Review: One Piece: Box 18 (Episoden 546-574)

In der siebzehnten Serienbox von One Piece gab es zwischen den Strohhut-Piraten endlich das erhoffte Wiedersehen, nachdem sie zuvor lange genug voneinander getrennt waren. Mit den Episoden der achtzehnten Serienbox wird der frisch begonnene Handlungsstrang fortgesetzt.

Monkey D. Ruffy und seine Freunde sind auf dem Weg in den zweiten Teil der Grandline, die allgemein auch als die Neue Welt bezeichnet wird. Die Route über die Redline konnten sie einerseits aus Kostengründen und andererseits wegen der anhaltenden Bedrohung durch die Marine nicht nehmen, sodass ihnen nichts weiter übrig blieb, als unter der Redline hindurchzusegeln. Dazu ging es zehntausend Meter tief hinunter zum Meeresboden, wo die Crew einen Zwischenstopp auf der Fischmenscheninsel einlegte. Wie das bei Ruffy, Lorenor Zorro, Nami, Lysop, Sanji, Chopper, Nico Robin, Frankie und Brook aber so der Fall ist, ziehen sie den Ärger meistens magisch an. Hinzu kommt, dass die Wahrsagerin Madame Shirley einen Blick in die Zukunft wirft und dort die von Ruffy ausgelöste Zerstörung der Fischmenscheninsel sieht. Schnell werden die Strohhüte für den ganzen Ärger, der peu á peu am Handlungsort lostritt, beschuldigt. Ein großes Problem dabei ist auch, dass es sich bei fast allen Strohhüten um Menschen handelt, die auf der Fischmenscheninsel respektive im Königreich Ryūgū keinen guten Ruf genießen. Um den Konflikt zu thematisieren und zu verdeutlichen, springt die Geschichte zehn Jahre in die Vergangenheit. Hier wird der Zuschauer Zeuge, wie Otohime, Meerjungfrau und Königin des Landes, vermeintlich von einem Menschen erschossen wird.

Rassismus im Wandel der Zeit

Wie schon bei den Folgen, die auf dem Sabaody-Archipel spielen, werden als zwei der großen Themen im achtzehnten Episodenpaket erneut Rassismus und Diskriminierung aufgegriffen. Dadurch, dass die Erzählung hier und da zwischen mehreren Zeitenebenen springt, wird auch die Aussagekräftigkeit dieser Probleme deutlich, die allgegenwärtig erscheinen. In über einem Jahrzehnt hat sich kaum bis gar nichts an der Einstellung der Bevölkerung verändert. Obwohl die Söhne der Königin die friedvolle Botschaft ihrer Mutter fortführen und sich für das Zusammenleben von Menschen und Fischmenschen einsetzen, wird die Ankunft der Strohhüte von einem realitätsnahen Gedankengut begleitet. Am wichtigsten dürften in diesem Zusammenhang die zwei Gegenspieler der Strohhut-Piratenbande sein. Einer davon ist Hody Jones, der Anführer der neuen Fischmenschen-Piraten und ehemaliger Soldat, der den Tod der Königin vor Jahren vermeintlich gerächt hat. Er sieht in den Menschen minderwertige Kreaturen; sein Hass auf die Menschheit geht sogar soweit, dass er König Neptun entthront und ihn auf dem Gyoncorde-Platz öffentlich hinrichten will – nur um sich selbst zum neuen Herrscher der Fischmenscheninsel ausrufen zu lassen. Ruffy und Co, die von Hody Jones’ Bande teils schon gefangen genommen wurden, wollen die Hinrichtung unter allen Umständen verhindern.

Auswirkungen des Drogenkonsums

Beim zweiten Gegenspieler der Strohhüte handelt es sich um den Piraten Van der Decken IX., der unglücklich in König Neptuns Tochter Shirahoshi verliebt ist. Da Shirahoshi seine Gefühle nicht teilt und Van der Decken niemand anderen an ihrer Seite sehen möchte, wirft er mit seiner Teufelskraft das gigantische Schiff Noah auf sie. Da der antike Kahn in seinen Ausmaßen größer als die Fischmenscheninsel ist, wird die Auseinandersetzung zwischen Ruffy und Hody Jones spannungsmäßig auf die Höhe getrieben, da sich Shirahoshi ebenfalls in der Nähe befindet. Allerdings sorgt nicht nur die Prinzessin für zusätzliche Dynamik im Kampfgeschehen, denn Hody Jones und seine Bande werfen sich nach und nach Pillen, so genannte Energie-Steroide, ein. Damit werden sie exponentiell stärker – zu einem hohen Preis. One Piece versteht sich mit den Episoden der achtzehnten Serienbox als Drogenbeauftragter und zeigt klar und deutlich die negativen Ausmaße des Drogenkonsums. Ein interessanter Ansatz, der so eigentlich nur in Anime-Produktionen zu sehen ist, die sich ausnahmslos an ein erwachsenes Publikum richten. In technischer und akustischer Hinsicht bleibt grundsätzlich alles beim Alten. Allerdings gibt es ab der 559. Episode einen erneuten Synchronsprecherwechsel beim Erzähler. Hier löst Andreas Baum den leider Mitte 2017 verstorbenen Andreas Wilde ab.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf den Episoden 546 bis 574 der Serie): In der achtzehnten Serienbox wird der Handlungsstrang auf der Fischmenscheninsel nicht nur nahtlos fortgeführt, sondern auch zu einem Abschluss gebracht. Gepflastert ist die Erzählung zunächst mit einer Rückblende in die Vergangenheit, um den Konflikt zwischen Fischmenschen und Menschen zu erklären und eines der zentralen Themen der anhaltenden Geschichte aufzuwerfen. Rassismus wird zwar auch in den vorherigen One-Piece-Handlungssträngen behandelt, doch werden die Strohhüte diesmal wesentlich enger mit der Thematik verknüpft. Hinzu gesellen sich mit Hody Jones’ Energie-Steroide, die die negativen Auswirkungen von Drogenkonsum darstellen. Das kommt zwar nicht sonderlich überraschend, ist aber eine angenehme Erweiterung der mittlerweile richtig erwachsenen Erzählweise, die sich mit gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzen will. In den letzten Folgen der achtzehnten Serienbox wird übrigens noch einiges an Staub aufgewirbelt, der die Geschichte für die kommenden Ereignisse ebnet. Toll!

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von One Piece: Box 18 (Episoden 546-574)!

 

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