Review: Sword Art Online (Vol. 1)

Sword Art Online (Vol. 1) (1)Die Faszination von Online-Rollenspielen wie Final Fantasy XIV: A Realm Reborn hat sicherlich schon jeder Videospieler in irgendeiner Form entweder aktiv oder passiv miterlebt. Der Anime Sword Art Online macht aus dieser Faszination ein Spiel auf Leben und Tod.

Sword Art Online (Vol. 1) (2)Sword Art Online beginnt im November 2022 und zwar genau am Release-Tag des titelgebenden Online-Rollenspiels. Schon im Vorfeld ist Sword Art Online so beliebt, dass sich vor den Läden lange Schlangen bilden. Auf gerade einmal zehntausend Exemplare ist das Spiel limitiert, sodass nicht jeder das Glück hat, in die Spielwelt Aincrad eintauchen zu können. Protagonist Kirigaya Kazuto, der sich im Spiel Kirito nennt, ist einer der verhältnismäßig wenigen Auserwählen. Bereits am ersten Tag lernt er dort den Spieler Kurain kennen, der aber noch ein wenig unbeholfen wirkt. Zum Glück war Kazuto einer der Beta-Tester des Spiels, weshalb er dem unerfahrenen Kurain unter die Arme greifen kann. Als sich Kurain abends ausloggen will, bemerken die beiden, dass der Logout-Befehl im Hauptmenü gesperrt ist. Da das Spiel über das so genannte NerveGear, einem Virtual-Reality-Helm, gespielt wird, ist es ihnen nicht möglich, Aincrad zu verlassen. Schließlich werden alle Befehle des Gehirns nur an die Spielfigur und nicht an den Körper übertragen. Sollte eine dritte Person probieren, den Helm des Spielers abzunehmen, würde eine Strahlung freigesetzt werden, welche das Gehirn des Teilnehmers zerstört. Es gibt nur einen Weg, die Online-Welt Aincrad lebend zu verlassen – ein Spieler muss alle einhundert Ebenen des Spiels bezwingen. Ganz schön zeitaufwendig!

Atmosphärische Online-Spielwelt

Sword Art Online (Vol. 1) (3)In einer Episode erwähnt Kirito, dass er als Beta-Tester zwei Monate benötigte, um auf die achte Ebene vorzudringen. Nach einem Monat hat noch kein einziger Spieler es geschafft, die erste Ebene hinter sich zu lassen. In dieser Zeit sind zudem schon zweitausend Charaktere und somit zweitausend Spieler gestorben. Obwohl es zunächst so scheint, als würde der perfide Plan des Erfinders aufgehen, schließen sich schon bald die ersten Gruppen zusammen und es werden auch Gilden gegründet. Das Leben in der virtuellen Online-Welt verselbstständigt sich. Die Charaktere leben, handeln und kämpfen miteinander. Soziale Strukturen, die in der realen Welt große Strafen nach sich ziehen würden, sind in Aincrad in gewissen Maße erlaubt. Es bilden sich aber auch neue Freundschaften, die sogar in einer Heirat enden können. Geschieht dies, wird das Inventar der beiden Spieler verbunden. Anhand der Erklärungen lässt uns der Anime wunderbar in die Online-Welt eintauchen. Selbst wie Goldmünzen, Items und Erfahrungspunkte nach den Kämpfen aufgeteilt werden, wird in so mancher Situation debattiert – natürlich nachdem die Taktik, wie man den nächsten Bossgegner besiegt, erklärt wurde. Dazu gesellen sich gelegentlich angezeigte Icons und Effekte beim Tod eines Monsters oder Spielers, welche die virtuelle Struktur von Sword Art Online unterstreichen sollen. Genial!

Diskriminierte Beta-Tester

Sword Art Online (Vol. 1) (4)Vor dieser atmosphärischen Kulisse, die an allen Ecken und Enden wirklich spürbar ist, behandelt der Anime typische Klischees. Auf der einen Seite wird schon in der ersten Episode klargestellt, dass hinter hübschen Kriegerinnen auch fettleibige Spieler stecken können und auf der anderen Seite dürfen auch Schwertkämpfer von Damen gespielt werden. Unterschiede zwischen Einzelgängern und Gruppenspielern bleiben nicht unerwähnt. Des Weiteren werden neben Leben und Tod auch andere wichtige Themen wie Diskriminierung, die hier stellvertretend die ehemaligen Beta-Tester trifft, behandelt. Manchmal wirkt Sword Art Online in Bezug auf den Protagonisten Kirito sogar wie eine Selbstfindungsgeschichte. In den ersten sieben Episoden versucht er seinen Platz in der Spielwelt und im sozialen Gefüge zu finden. Genaueres wollen wir aus Spoiler-Gründen aber nicht verraten. Neben den ersten sieben Folgen liegen dem Anime auf Blu-ray Disc noch drei circa zehnminütige Bonusfolgen namens Sword Art Offline bei. Hier treten die Charaktere Kirito, Kurain, Asuna, Shirika und Rizubetto auf und kommentieren die Ereignisse des Anime in Form von Parodien. Die japanischen Synchronsprecher lassen uns hier herzhaft lachen. Dies ist auch bei Sword Art Online der Fall, denn sowohl die japanische, als auch die deutsche Synchronisation sind wirklich fantastisch.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Obwohl die erste Volume schon eine ganze Weile bei mir auf dem Schreibtisch in greifbarer Nähe lag, habe ich es aus diversen Gründen bis heute leider nicht geschafft, mir den Anime Sword Art Online anzuschauen. Mit den ersten sieben Episoden, die in der ersten Volume enthalten sind, habe ich das nun endlich ansatzweise nachgeholt. Wenn ich mich mit anderen Anime-Fans in den letzten Monaten unterhalten habe, wurde sehr oft Sword Art Online erwähnt und alleine das zeigt mir, dass der noch sehr junge Anime schon heute Kultstatus genießt. Sword Art Online verschwendet beim Auftakt der Serie gar keine Zeit mit einer Vorgeschichte und lässt mich bereits in der zweiten Minute in die Welt von Aincrad eintauchen. Die Regeln, die in Aincrad herrschen, werden der Reihe nach in den einzelnen Folgen immer mal wieder am Rande erläutert. Obwohl man jederzeit merkt, dass Kirito und Co in einer Online-Welt gefangen sind, wirken die Konsequenzen dennoch sehr real und genau das macht den Anime so spannend. Man fiebert jederzeit mit den Figuren mit, denn die Lieblingscharaktere könnten schließlich jederzeit sterben. Das einzige, was ich ein wenig kritisiere, ist die deutsche Synchronisation. Die Sprecher verrichten ihren Dienst wirklich hervorragend und können auch mit ihren japanischen Kollegen mithalten, doch manchmal werden wichtige Informationen und kulturelle Merkmale der japanischen Kultur unterschlagen. Das halte ich für sehr wichtig, da es sich bei den Spielern zumindest bisher um Japaner handelt und die Interaktionen somit etwas glaubhafter machen könnte – das ist aber nur Kritik auf hohem Niveau, denn sonst ist der Anime wirklich hervorragend.

Vielen Dank an Peppermint Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Sword Art Online (Vol. 1)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s