Review: Yōkai Watch (Band 10)

Mit den letzten beiden Bänden der Yōkai-Watch-Manga-Reihe wurde gezeigt, dass sie nicht in einem Trott von wiederkehrenden Elementen verfallen möchte. So wurde mit der Figur Erika Deneke eine weitere Persönlichkeit eingeführt, um die sich die Geschichte fortan drehen kann. Dies funktionierte im achten und neunten Band der Serie auch sehr gut und führte die beiden Handlungsstränge in gewissem Maße zusammen. In der mittlerweile zehnten Ausgabe ist von dieser verzahnten Erzähltechnik allerdings kaum mehr etwas zu sehen, denn Erika taucht einzig und allein im Eröffnungskapitel des Mangas als Nebencharakter auf, um Nathan Adams bei einem Problem mit dem Yōkai Robonyan F zu unterstützen. Die restlichen Kapitel beziehen sich schlicht auf Hauptfigur Nathan oder auf die Einzelabenteuer von Jibanyan. Letztere übernehmen im zehnten Band im Grunde die Rolle von Erikas Auftritten, da Jibanyan auf verschiedene Yōkai trifft, die mit ihm Schabernack anstellen und die Auswirkungen des jeweiligen Aufeinandertreffens häufig Bezug auf die Haupthandlung nehmen. Beispielsweise trifft Jibanyan im 93. Kapitel auf den haarigen Yōkai Fellix, der ihm einen Bart, Achsel- und Nasenhaare an den Körper zaubert, was ihm natürlich nicht gelegen kommt. Beim Kampf mit dem Yōkai Kolliver im 94. Kapitel sorgt dies dementsprechend für den einen oder anderen Lacher.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge

In puncto Humor hat sich der zehnte Band tatsächlich ein wenig gebessert. Das kommt überraschend, da in den letzten Manga-Ausgaben Gags und Wortwitze selbst für eingefleischte Fans des Franchises schon etwas mühselig waren. Zwar richtet sich der Humor nach wie vor an ein eher jüngeres Publikum und dieses wird noch sehr viel mehr als erwachsene Leser unterhalten, doch auch ältere Semester werden an der einen oder anderen Stelle einen Lachanfall nicht unterdrücken können. Es sind diese charmanten Momente, die den zehnten Band von Yōkai Watch so besonders machen. Schade ist jedoch, dass die meist alleinstehenden Kapitel die Story wieder in die Struktur der ersten Bände zurückwerfen und sich nicht wirklich an neue Ideen herantrauen. So wird in so gut wie jedem Kapitel zwar ein neuer Yōkai vorgestellt, der frischen Wind in die Geschichte bringt und vielleicht sogar in einem späteren Kapitel wiederkehrt, doch die eigentliche Storyline um Nathan (und Erika) wird davon kaum tangiert. Trotz des repetitiven Aufbaus dieser Erzählweise überzeugt Autor und Zeichner Konishi Noriyuki mit dem nötigen Feingefühl, um zumindest mit kleinen Details hier und da tiefer die Handlung und das Yōkai-Watch-Universum einzutauchen. So vergeht die Zeit beim Betrachten des ulkigen Zeichenstils und Lesen der elf enthaltenen Kapitel auf 194 Seiten wie im Flug.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der ersten Auflage): Nachdem der achte und neunte Band der Yōkai-Watch-Manga-Reihe Mut bewiesen haben, um die Story auf eine neue Ebene zu hieven und mit der neuen Figur Erika die Handlung um Nathan, Whisper und Co zu verzahnen, enttäuscht der zehnte Band insofern, dass dieser Ansatz nicht mehr weiter verfolgt oder gar ausgebaut wird. Erika taucht nur noch in einem Kapitel als Nebenfigur auf und der Rest der Story beschränkt sich auf Nathan beziehungsweise die einzelnen Abenteuer von Jibanyan. Letzteres ist klar der Höhepunkt des Mangas, denn die Auswirkungen der Auseinandersetzungen zwischen Jibanyan und dem einen oder anderen Yōkai führen unweigerlich zu den lustigsten Momenten, die kurzerhand in die Haupthandlung übernommen werden. Konishi Noriyuki hat hier das Feingefühl bewiesen, was bei der Ausarbeitung der Story nach wie vor fehlt.

Vielen Dank an Kazé Manga für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Yōkai Watch (Band 10)!

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