Review: Accel World (Vol. 1)

Schon im Jahr 2009 startete die Light-Novel-Reihe Accel World von Kawahara Reki. Bereits Jahre zuvor konnte Kawahara mit Sword Art Online Erfahrungen im Science-Fiction-Genre sammeln. Wie Sword Art Online wurde auch Accel World 2012 in Anime-Form umgesetzt.

Wer auch nur ein einziges Mal bei einer beliebigen Bahnfahrt seine Mitreisenden angeschaut hat, wird unschwer erkannt haben, dass ein Großteil der Menschen auf ihr Smartphone starren. Die Vernetzung mit anderen Personen ist ein zentraler Bestandteil unserer digitalen Gesellschaft geworden. In der Anime-Serie Accel World aus dem Jahr 2012 wird dieses, im Erscheinungsjahr des Animes oder gar bei der Veröffentlichung der ersten Light Novel noch recht junges Phänomen, auf einer bewusstseinserweiternden Ebene dargestellt. Im Mittelpunkt der Handlung steht der kleinwüchsige und übergewichtige Mittelschüler Arita Haruyuki. Von Araya, einem gleichaltrigen, aber größeren und stärkeren Mitschüler, wird er dazu gezwungen, mit seinem eigenen Geld das Mittagessen für ihn und seine Kumpanen zu organisieren. Haruyukis begrenzte finanzielle Mittel führen jedoch unweigerlich dazu, dass es für ihn immer schwieriger wird, die gewünschten Nahrungsmittel aufzutreiben. Aus diesem Grund flüchtet er selbst in der Mittagspause in die virtuelle Welt und entgeht somit sämtlichen sozialen Kontakten an seiner Schule, die seiner Meinung nach ohnehin überflüssig sind. Als Haruyuki von Kuroyukihime, die ebenfalls seine Schule besucht, in einem Spiel in der virtuellen Welt geschlagen wird, freunden sich die beiden miteinander an. Kuroyukihime ist aber nicht frei von Hintergedanken und führt Haruyuki in die Brain-Burst-Applikation ein.

Mobbing, Freundschaft und Liebe

Im Accel-World-Universum trägt jeder Mensch einen so genannten Neuro Linker, über den es möglich ist, die eigene Wahrnehmung entweder erweitert oder völlig virtuell darzustellen. Beim Programm Brain Burst handelt es sich genau genommen zwar um ein Kampfspiel, doch nutzt es die Überwachungskameras der direkten Umgebung und verlangsamt für den Nutzer das Geschehen für kurze Zeit. Der Nutzer kann so beschleunigt, daher auch der Serientitel, auf die Aktionen seiner Gegner reagieren. Weitere Einzelheiten zum Neuro Linker oder Brain Burst werden aus Spoiler-Gründen an dieser Stelle nicht verraten. Dennoch sind das nicht die einzigen Themen, die in Accel World behandelt werden. Für den Fortlauf der Handlung sind auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Charaktere von essentieller Bedeutung. So wird die Freundschaft zwischen Haruyuki mit Mayuzumi Takumu und Kurashima Chiyuri auf die Probe gestellt, da Kuroyukihime eifersüchtig ist. Neben Mobbing und Freundschaft ist also auch die Liebe ein Thema, das behandelt wird. Durch die verschiedenen Persönlichkeiten und die unterschiedlichen Ereignisse wird so eine nachvollziehbare Geschichte erzählt. Diese ist zwar durch den Science-Fiction-Anteil nicht immer sehr realistisch, aber durchweg spannend. Nach jedem Abspann möchte sofort die nächste Folge in Angriff genommen werden.

Nahtlose Übergänge

Ein interessanter Aspekt bei der Gestaltung der Handlung ist, dass fast jede Episode in dieser Volume genau an der Stelle beginnt, an der die letzte Folge geendet hat. So ist es möglich, die Anime-Serie fast schon wie einen Film zu genießen, wenn mehrere Episoden am Stück konsumiert werden. Hinzu kommt, dass clevere Ideen, wie der Übergang von einer Szene in die nächste mittels eines Traums, dafür sorgen, dass die Handlung nicht nur spannend bleibt, sondern auch in einem wirklich dynamischen Rahmen funktioniert. Optisch kann die Serie von Animationsstudio Sunrise mit sehr schönen Umgebungen punkten, die ein atmosphärisches Bild der japanischen Hauptstadt Tōkyō darstellen. Anders sieht es bei den Figuren aus, denn während alle Charaktere in einem erwachsenen Stil gezeichnet sind, ist Haruyuki sehr überzeichnet und kindlich gestaltet. Er fällt somit ähnlich aus dem Rahmen wie die Kampfszenen in der virtuellen Welt, in der die typischen Avatare der Charaktere nochmals eine andere Form annehmen. Unterlegt wird das ganze Spektakel mit angenehmer Musik, die jederzeit zum Geschehen passt. Bonusmaterial liegt in Form eines Clear Opening und eines Clear Ending vor und wer die limitierte Erstauflage erwirbt, kommt zudem noch in den Genuss eines Pappschubers, in dem alle vier Volumes am Ende aufbewahrt werden können. Dieser stand zu Testzwecken nicht zur Verfügung, doch ist davon auszugehen, dass die Qualität wie für den Publisher gewohnt sehr hoch und der Schuber somit auch sehr stabil ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Obwohl Accel World in Light-Novel-Form wesentlich später entstanden ist als Sword Art Online, wurden dennoch beide Werke von Kawahara Reki im Jahr 2012 etwa zeitgleich als Anime-Serie umgesetzt. Während Sword Art Online hierzulande bereits vor ein paar Jahren im Heimkinomarkt veröffentlicht wurde, musste auf Accel World gewartet werden. Das ist deshalb schade, da Accel World die Konflikte zwischen den Figuren nicht nur in der virtuellen, sondern auch in der realen Welt austragen lässt, wodurch die Story noch sehr viel greifbarer ist, als bei der Auslagerung in Sword Art Online. Durch die ganzen Science-Fiction-Elemente ist die Serie zwar nicht immer sehr realistisch, aber auf jeden Fall stets nachvollziehbar und spannend. Wer Sword Art Online bereits mochte, wird mit Accel World ebenfalls seine Freude haben.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Accel World (Vol. 1)!

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