Review: Parasyte: The Maxim (Vol. 2)

Nachdem Publisher Kazé Anime die erste Volume der Anime-Serie Parasyte: The Maxim im Juni 2018 veröffentlicht hat, folgte die zweite Ausgabe nur einen Monat später im Juli 2018. Diese bohrt die Grundlagen auf und erweitert die Serie gekonnt mit vielen neuen Einzelheiten.

In der ersten Volume der Anime-Serie Parasyte wurden die Grundlagen für die Handlung der Serie gelegt. Kleine außerirdische Lebensformen haben sich überall in Japan niedergelassen und versuchen die Menschheit erst zu infiltrieren, auszunutzen, auszubeuten und zudem auch zu einem gewissen Teil zu unterjochen und schließlich zu vernichten. Der Parasit, der sich in Izumi Shin’ichis Körper einnisten wollte, wurde jedoch von Shin’ichi aufgehalten, sodass er in dessen rechter Hand verblieb. Mit der Zeit freundeten sich Mensch und Parasit an und leben jetzt seit einigen Episoden in Symbiose. Migī, so wie Oberschüler Shin’ichi seinen ständigen Begleiter fortan nennt, erklärt ihm mit der Zeit alles über seine Rasse und worauf Shin’ichi im Kampf gegen seine neuen Feinde zu achten hat. An dieser interessanten Grundlage hat sich in der zweiten Volume von Parasyte zum Glück nichts geändert, sie wird sogar noch einmal mit neuen Ideen ausgebaut. Wer sich an die sich überschlagenden Ereignisse im Auftakt der Serie erinnert, wird wohl noch sehr gut wissen, dass Shin’ichi im Kampf gegen seine – ebenso von einem Parasiten übernommenen – Mutter fast gestorben wäre. Migī erklärt zu Beginn der zweiten Volume, dass er einen winzigen Teil seines Daseins in Shin’ichis Körper übertragen musste, um sein Leben zu retten. So verfügt dieser nun selbst über besondere Spezialkräfte, die in der Anime-Serie natürlich in passenden Momenten gut erklärt werden.

Vor- und Nachteile geschärfter Sinne

Unter anderem stehen in der zweiten Volume von Parasyte Shin’ichis geschärfte Sinne im Mittelpunkt. Beispielsweise bemerkt Shin’ichi, wenn sich Personen wie seine Freundin Murano Satomi ihm nähern und kann bereits im Vorfeld erkennen, um wen es sich dabei handelt. Es sind allerdings nicht nur positive Fähigkeiten, die die Übertragung der außerirdischen Desoxyribonukleinsäure mit sich bringt. Teilweise stumpft Shin’ichi dadurch auch ab. So rettet der mutierte Oberschüler in der achten Serienfolge zwar einen angefahrenen Hund, der mitten auf einer stark befahrenen Straße liegt und manövriert sich zu ihm, ohne von einem Auto angefahren zu werden, doch kann Migī das Leben des Tieres nicht mehr retten, da seine inneren Organe zu stark beschädigt wurden. Kaum hat das Hündchen seinen letzten Herzschlag getan, schmeißt Shin’ichi – zu Satomis Erstaunen – den leblosen Körper schlicht und einfach in einen Mülleimer, anstatt ihn ordentlich zu begraben. Hinzu kommen neue Charaktere, die Shin’ichi und Migī gut oder böse gesonnen sind. Während des erneuten Kampfes gegen Shin’ichis Mutter erhält er Unterstützung von Uda Mamoru, der wie der Protagonist ebenfalls mit einem Parasiten in Symbiose lebt. Mit Shimada Hideo tritt schon kurz darauf ein neuer Gegenspieler ins Rampenlicht, der Shin’ichi und Migī mit raffinierten Tricks das Leben schwer machen und ihre gemeinsame Denkweise auseinanderbringen will.

Ernste und düstere Grundstimmung

Inhaltlich gelingt es der Anime-Serie in einem sehr angenehmen Erzähltempo wunderbar, die Geschichte voranzutreiben, ihre Figuren auszubauen und diese mit ernsten Angelegenheiten zu konfrontieren. Während die Serie anfänglich noch auf seichten Humor setzte, ist davon in der zweiten Volume so gut wie gar nichts mehr zu erkennen. In allen Episoden herrscht eine düstere Grundstimmung vor, die vor allem durch blasse und kühle Farben ausgedrückt wird. Sowohl die ruhigen Momente, die meist in trübes Licht gehüllt werden, als auch die Kämpfe zwischen beziehungsweise mit den Parasiten sind im bildschirmfüllenden 16:9-Format bei der Auflösung von 1080p durchweg spannend inszeniert. Unterlegt wird ein Großteil aller Szenen mit einem stimmungsvollen Soundtrack, der insbesondere mit Klavierklängen und teilweise sogar mit Chorgesang ausgeschmückt ist. Beide auf der Blu-ray Disc vorliegenden Tonspuren im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0 können mit klarer Musik, Effekten und natürlich auch verständlichen Synchronsprechern punkten, letzteres sowohl in der deutschen als auch in der japanischen Fassung. Digitales Bonusmaterial liegt bei der zweiten Volume diesmal nicht vor, dafür gibt es im physischen Bereich insgesamt sechs Tattoos. Für den Test lagen diese zwar nicht vor, es kann aber sicher auch so gesagt werden, dass dies nur ein kleiner Bonus für Fans ist.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Parasyte: The Maxim erzählt nach wie vor eine sehr interessante und vor allem spannende Geschichte in einem sehr, sehr angenehmen Erzähltempo. Selten trifft eine Anime-Serie mit der Geschwindigkeit so sehr ins Schwarze wie das Werk von Animationsstudio Madhouse, basierend auf dem Manga von Iwaaki Hitoshi. Die geschaffenen Grundlagen der ersten Volume werden in der zweiten Ausgabe storybedingt auf eine neue Ebene gehievt und mit neuen Informationen ausgeschmückt, die für den Verlauf der Handlung unabdingbar sind. Hinzu kommen neue Figuren, die die Geschichte der Serie stets frisch halten. Auch auf technischer Seite kann Parasyte überzeugen, denn das kühle Bild, die stimmungsvolle Musik und die hervorragend ausgewählten Synchronsprecher setzen sich zu einem atmosphärischen Gesamtbild zusammen, an dem es sich kaum sattzusehen gilt.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Parasyte: The Maxim (Vol. 2)!

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