Review: The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia

Seit 2012 begeistert das The-Seven-Deadly-Sins-Franchise seine Fans. Da Nanatsu no Taizai: Shinjitsu no Enzai für den 3DS in Europa jedoch nie veröffentlicht wurde, stellt The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia hierzulande das Seriendebüt in Videospielform dar.

Zu Beginn des Abenteuers landet Prinzessin Elizabeth in Meliodas’ Kneipe. Sie berichtet, dass die so genannten Heiligen Ritter an die Macht geputscht sind und nun über das Land herrschen. Um das Machtverhältnis wieder in geordnete Bahnen zu lenken, begibt sie sich auf die Suche nach den titelgebenden sieben Deadly Sins. Bei den titelgebenden sieben Todsünden handelt es sich um sieben Ritter, die vor zehn Jahren angeblich schon einmal probiert haben, den König zu stürzen, an diesem Vorhaben jedoch gescheitert sind. Ein Glück, dass es sich bei Meliodas um solch einen Ritter handelt. Dieser ist zusammen mit dem übergroßen Schweinchen Hawk auch auf der Suche nach den anderen sechs Deadly Sins, sodass sich die drei ungleichen Charaktere anfreunden, zusammen arbeiten, im ganzen Land Gerüchte aufschnappen und auf dieser Basis die anderen Todsünden aufspüren. Unterwegs erleben sie allerlei Geschichten, die meistens in Kämpfen zwischen ihnen und ihren Feinden gipfeln. Die Handlung von Knights of Britannia wird sowohl wendungsreich erzählt als auch mit reichlich Humor inszeniert. Untereinander schenken sich die Protagonisten und Antagonisten in den zahlreichen Dialogen nichts, was dazu führt, dass sich jeder Spieler sehr schnell mit dem einen oder anderen Charakter identifizieren kann. Wer die Anime- oder Manga-Vorlage nicht kennt, muss keine Bedenken haben: Alle wichtigen Informationen werden gut geschildert.

Auf dem Rücken eines Schweins

Um von einem Ort zum anderen zu reisen, nutzt die Gruppe Meliodas’ Kneipe, den so genannten Boar Hat. Dieses Etablissement befindet sich auf dem Rücken eines riesigen Ebers, der die Protagonisten in entfernte Dörfer, Städte, Wälder oder Festungen transportiert. Welche Ziele anvisiert werden können, hängt zum einen vom eigenen Spielfortschritt und zum anderen auch ein wenig vom Glück ab, da Nebenaufgaben zum Teil zufällig auf der übersichtlichen Weltkarte erscheinen. Sobald eine Örtlichkeit erreicht ist, wechselt das Geschehen zunächst in den Innenraum des Boar Hats, von dem aus der nächste Haupt- oder Nebenquest ausgewählt werden kann. In der Regel folgt ein kurzes Gespräch zwischen den Helden, um den Spieler anschließend ins Geschehen zu werfen. Grundsätzlich laufen die Aufgaben in Knights of Britannia nach demselben Schema ab. Es geht fast ausschließlich darum, den oder die Gegner in einer dreidimensionalen und zum Teil zerstörbaren Umgebung zu vermöbeln. Wie viele Feinde Meliodas, Hawk, Ban und Co gegenüberstehen, ist von Aufgabe zu Aufgabe unterschiedlich. Manchmal handelt es sich bei den Kämpfen um einen Zweikampf, ein anderes Mal versucht der Titel ein Stück vom Musō-Kuchen zu ergattern und schickt den Spieler, gegebenenfalls mit einem vom Computer gesteuerten Mitstreiter, gegen eine Übermacht an Hunden, Gespenstern, Soldaten und in seltenen Fällen sogar gegen Riesen und Dämonen in den Kampf.

