Review: Black Butler: Book of Circus (Vol. 2)

Mit dem Untertitel „Book of Circus“ steht die dritte Staffel von Black Butler ganz im Rahmen des Zirkus. Nachdem für die beiden Hauptcharaktere die Ermittlung in der ersten Staffelhälfte begann, wird sie in der zweiten und letzten Volume mit Überraschungen zu Ende geführt.

Nachdem die erste Volume der dritten Staffel im Juli 2015 im deutschsprachigen Raum veröffentlicht wurde, dauerte es gerade zwei Monate, bis auch das abschließende Episodenpaket in den Handel kam. Inhaltlich knüpft die sechste und damit erste Folge dieser Ausgabe ans Finale der vorherigen Geschehnisse an. Ciel Phantomhive erlitt einen Rückschlag seiner Asthma-Erkrankung und muss seither das Bett hüten. Da die Zeit jedoch drängt, darf an seiner Stelle sein Butler Sebastian Michaelis die Nachforschungen im Zirkus „Noahs Arche“ vorantreiben. Dieser soll laut Ciels Auftraggeberin, Königin Victoria, umherziehen und für das Verschwinden von zahlreichen Kindern verantwortlich sein. Sonderlich ergiebig war die Ermittlung bisher nicht – mit ein, zwei Indizien ist es dem jungen Earl und seinem Butler aber möglich, ins Wespennest zu stechen. Sie finden heraus, dass Baron Kelvin der Gönner der Artistentruppe ist. So verlassen Sebastian und Ciel über kurz oder lang den Zirkus, um in der Londoner Residenz der Familie Phantomhive ihre nächsten Schritte zu planen. Soma Asman Kadar, Prinz eines indischen Königreichs, und sein Leibwächter Agni halten dort bereits die Stellung. Im Angesicht von Ciels Angeschlagenheit versuchen sie alles in ihrer Macht stehende, um dessen Besuch beim Baron hinauszuzögern – und wecken damit in Sebastian fürsorgliche Gefühle.

Puzzle-Stück für die Rahmenhandlung

An dieser Stelle spaltet sich die Geschichte von Book of Circus hauptsächlich in zwei Handlungsbögen auf. Zum einen wird hier Ciels Besuch beim Baron geschildert und zum anderen rückt die Aufgabe der Zirkusangestellten, die Villa Phantomhive aufzusuchen, in den Mittelpunkt der Erzählung. Dies hat auch einen besonderen Grund: Baron Kelvin hat schon vor vielen Jahren einen Blick auf Ciel geworfen. Wann genau dies geschehen ist und welche Absichten Kelvin verfolgt, soll aus Spoiler-Gründen nicht verraten werden. Dennoch sei gesagt, dass mit der Einführung des neuen Charakters weitere Hintergründe über Ciels Vergangenheit aufgeworfen werden. Es ist abermals erstaunlich, wie gut sich dieser ausgeklügelte Erzählstrang mit der Rahmenhandlung der Anime-Serie verbindet. Während Ciel und Sebastian notgedrungen Kelvins perfides Spielchen erleben müssen, stecken Dompteurin Beast, Messerwerfer Dagger und Co beim Angriff auf Ciels Zuhause einen blutigen Rückschlag nach dem anderen ein. Fans des Hauspersonals kommen hier voll auf ihre Kosten, denn während sie in der ersten Staffel im Haushalt noch kläglich versagten, fahren sie hier zu Höchstformen auf. Während in den ersten Folgen Konflikte noch recht human gelöst worden sind, spritzt die rote Suppe beim Finale der dritten Staffel aus allen Löchern. Diese Episoden sind nichts für schwache Mägen!

Zufriedenstellendes Ende

Daneben gibt es jedoch noch eine Handvoll kleinerer Handlungsbögen. Unter anderem erlebt der Zuschauer wie Shinigami Grell Sutcliff aus dem Hausarrest entlassen wird und sich auf die Suche nach seinem geliebten Sebastian macht. Auch Shinigami William T. Spears ist mit von der Partie und will seine wohlverdienten Seelen ernten. Fans des Undertakers oder von Ciels Verlobten Lady Elizabeth Ethel Cordelia Midford dürfen sich ebenfalls über kurze Auftritte freuen, auch wenn diese kaum für die Handlung der dritten Staffel von Belang sind. In technischer Hinsicht baut die zweite Volume von Book of Circus auf dem technischen Grundgerüst der ersten Ausgabe auf. Das heißt, dass die detailreichen Charaktere und Hintergründe nach wie vor im bildschirmfüllenden 16:9-Format in der Auflösung von 1080p herausstechen. Während die vorherigen Folgen aufgrund des Szenarios ein wenig bunter ausfallen, erinnert die Gestaltung der vorliegenden Episoden wesentlich eher an den Stil der Anime-Serie. Hinzu kommt stimmungsvolle Musik im Tonformat DTS-HD Master Audio 2.0, die sich stets an das düstere Geschehen anpasst und dieses wunderbar untermalt. Digitales Bonusmaterial gibt es – wie schon bei der ersten Volume – nicht. Stattdessen versucht ein kleines Booklet mit Charakterzeichnungen zu entschädigen. Dies gelingt dem Heftchen aber nur bedingt. Davon abgesehen wird die dritte Season mit diesem Episodenpaket aber äußerst zufriedenstellend beendet.

Geschrieben von Eric Ebelt

Erics Fazit (basierend auf der Blu-ray-Fassung): Black Butler beziehungsweise Kuroshitsuji, wie die Serie im japanischen Original heißt, ist einer der Anime, die weltweit Aufmerksamkeit erlangt haben. Äußerst sympathische Charaktere, eine spannende Handlung und das überaus düstere Szenario, das in dieser Volume mit Schockmomenten und Überraschungen nicht geizt, sind die Markenzeichen des Franchises. Während die Episoden der vorherigen Volume wesentlich bunter ausfallen, kehrt die Anime-Serie mit der zweiten Volume von Book of Circus zurück zum bekannten Stil. Es wird bildtechnisch dunkler und trister. Die Charaktere werden passend zu Ciels Weltanschauung hingegen immer durchtriebener. An keiner Stelle wirkt das Staffelfinale langatmig. Animationsstudio A-1 Pictures hat jede einzelne Szene genauestens positioniert, in einen Kontext zueinander gesetzt und mit Wendungen bespickt. Der einzige Wermutstopfen dürfte wohl sein, dass die gesamte Staffel nur mit zehn Episoden auskommen muss. Unterm Strich ist das jedoch alles halb so wild, denn jede Folge – insbesondere die Highlights aus der zweiten Volume – zeigen, dass weniger oft mehr ist. Wer Black Butler bis hierhin verfolgt hat, kommt um die zweite Ausgabe von Book of Circus nicht herum. Alle anderen sollten hingegen schleunigst mit der ersten Volume der ersten Staffel beginnen.

Vielen Dank an Kazé Anime für die freundliche Bereitstellung eines Rezensionsexemplars von Black Butler: Book of Circus (Vol. 2)!

 

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