Vegetation bewachsener Ruinen, dunkle Kellerräume oder kahle Planetenoberflächen – die Umgebung wird immer stimmungsvoll vermittelt und wirkt oftmals so bedrohlich wie in Horror-Spielen oder so frei wie in postapokalyptischen Spielen wie The Last of Us: Remastered, in denen Vegetation auf Häusern eine postromantische Stimmung erzeugen.

Fülle an Möglichkeiten

Neben den Story-Missionen oder eben zufällig auftretenden Events in der Spielwelt gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten den Spielspaß aufrechtzuerhalten. Ein weiteres Beispiel sind die sogenannten Strikes, in denen wir zu dritt eine Coop-Mission starten, bei der wir am Ende gemeinsam gegen einen Bossgegner antreten müssen, der recht knifflig zu besiegen ist. Ohne präzise Absprache oder zu schlechter Ausrüstung sind wir in den Strikes regelrecht verloren und gerade die präzisere Steuerung am PC bietet einen enormen Vorteil. Der Endgame-Content wird mit herunterladbaren Zusatzinhalten stetig erweitert, um den Spielspaß durch ständig neue Herausforderungen permanent zu bieten. Neben den coop-basierten Missionen können wir im Mehrspielermodus auch gegen andere Hüter antreten, so zum Beispiel im bekannten Spielmodus Team-Deathmatch. In dieser Variante bekommen wir das klassische Gefühl eines Shooters vermittelt, in dem schnelle Reflexe, präziser und überlegter Einsatz der Superkräfte und ein gutes Team den Sieg ausmachen. Der Nachteil im Gegeneinanderspiel liegt jedoch in unseren Augen darin, dass die Schilde sehr viel aushalten und oftmals ein Rückzug angetreten wird, um diese wieder aufzuladen – wir brauchen also schon eine Vielzahl an Treffern, um einen Feind zur Strecke zu bringen, was enorm nervenaufreibend ist.

Geschrieben von Axel Gutsmiedl

Axels Fazit (basierend auf der PC-Fassung): Destiny 2 ist eine gelungene Abwechslung im Shooter-Genre und bietet eine wundervolle Welt mit lohnenswerter Story. Ich konnte abtauchen und mich in das Spiel verlieren, doch mit der offenen Spielwelt kommen auch einige Schwächen hinzu. Auch wenn die unterschiedlichen Areale recht groß ausfallen, hat man oft das Gefühl, immer nur dasselbe zu machen. Ich kämpfe mich von einem Event zum anderen, die sich kaum unterscheiden. Ich kämpfe mich durch Events immer mal wieder ein bisschen ein paar Stufen hoch, damit ich es in den Story Missionen leichter habe und dann komme ich zu einem anderen Planeten, wo es gleich wieder so abläuft. Auch der Endgame-Content verliert irgendwann an Reiz, weil es baldig nur noch darum geht, eine Waffe zu bekommen, die ein bis zwei Schadenspunkte mehr als die vorherige anrichtet. Auch wenn das Spiel eine Menge Spaß macht und teilweise auch schön fordert, schleicht sich ab und an das Desinteresse hinein, das zumindest mir den Spielspaß raubt. Ob die herunterladbaren (und leider auch kostenpflichtigen) Zusatzinhalte an diesem Umstand etwas ändern werden, wird die Zeit zeigen. Für Spieler, die auf eine spannende Science-Fiction-Ritter-Fantasy-Geschichte aus sind, lohnt sich der Kauf definitiv. Das Element Fantasy ist jedoch auch hervorzuheben, da die Kategorie Science Fiction anders als in Halo oder Mass Effekt eher zu kurz tritt und durch den Fantasy-Aspekt überlappt wird. Die Rüstungen der Zukunft wirken nämlich recht klobig und unbequem und wirkliche Fakten über die Entwicklung der Menschheit bis in das Jahr 2700 bleiben auch verborgen. Wer damit leben kann, darf bei Destiny 2 gerne zuschlagen!

Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Destiny 2!

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