Review: Blame! (Band 3)

Auch wenn Killy und seine Begleitung Cibo ihren Zielen zu Beginn des dritten Bandes von Blame! ebenso fern sind wie auf der letzten Seite, wird dazwischen ein verhältnismäßig eigenständiger Handlungsabschnitt erzählt. Es wird aber ebenso nicht vergessen, die Haupthandlung voranzutreiben. Dazu reißt der dritte Band auch das Material an, das auch schon im Blame!-Film umgesetzt wurde. Der Band wartet dazu mit einigen neuen Figuren auf und auch auf charakterlicher Eben tut sich endlich etwas. Ob diese dem Protagonist Killy und Cibo freundlich gesinnt sind oder nicht, ist wie üblich in Blame! gar nicht so leicht festzustellen. In diesem Punkt ist auch der dritte Band sehr oft sehr verschwiegen und kryptisch erzählt. Dies verpasst den Figuren und der mystifizierten Welt eine geheimnisvolle Note, die den Leser selbst animiert, sich seine eigenen Theorien zur Geschichte zu spinnen. Durch die Fokussierung auf eine neue Handlungs-Ebene mit neuen Zielen, die dazu in erreichbarer Nähe sind, fühlt sich der dritte Band wesentlich flotter als sein Vorgänger an. Hierbei handelt es sich um eine schöne Ergänzung zum regulären Herumirren in der Welt von Blame!, damit dem recht emotionslosen, aber umso zielgerichteten Killy, anscheinend nicht langweilig wird. Dem materiellen Fokus weichen trotzdem endlich auch einmal emotionalere Passagen, für die sich aber andere Figuren erkenntlich zeigen – und dass trotz Mangaka Nihei Tsutomu größten zeichnerischen Makel, seiner schwachen Mimik und Gesichtsdarstellungen.

Jenseits von Raum und Zeit

So oder so kommt die Action nicht zu kurz. Der Band setzt dabei auf eine schöne Vielfalt an Kampfsituationen. So muss sich Killy alleine gegen ebenbürtige Gegner behaupten und gleichzeitig finden Kämpfe gegen außerordentlich große Wesen, die dann auch mal eine vollständige Doppelseite ausfüllen, ihren Platz. Trotz des inzwischen dritten Bandes trifft Killy auch immer noch auf neue Wesen und Konzepte in der Welt von Blame!, sodass beim Leser keine Monotonie aufkommt und sich die fiktiven Welt inhaltlich stets reichhaltig anfühlt. Ebenso ist es um das Setting bestellt: Auch wenn sich die Figuren immer noch in denselben grauen Einrichtungen namens Megastruktur bewegen, wird Abwechslung durch die Skalierungen in Größe und dem Zustand der Zerstörung geschaffen. Manche Teile der Struktur sind sauber, steril und still, andere inzwischen von der Zeit dahingerafft. Erneut bewandern die Charaktere faszinierende Strukturen und Örtlichkeiten, die vom Mangaka Nihei grandios in Szene gesetzt wurden. Trotz der Beschränkung auf Schwarzweiß-Zeichnungen schaffen die großrahmigen Darstellungen der irrwitzigen Architekturen in Blame! eine dreidimensionale Tiefe und einen Detailreichtum, die ihres gleichen sucht. Diese Elemente kommen dank der makellos weißen und dicken Papiers der Master Edition besonderes gut zur Geltung.

Geschrieben von Jonas Maier

Jonas‘ Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Den Antworten der großen Fragen von Blame! ist Killy zwar noch nicht auf der Spur, der dritte Band fühlt sich als Extra-Kapitel zur Rahmenhandlung dennoch sehr rund an. Besonders die Auftritte der neuen Figuren und deren ausgearbeiteten Designs sind extrem gut gelungen und fügen sich hervorragend in das restliche Gesamtbild von Blame! ein. Sehr schön sind auch die Abschnitte, in denen der Band die Realität und Wirklichkeit wie sie der Leser kennt, auf den Kopf stellt. Dennoch folgen auch die fantastischsten Science-Fiction-Ideen immer noch gewissen Regeln, an die sich alle Figuren halten müssen. Das macht den Überlebenskampf von Killy besonders spannend, weshalb alle Leser, die bisher durchgehalten haben, wieder einmal zufriedengestellt werden dürften.

Vielen Dank an Cross Cult für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars von Blame! (Band 3)!

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