Review: My Hero Academia (Vol. 1)

Wenn ein Genre in den 2000er und 2010er Jahren explodiert ist, dann sind dies Filme und Serien, die sich mit Superhelden beschäftigen. In der Welt von der Anime-Serie My Hero Academia aus dem Jahr 2016 werden derlei Helden quasi als Massenprodukt ausgebildet.

Als in China ein Kindheit geboren wurde, das pures Licht ausstrahlte, entwickelten überall auf der Welt Menschen Superkräfte. Mit der Zeit formten diese Menschen einen bestimmten Gerechtigkeitssinn, sodass die Regierung keine andere Möglichkeit mehr hat, als die neuen Superhelden in den Staatsdienst zu stellen. Seither kämpfen sie für Recht und Ordnung, um die Bevölkerung vor Übeltätern einerseits zu beschützen und andererseits die Gesellschaft zu verbessern. Dadurch erlangen sie wie bekannte Superhelden aus Film und Fernsehen Ruhm und werden auf der Straße von ihrer stetig wachsenden Fanbase auch als solche erkannt. In dieser Welt spielt die Handlung von My Hero Academia. Schon in Kindheitstagen muss sich Protagonist Midoriya Izuku mit der Wahrheit herumschlagen, dass nicht jeder Mensch gleich behandelt wird. Obwohl sich bis zum vierten Lebensjahr die Superkraft von Mutter oder Vater bei einem Kind bilden müsste, ist dies bei Izuku nicht der Fall. Von anderen Kindern wird er dafür gehänselt und ausgeschlossen. Selbst seine Mutter gibt nach einem Arztbesuch die Hoffnung auf, dass sich bei Izuku noch eine Superkraft entwickeln wird. Sogar sein Idol All Might, auf das Izuku bereits in der ersten Episode trifft als er von einem Fiesling aufgelauert wird, kann ihm erst nicht vergewissern, dass er ohne Superkraft ein Superheld werden kann.

Auf dem Weg zum Superheld

Izuku ist trotz der aussichtslosen Lage davon überzeugt, dass er es eines Tages mit seinen Mitschülern aufnehmen kann. Mut erlangt er, als ein Monster auftaucht und er trotz fehlender Fähigkeit auf dieses losstürmt. Auch hier muss All Might ein weiteres Mal eingreifen, damit die Situation glimpflich ausgeht. Dies zeigt ihm aber, dass Izuku trotz seiner fehlenden Fähigkeit ein Superheld werden muss und beschließt, ihm seine Kraft zu verleihen und ihn zu trainieren. Auf dieser Basis wird die Geschichte ins Rollen gebracht, denn obwohl die Grundlagen in den ersten beiden Episoden klar geregelt zu sein scheinen, werden diese in der dritten Folge auch schon wieder umgeschmissen. Entsprechend ist die Handlung von My Hero Academia mit der einen oder anderen Wendung und Überraschung gepflastert. Im Serienauftakt wird somit nicht nur Izukus Einstieg ins Superheldengeschäft geschildert, sondern auch die sozialen Probleme der Charakter in den Mittelpunkt gerückt. Superheld All Might, der mit bürgerlichem Namen Yagi Toshinori heißt, muss beispielsweise sein Geheimnis vor der Öffentlichkeit verbergen und dieses im Rampenlicht mit reichlich Humor überspielen. Izuku gerät im Schulunterricht hingegen mit seinem gemeinen Mitschüler Bakugō Katsuki aneinander, der mit Izuku aufgrund dessen nicht existenter Superkraft nicht auf dieselbe weiterführende Schule gehen will.

Einfluss US-amerikanischer Comics

An der Handlung gibt es in den ersten fünf Episoden, die in der ersten Volume enthalten sind, nichts auszusetzen. Jede Folge baut logisch und konsequent auf den vorherigen Episoden auf und können zudem mit ihrem Humor punkten. Optisch gehört My Hero Academia zu den Anime-Serien, die mit möglichst realitätsnahen Hintergründen und den typisch überzeichneten und teils kantigen Charakteren beeindrucken wollen. Am ehesten lässt sich die Serie in ihrem Zeichenstil mit Hamatora: The Animation vergleichen. So manche Szene orientiert sich in der Anime-Serie jedoch bewusst auch an US-amerikanischen Comics, sodass schwarze Streifen am Outfit der Superhelden zu erkennen, diese mit einer speziellen Schattierung überzogen und bei der Vorstellung von Figuren sogar die Hintergründe einfarbig mit einem bestimmten Muster zu erkennen sind. Grundsätzlich ist das Bild sehr klar und vor allem die Szenen, die in Abendrot gehüllt sind, können mit ihren Licht- und Schatteneffekten überzeugen. Obwohl die Animationen meist auf ein Minimum reduziert sind, wirken diese meist flüssig, um ein recht lebendiges Bild zu erschaffen. Hinzu kommt eine passend atmosphärische Musik, die in allen Szenen die Emotionen der Charaktere unterstützt. Die deutsche Synchronisation ist zwar in Ordnung, doch der japanische Originalton kann mit sehr viel besseren Betonungen punkten.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): In der Anime-Serie My Hero Academia dreht sich alles um Superhelden und was es schlussendlich heißt, ein Superheld zu sein und als ein solcher auch zu handeln. Die Zuschauer begleiten Protagonist Midoriya Izuku dabei, wie seine Ausbildung als Superheld beginnt und welche Hürden er dabei nehmen muss. Trotz der sehr klaren Ausrichtung kommen auch die sozialen Probleme der Charaktere zum Vorschein, die tiefgründig behandelt werden. Es macht sehr viel Spaß, den Werdegang von Izuku im Serienauftakt zu beobachten und als Semi-Prüfer gar zu beurteilen. Optisch kann die Serie in einem Atemzug mit Hamatora: The Animation genannt werden, obwohl die sehr lebhaften Animationen oft aufs Nötigste reduziert sind. Reichlich Leben wird den Charakteren auch über die japanischen Sprecher eingehaucht. Wer Anime-Serien jedoch lieber in der deutschen Synchronisation sehen will, wird zwar ebenfalls nicht enttäuscht, doch fehlt es der deutschen Tonspur ein wenig an Dynamik. My Hero Academia richtet sich an alle Zuschauer, die etwas mit dem Superheldenthema anfangen können oder ähnlich aufgebaute Serien wie Hamatora: The Animation mögen. Alle anderen sehen sich lieber nach Alternativen um.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von My Hero Academia (Vol. 1)!

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