Review: Brynhildr in the Darkness (Vol. 1)

Wahrsagerei ist in den Augen vieler Menschen Mumpitz. Dass das aber nicht zwangsläufig auf die Handlung interessanter Anime zutreffen muss, beweist die Serie Brynhildr in the Darkness von Animationsstudio Arms aus dem Jahr 2014 inklusive vieler weiterer Seltsamkeiten.

In ihrer Kindheit waren Murakami Ryōta und Kuroneko die besten Freunde, die sich zudem noch sehr für Astronomie interessierten und gemeinsam die Existenz von Außerirdischen beweisen wollten. Da Kuroneko der Überzeugung war, dass sie schon einen Außerirdischen kennt, wollte sie diesen Ryōta vorstellen. Die Suche nach dem Außerirdischen endete für die beiden Kinder jedoch sehr tragisch, denn als sie an einer Schleuse über verschiedene Rohre kletterten, fielen sie in die Tiefe. Während Kuroneko bei dem Sturz starb, ist Ryōta nur knapp mit dem Leben davon gekommen und musste jahrelang mit der bitteren Wahrheit leben. Sein Interesse an Außerirdischen und Astronomie ist seitdem jedoch ungebrochen und verbringt deshalb sehr viel Zeit in der Sternwarte. Vor diesem Hintergrund beginnt die Anime-Serie mit einem weiteren einschneidenden Erlebnis. In Ryōtas Klasse stellt sich eine neue Schülerin namens Kuroha Neko vor, die seiner Freundin aus Kindheitstagen frappierend ähnlich sieht. Direkt möchte er sie überführen, indem er sie vor der ganzen Klasse auffordert, ihr Muttermal unter ihren Achseln preiszugeben, was so natürlich nicht geschieht. Merkwürdiger wird es, als Neko den wahrlich verdutzten Ryōta in der Sternwarte aufsucht und ihm prophezeit, dass er den letzten Bus am Abend nicht nehmen darf, da er sonst sterben würde. Ganz schön gruselig!

Geheimnisse und Überraschungen

Neko gibt sich als Magierin zu erkennen, die in einer mysteriösen Forschungseinrichtung dubiosen Experimenten unterzogen wurde, aufgrund dessen aus dieser jedoch ausgebüchst ist. Da sie von ihrer Komplizin Kazumi mit österreichischen Nachnamen Schlierenzauer aus dem Hintergrund permanent erfährt, dass Menschen in ihrer Umgebung sterben, kann sie nicht tatenlos zusehen und muss jedes Mal in das Geschehen eingreifen. Ryōta unterstützt sie bei ihrem Vorhaben und im Gegenzug versucht sie, sich in der Gesellschaft stärker zu engagieren, unter anderem öfters die Schule zu besuchen. Mit der Zeit werden immer und immer mehr Geheimnisse über Neko gelüftet, beispielsweise hat sie erhebliche Probleme beim Lesen und Rechnen. Der wohl wichtigste Punkt ist jedoch, dass alle Magierinnen alle dreißig Stunden ein bestimmtes Medikament einnehmen müssen, da sich mit der Zeit sonst ihre Organe auflösen, was für sie unweigerlich zum Tod führen würde. Brynhildr in the Darkness ist in dieser Hinsicht sehr facettenreich gestaltet und bietet verschiedene Aspekte und illustre Charaktere. Hinzu kommt, dass die Story mit sehr vielen Überraschungen und Wendungen überzeugt. Vor allem der aussichtslose Cliffhanger am Ende der 3. Episode sei an dieser Stelle erwähnt, denn dieser wird sicherlich jeden Fan der sehr schnell liebgewonnenen Charaktere umhauen.

Leichte Defizite in der deutschen Synchronisation

Optisch ist die Anime-Serie ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite können die Umgebungen und die Innenräume samt Architektur ein glaubhaftes Bild erzeugen und auch die Charaktermodelle sind dem Animationsstudio wirklich sehr gut gelungen. Auf der anderen Seite sind die Animationen in puncto Mimik und Gestik allerdings etwas detailarm geraten. Das ist im Kontext aber nur ein kalter Tropfen auf den heißen Stein, denn zusammen mit einem angenehmen Soundtrack, der sich jederzeit dem Geschehen anpasst, kann Brynhildr in the Darkness auf technischer Ebene glänzen. Die deutsche Synchronisation ist fast durchweg gelungen. Soll heißen, dass die ausgewählten Sprecher ihren Charakteren reichlich Leben einhauchen, jedoch haben sie ein paar Probleme mit dem einen oder anderen japanischen Begriff. So werden in seltenen Fällen Silben falsch betont und selbst der deutsche Synchronsprecher von Ryōta kann den Charakternamen nicht richtig aussprechen. Dies hätte im Synchronstudio unweigerlich auffallen müssen. Wer es also ein wenig authentischer, wenn atmosphärisch auch nicht sehr viel besser mag, sollte also eher die japanische Synchronisation (mit deutschen Untertiteln) aktivieren. Digitales Bonusmaterial liegt zwar nicht vor, doch physisch dürfen sich Käufer über ein Booklet freuen. Wer die erste Auflage der ersten Volume erwirbt, erhält zudem noch einen Schuber, in dem am Ende alle vier Serienvolumes einen Platz haben.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Inhaltlich überzeugt die Anime-Serie Brynhildr in the Darkness von der ersten Minute an und die peu á peu größer werdende Spannung nimmt in allen vier Episoden, die in dieser Volume enthalten sind, sehr schnell ungeahnte Formen an. Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Aspekte das Animationsstudio Arms in den Anime einfließen lässt und am Ende noch ein stimmiges und vor allem funktionierendes Gesamtbild liefern kann. Nach jeder Episode ist der Drang da, den weiteren Verlauf der Geschichte zu verfolgen und mehr über die Charaktere zu erfahren. Viele kleine Details bereichern dieses Bild. Schade ist jedoch, dass bei der grundsätzlich guten deutschen Synchronisation nicht ganz so viel Wert auf Einzelheiten gelegt wurde, da verschiedene japanische Namen falsch betont oder ausgesprochen werden. Dennoch kann die Serie sowohl auf Deutsch, als auch im japanischen Originalton überzeugen und ihre Fans finden. Wer einmal mit Brynhildr in the Darkness angefangen hat, wird so schnell nicht mehr mit der Serie aufhören können!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Brynhildr in the Darkness (Vol. 1)!

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