Stark repetitives Gameplay

Während sich die Zweikämpfe fast schon wie ein Beat ’em up anfühlen und am ehesten mit J-Stars Victory VS+ verglichen werden können, sind die Schlachten gegen viele kleine Gegner im Grunde nichts weiter als ein ziemlich stumpfes Hack ’n’ Slay. Wirklich viele Angriffskombinationen stehen den spielbaren Charakteren, die sehr oft von der Story vorgegeben werden, nicht zur Verfügung. Das ist sehr schade, da der Titel hier deutliches Potenzial verschenkt, sodass sich eine neue Schlacht schnell wie die vorherige anfühlt. Auch dass die nicht gerade weitläufigen Schauplätze, an denen die Kämpfe stattfinden, an zwei Händen abgezählt werden können, trägt zu den Ermüdungserscheinungen bei. Dennoch sollte immer darauf geachtet werden, möglichst viel von der Umgebung zu zerstören, da eingestürzte Häuser und gefällte Bäume magische Kristalle wert sind, mit denen neue Verbesserungen für die Kämpferriege erworben werden können. Dazu ist es allerdings auch nötig, fleißig Nebenaufgaben zu erfüllen, da hier die notwendigen Materialien gesammelt werden, um die Verbesserungen überhaupt erst freischalten zu können. Das System ist motivierend und beschäftigt jeden Spieler über die ganze Spielzeit hinweg, da nach dem Abspann, der nach circa sieben Spielstunden über den Bildschirm flimmert, noch ein weiterer kurzer Handlungsstrang und Nebenaufgaben zugänglich gemacht werden, die noch weitere sieben bis acht Stunden Spielzeit bieten.

Lizenzspiel für Fans

Im Grunde ist Knights of Britannia ein sehr einfaches Spiel, doch gibt es dann und wann eine Aufgabe, die dermaßen stark aus dem Trott reißt und den Spieler dutzende Mal an ein und derselben Stelle verzweifeln lässt, was unter anderem daran liegen könnte, das so mancher Charakter umständlicher zu kontrollieren ist als andere. King kann zum Beispiel fliegen oder in der Luft schweben und Slader ist zwar stark, aber nicht gerade flink. Hinzu kommt, dass die Steuerung gelegentlich Aussetzer macht, weil sämtliche Gegner ständig automatisch anvisiert werden, wenn sich diesen genähert wird. Wer also im späteren Spielverlauf magische Kristalle durch Zerstörungen sammeln will, wird oft auf die Gegner, anstatt auf die Gebäude losgehen. Mit genügend Übung, Sitzfleisch und Durchhaltevermögen lassen sich jedoch auch diese Probleme aus der Welt schaffen. Wer im Abenteuermodus alle Schauplätze und Charaktere freischaltet, darf sie später auch im Duellmodus verwenden. Dieser bietet Kämpfe gegen den Computer und Zwei-Spieler-Partien, die lokal oder online ausgetragen werden dürfen. Optisch besticht der Titel zwar mit einem farbenfrohen Anime-Stil, doch können die Gegneranimationen nicht mit denen der Helden mithalten. Obwohl die (japanischen) Dialoge mit Mühe synchronisiert wurden, ist es schade, dass der Soundtrack sehr dünn ausfällt. Die Musik ist zwar stimmig, wiederholt sich allerdings zu oft. Das klingt zwar alles recht negativ und viele Spieler werden sich davon jetzt abgeschreckt fühlen – Fans der Vorlage werden das alles aber mit einem Augenzwinkern akzeptieren und durchaus ihren Spaß mit Knights of Britannia haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit: The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia ist ein Lizenzspiel, das sich vor allem an die Fans der Anime- und Manga-Vorlage richtet. Das heißt aber nicht, dass Nichtkenner dieser mit dem Spiel gar nichts anfangen können, denn die Handlung ist spannend und dank einer guten deutschen Übersetzung vor allem verständlich. Leider ist das Gameplay des Spiels nicht sonderlich abwechslungsreich. In der Regel bekämpfen sich verschiedene Charaktere und da Angriffskombinationen kaum möglich sind, fühlt sich der Titel in seinem Kampfsystem nicht sonderlich tiefgründig an. Immerhin sind die Umgebungen zerstörbar und da es für Zerstörungen Belohungen gibt, mit denen die Fähigkeiten der Charaktere ausgebaut werden können, motiviert es auch stets, ein heilloses Chaos auf dem Schlachtfeld anzurichten. Weitere Missionen, in denen mit Elizabeth Zutaten gesammelt werden müssen, während Hawk die Gegner von ihr fernhält, sind jedoch Mangelware. Auch hier verspielt der Titel Potenzial. Optisch und akustisch befindet sich Knights of Britannia hingegen auf einem guten Mittelmaß, wodurch zumindest Fans der Vorlage zwischen fünf und zwanzig Stunden sicherlich ihren Spaß haben werden. Alle anderen sollten lieber zu (besser geeigneten) Alternativen greifen.

Vielen Dank an Bandai Namco für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von The Seven Deadly Sins: Knights of Britannia!

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