Review: Strike the Blood (Vol. 3)

Mit übernatürlichen Wesen, übertriebenem Humor und einer extravaganten Handlung konnte die Anime-Serie Strike the Blood aus dem Jahr 2013 Fans der Manga-Vorlage zwei Volumes lang erfreuen. Volume 3 hievt das Erlebnis auf eine neue Ebene und führt neue Feinde ein.

Zu Beginn der 13. und damit ersten Folge des dritten Episodenpakets erfahren die Charaktere vom so genannten Halloween-Fest, das auf der fiktiven Insel Itogami ganz besonders stark gefeiert wird. Eine Begründung für dieses Fest, das in Japan eigentlich nicht gefeiert wird, bleibt Strike the Blood dem Zuschauer zwar schuldig, doch dürften die zahlreichen Werwölfe, Geister und Halbdämonen, die auf der Insel leben, nicht unschuldig an dieser Tatsache sein. Die Freunde sprechen einleitend über die keltische Ursprünge und dass zu dieser Zeit Hexen und andere magische Wesen die Welt der Lebenden unsicher machen. Zwar sind Akatsuki Kojō und Himeragi Yukina vor allem damit beschäftigt, ihre frische Beziehung zu leugnen und in überfüllten Zügen die Hände voneinander zu lassen, doch tauchen genau dann zwei Hexen, genauer gesagt die Meyer-Schwestern, am Horizont auf, die die Insel Itogami auf Trab halten. Während des Halloween-Festes küsst zu allem Unheil auch noch Tokoyogi Yūma Kojō, was wie in Rollentauschfilmen dazu führt, dass die beiden Individuen in den jeweils anderen Körper schlüpfen. Nach diesem sonderbaren Tag verschwindet Yūma spurlos, sodass Kojō und seine Freunde alles daran setzen, Yūma zu finden und die Hintergründe über den Trubel zu erfahren. Originell oder gar kreativ ist die Geschichte durch den Rollentausch zwar nicht, sie ist jedoch spannend inszeniert und motiviert durchweg zum Weiterschauen.

Erotische Eskapaden

Obwohl die Story spannend und interessant gestaltet ist, sollte der Zuschauer jedoch ein Fan der Vorlage sein und nicht zu viel erwarten. Tiefgründig ist die Serie zu keiner Zeit und bietet in erster Linie flotte Action, die auch in der dritten Volume wieder zur Geltung kommt. Abseits dessen ist auch ein wenig der Zeitgeist des Jahres 2013 in Strike the Blood zu erkennen. Zwar hatte die Konsole zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung der Serie ihren Lebenszyklus bereits überschritten, doch ist eine Wii-ähnliche Konsole im Hintergrund neben Kojōs Fernseher zu erkennen. Das ist eine nette Idee, da so die Nähe zur Realität aufrechterhalten und die Identifikation mit einzelnen Charakteren erleichtert wird, auch wenn sich die Serie mit übernatürlichen Sachverhalten beschäftigt. Erotische Elemente gehören in der dritten Volume abermals zum Gestaltungsrepertoire der Anime-Serie. Durch Zufälle landen Kojōs Hände in Yukinas Brustbereich, gelegentlich schlittert er auch noch in eines von den Damen genutzten Badezimmers und Yūma lutscht schließlich auch noch an Kojōs Finger, als dieser sich an zerbrochenem Glas schneidet. Das ist manchmal mehr und manchmal weniger subtil in die Handlung eingebaut. Wirklich gebraucht hätte die Serie diese seltenen Momente zwar nicht, doch zumindest Fans der Charaktere werden diese lustigen Szenen erfreuen und den Ernst der Lage zumindest kurzzeitig vergessen können.

Bekanntes Gesamtbild

Wie in den ersten beiden Volumes befinden sich auf dem Datenträger der dritten Ausgabe abermals sechs Episoden. Auf der technischen Ebene hat sich an Strike the Blood nichts verändert. Soll heißen, dass sowohl die Umgebungsgrafiken als auch die Figuren zusammenpassen und ein stimmiges Gesamtbild in der Full-HD-Auflösung auf die Mattscheibe zaubern. Einzig und allein die Animationen der Figuren hätten etwas umfangreicher ausfallen dürfen, was vor allem in den animationsarmen und viel zu kurzen Kämpfen auffällt. Hübsche Lichteffekte in und außerhalb der Kämpfe gleichen hingegen die Szenerie aus. Trotz eher lahmer Kämpfe sind die Figuren nicht ermüdend, was an der nach wie vor sehr gelungenen Synchronisation liegt. Wie üblich hat die japanische Synchronisation die Nase vorn, die deutsche Fassung ist bis auf die öfters falsche Aussprache des Namens der Hauptfigur aber ebenso gelungen. Alle Charaktere wirken glaubhaft und unterstützen die Atmosphäre. Dafür sorgt auch der Soundtrack, der in beiden Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 mit heiteren und düsteren Klängen, insbesondere durch den Einsatz von Klavier- und Orgelmusik, die Stimmung gut einfängt. Digitales Bonusmaterial ist auf der dritten Blu-ray Disc abseits der obligatorischen Kazé-Anime-Trailer leider gar nicht vorhanden. Anders sieht es hingegen bei der physischen Ausstattung aus: Zwei Postkarten und ein 24-seitiges Booklet entschädigen das fehlende digitale Bonusmaterial zumindest etwas.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Strike the Blood baut auf den Grundlagen der ersten beiden Volumes auf. Dies betrifft vor allem die Ausarbeitung der Charaktere und ihre zwischenmenschliche Gefühlswelt. Abseits dessen kann die Geschichte zwar mit neuen Ideen punkten, doch einem roten Faden scheint die Story nicht mehr zu folgen. Etwas schade ist das schon, da die nächste und somit auch letzte Volume die Handlung zu einem runden Abschluss führen muss. Immerhin bleibt die technische Gestaltung auf demselben Niveau wie schon in den ersten beiden Ausgaben, was Fans zufriedenstellen wird. Wer die ersten beiden Volumes bereits mochte, wird auch beim dritten Episodenpaket wieder seinen Spaß haben und in die Welt der Anime-Serie mit viel Erotik und Humor genüsslich abtauchen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Strike the Blood (Vol. 3)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s