Review: Inō Battle within Everyday Life (Vol. 1)

Inō Battle within Everyday Life von Animationsstudio Trigger erzählt eine Geschichte über eine Gruppe Jugendlicher, die sich im täglichen Leben mit ihren Superkräften orientieren müssen. Trotz irrer Story beginnt die Anime-Serie aus dem Jahr 2014 mit einem holprigen Einstand.

In der allerersten Szene von Inō Battle within Everyday Life scheint noch alles in Ordnung, doch ändert sich für die Protagonisten nach der einleitenden Sequenz plötzlich alles: Eines Tages wachen die fünf Mitglieder des Literaturklubs der Senkō-Oberschule mit diversen Superkräften auf. Woher oder von wem sie diese magischen Fähigkeiten erhalten haben, ist zu Beginn der auf zwölf Folgen ausgelegten Anime-Serie aber noch nicht ersichtlich. Die fünf Freunde beschließen fürs Erste, die Situation zu akzeptieren und mit ihren Kräften zu leben beziehungsweise den Einsatz zu lernen und die Fähigkeiten zu verstehen. Hinzu kommt, dass sie einerseits ihren Kräften Namen geben und andererseits auch sich selbst Pseudonyme aussuchen wollen. Nur auf diesem Wege ist es schließlich möglich, auch weiterhin einen sozialen Umgang miteinander zu pflegen. Anhand dieses kaum spannenden Einstiegs und der noch dazu obskuren Einstellung ist ersichtlich, dass die Story an kaum einer Stelle sonderlich tiefgründig wird. Es ist eine Anime-Serie, die sich vor allem um ihre Charaktere dreht und einzelne Geschichten erzählt, die mit verschiedenen Thematiken überzeugen. Ulkigerweise rücken dabei die Fähigkeiten mehr und mehr in den Hintergrund, sodass diese – wenn überhaupt – nur noch als Werkzeug verwendet werden, um die einzelnen Probleme der Figuren zu lösen.

Fünf Freunde mit fünf Fähigkeiten

Hauptfigur Andō Jurai kann beispielsweise eine schwarze und höchstens lauwarme Flamme aus seiner Hand sprießen lassen. Wirklich viel anfangen kann er damit zwar nicht, aber das unterstreicht in gewisser Weise auch schon den Humor, der an ähnliche Anime-Serien wie Love, Chūnibyō & Other Delusions! erinnert. Kanazaki Tomoyo hingegen kann die Zeit auf Wunsch anhalten oder verlangsamen. Zurückspulen kann sie die Zeit allerdings nicht, was die Kraft nicht zu mächtig macht beziehungsweise abschwächt. Kushikawa Hatoko beherrscht dafür die Elemente und Takanashi Sayumi kann zerbrochene Dinge reparieren. Da in der Serie hin und wieder mal etwas zu Bruch geht, sind Sayumis Kräfte unter den Freunden gerne gesehen. Zu guter Letzt gehört zu den Mitgliedern des Literaturklubs noch Himeki Chifuyu, die jedoch gar nicht die Senkō-Oberschule besucht. Eigentlich ist sie eine Grundschülerin und ist nur durch Zufall in die Gruppe geschlittert. Ihre Auftritte lockern den Alltag auf, was auch an ihrer Fähigkeit liegen mag: Chifuyu kann sich und andere frei von einem Ort zum anderen teleportieren und sorgt damit für allerhand Trubel. Beispielsweise teleportiert sie Jurai – nur in Boxershorts bekleidet – in ihr Zimmer, wo Kuki Madoka, Chifuyus beste Freundin, wartet. Dass diese natürlich nicht erwartet, plötzlich einen Perversen mit angeblichem Lolitakomplex vor sich zu sehen, dürfte klar sein.

Abgedrehter Humor

Wie bereits angedeutet, konzentriert sich die Serie auf ihren abgedrehten Humor. Dieser ist nicht nur in vielen Dialogen der Charaktere zu erkennen, sondern auch in der übertriebenen Darstellungsweise. Oft werden die Figuren wie in der Manga-Vorlage in nahezu völlig starren Bildern mit offenen Mündern und leeren Augen eingefangen, zusammen mit ausdrucksstarken Strichfolgen im Hintergrund. Im – bis auf die Eröffnungsszene der Serie – bildschirmfüllenden 16:9-Format kommen alle Charaktermodelle gut zur Geltung, da sie hervorragend mit den toll gezeichneten Hintergründen harmonieren. Hinzu kommen schöne Licht- und Schatteneffekte sowie gelungene Animationen. Unterstützt wird die herausragende Bildqualität mit einem angenehmen Soundtrack, der die überwiegend heiteren Szenen im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 unterlegt. Sowohl die deutsche als auch die japanische Tonspur gehen in Ordnung, wobei die japanische Synchronisation ein wenig besser funktioniert. Beispielsweise klingt Chifuyu tatsächlich wie eine Viertklässlerin und nicht zehn Jahre älter wie in der deutschen Ausgabe. Die übertriebenen Betonungen funktionieren aber auch in der deutschsprachigen Version sehr gut. Digitales Bonusmaterial liegt neben drei Trailern zu Kazé-Anime-Titeln in Form eines Clear Openings und eines Clear Endings vor. In der physischen Ausgabe winkt laut Herstellerangaben noch ein Booklet mit zusätzlichen Informationen den Fans zu.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Inō Battle within Everyday Life mischt Comedy-Einlagen mit einer Coming-of-Age-Geschichte. Dieser nicht sonderlich schwierige Spagat gelingt der Anime-Serie sehr gut, denn die Charaktere sind sympathisch und ihre täglichen Probleme meistens für jeden Zuschauer nachvollziehbar. Alleinstellungsmerkmal sind jedoch die Superkräfte, über die die Figuren verfügen. Übertrieben oft werden diese ulkigerweise allerdings nicht eingesetzt, sie werden eher beiläufig erwähnt und als Werkzeug benutzt, um die Herausforderungen des täglichen Lebens zu meistern. In diesem Aspekt hätte sich die Serie ruhig mehr trauen dürfen, da sich so kein roter Faden entwickelt und eher eine kleine Story nach der nächsten abgearbeitet wird. Wer sich daran nicht stört und ohnehin Fan von Serien wie Waiting in the Summer oder Love, Chūnibyō & Other Delusions! ist, darf auch bei Inō Battle within Everyday Life einen Blick riskieren!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Inō Battle within Everyday Life (Vol. 1)!

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