Review: Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 5)

Nachdem die ersten beiden Staffeln in den vorherigen vier Volumes eine in sich geschlossene Geschichte erzählt haben, kann die dritte Season von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal in der fünften Ausgabe mit einem ganz neuen Handlungsstrang und neuen Feinden loslegen.

Am Ende der vierten Volume kehrte die kleine Chibiusa, zukünftige Tochter von Tsukino Usagi und Chiba Mamoru, aus dem 30. Jahrhundert zurück in die Gegenwart. Sie nistet sich bei den Tsukinos ein, geht zur Schule und genießt die Zeit, die sie mit ihren künftigen Eltern verbringen kann. Das Leben verläuft abseits dessen für die Protagonisten zwar weitgehend normal, doch im Hintergrund werkeln bereits neue Bösewichte daran, die Welt ins Chaos zu stürzen. Als Tsukino nach dem Unterricht mit ihren Freundinnen Mizuno Ami, Hino Rei, Kino Makoto und Aino Minako wie üblich in der Arcade-Spielhalle die Zeit vertreibt, verwandelt sich auf der Straße ein Mädchen plötzlich in ein Monster. Die Freundinnen kommen nicht umher, sich nach einer kurzen Periode des Friedens wieder in die Sailor-Kriegerinnen zu verwandeln und das Monster zu bekämpfen. Da ein sehr ähnliches Wesen jedoch schon vor einigen Tagen in der Nähe der undurchsichtigen Infinity-Akademie gesehen wurde, beschließen die Sailor-Kriegerinnen, diesen mysteriösen Ort aufzusuchen und mehr über die Hintergründe der institutionellen Einrichtung, in denen vom Grundschüler bis zu Menschen mit höheren Bildungsabschlüssen jeder willkommen ist, zu erfahren. In der Zwischenzeit geht Chibiusa mit ihrer Klasse und Mamoru in einen Freizeitpark, verliert dort jedoch ihren Hut und verlässt das Gelände, wodurch sie zu ihrer künftigen Mutter stößt und Seite an Seite mit ihr gegen die durchtriebenen Death Busters und einem gefährlichen Monster kämpft.

Neue Freunde und neue Feinde

Mit der Zeit kommen immer mehr Informationen hinzu, was es mit den bösen Death Busters auf sich beziehungsweise welche Ziele sie verfolgen und mit wem sie in Verbindung stehen. Mehr soll an dieser Stelle aus Spoiler-Gründen nicht erwähnt werden. Dennoch ruht sich die Anime-Serie nicht auf den bekannten Strukturen aus und bringt neben den Feinden dennoch zwei neue Charaktere beziehungsweise Sailor-Kriegerinnen ins Spiel, die nicht nur die Story, sondern auch das Privatleben von Usagi auf den Kopf stellen. Der Hintergedanke bei Pretty Guardian Sailor Moon Crystal war nicht nur, die kultverdächtige Serie aus den 1990er Jahren in ein frisches Gewand zu packen, sondern auch auf Filler-Episoden zu verzichten. Dies gelingt auch den Folgen der fünften Volume vortrefflich. Es ist jedoch fraglich, warum man in so mancher Folge den Fokus so sehr auf die Verwandlungen der Charaktere legen muss. So werden die Verwandlungsanimationen in voller Länge von allen Figuren aneinandergereiht und anschließend auch noch mit je einer persönlichen Kampfansage gepaart, anstatt sich auf die eigentliche Story zu konzentrieren. Die, zumindest in den ersten Folgen dieser Volume, ohnehin schon viel zu kurzen Kämpfe könnten so ausführlicher dargestellt werden, würde man auf dieses Vorgehen verzichten. Wer sich davon allerdings nicht abschrecken lässt, kommt immerhin in den Genuss einer tollen Story, die mit ein paar Überraschungen punktet und vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen vertieft.

Überzeichnete Animationen und schöne Verwandlungseffekte

Unter optischen Gesichtspunkten können die Episoden der dritten Volume problemlos mit den vorherigen Folgen mithalten. Das Geschehen der Serie wird in der Auflösung von 1080p und im bildschirmfüllenden 16:9-Format gut präsentiert. Das heißt, dass sämtliche Charaktere und Hintergründe gut miteinander harmonieren und der Zeichenstil sich stets treu bleibt, wenn der Auftritt der Bösewichte auch ein wenig aus dem Rahmen fällt. Dennoch sorgen die Feinde für schöne Momente, denn vor allem die ausufernden Verwandlungen der Schülerinnen in die Sailor-Kriegerinnen stechen dabei hervor. Es gibt jedoch auch Szenen, die mit überzeichneten Darstellungen in puncto Humor ein abweichendes Bild zeichnen. Wenn sich beispielsweise Tsukino mit Chibiusa wieder in die Haare bekommt, streiten sich die beiden in einer weißen Staubwolke, aus der nur die Köpfe herausstechen. Das ist nichts, was man nicht schon in anderen Anime-Serien oder westlichen Cartoons gesehen hat, doch ist diese Humorvariante immer wieder erheiternd. Auch die Synchronsprecher der neuen Charaktere tun ihr Bestes, um die Sailor-Moon-Faszination aufrechtzuerhalten. Dies gilt sowohl für die deutsche als auch für die japanische Synchronisation, von denen beide Tonspuren im Format DTS-HD Master Audio 2.0 vorliegen. Digitales Bonusmaterial gibt es leider nur in Form von Clear Opening und Clear Ending, doch wer die Erstauflage der Volume erwirbt, kommt physisch noch in den Genuss von einer Postkarte, einem Poster, drei Magneten und eines Booklets: Feine Sache!

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Obwohl die Geschichte von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal bereits in den ersten vier Ausgaben spannend geschildert wurde, stellten sich aufgrund einiger sich wiederholender Elemente mit der Zeit Ermüdungserscheinungen ein. Vor allem die immer gleichen Kampfanimationen, die hintereinander für alle Charaktere abgespielt werden, sofern sie auch nur am Kampf anwesend sind, fallen bei dieser Anime-Serie langfristig störend auf. In diesem Punkt hat sich in der fünften Volume leider nichts geändert. Die Zeit, die für sämtliche Verwandlungen in Anspruch genommen wird, fehlt schließlich bei den Kämpfen, die dadurch viel zu kurz abgearbeitet werden. Kaum sind die Mädchen als Sailor-Kriegerinnen verkleidet, reichen oft ein bis zwei Angriffe und das Monster verschwindet schon wieder von der Bildfläche. Diese konträre Darstellung hätten den Köpfen hinter dem Projekt bei der Produktion auffallen müssen! Dennoch ist der Rest des Paketes durchweg gelungen. Die Handlung ist spannend, die Beziehungen zwischen den Freundinnen oft humorvoll und ihre Feinde durchtrieben. Diese Bestandteile motivieren stets dazu, eine Episode nach der anderen zu verschlingen. Jeder Fan des Franchises, der schon mit den vorherigen Folgen etwas anfangen konnte, kann mit der fünften Volume definitiv nichts falschen machen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Pretty Guardian Sailor Moon Crystal (Vol. 5)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s